Viele Bürger machen dicht: So wie auf diesem Beispielfoto aus Kirchheim soll es in Höhenkirchen-Siegertsbrunn nicht aussehen. Der Gemeinderat prüft seine Optionen.
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Viele Bürger machen dicht: So wie auf diesem Beispielfoto aus Kirchheim soll es in Höhenkirchen-Siegertsbrunn nicht aussehen. Der Gemeinderat prüft seine Optionen.

Zwei Fraktionen arbeiten an Regelung

Weil die Bürger sich verschanzen: Gemeinde will Höhe von Zäunen, Hecken und Mauern begrenzen

  • Stefan Weinzierl
    VonStefan Weinzierl
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Viel zu hoch sind viele Grundstücks-Einfriedungen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn so manchem Gemeinderat. Nun sollen schärfere Regeln her. Doch es könnte schon zu spät sein

Update, 19. Juli 2019: Inzwischen haben die Grünen einen Antrag für eine Zäune-Regel in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gestellt. Er fiel mit Pauken und Trompeten durch.

Ursprünglicher Artikel vom 8. Juli 2019

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Eine Satzung könnte in absehbarer Zeit regeln, wie hoch und aus welchem Material Einfriedungen bei Neubauten in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sein dürfen. Sowohl die CSU-Fraktion als auch die Grünen haben in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses angekündigt, an entsprechenden Anträgen zu arbeiten.

Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) hatte anlässlich eines Bauantrags zum Abriss eines Querstadels und anschließendem Neubau eines Mehrfamilienhauses samt Betriebsleiterwohnung an der Faistenhaarer Straße bei der Rathausverwaltung nachgefragt, wie die Einfriedung des Grundstücks gestaltet werde. Seitens der Verwaltung wies man in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Einfriedung nicht Gegenstand des Bauantrags sei.

Darauf beklagte Hackl die Entwicklung, dass in der Gemeinde immer höhere Zäunen und Mauern hochgezogen werden. „Ich finde es unsäglich, hinter welchen Mauern sich die Leute mittlerweile verstecken“, sagte sie. Um diesem Trend Einhalt zu gebieten, entgegnete Hans Loidl (CSU), müsse man eine Einfriedungssatzung erlassen. Worauf erst Hackl-Stoll und dann auch Loidl verkündeten, dass ihre Fraktionen an Anträgen arbeiten würden, die diese Thematik betreffen.

Betroffen wären Hecken, Mauern und Zäune

Derzeit gibt es in der Gemeinde laut Rathaus-Geschäftsleiterin keine Einfriedungssatzung, die die Art und die Höhe derartiger Grundstücksbegrenzungen, zu denen übrigens auch blickdichte Hecken gehören, vorschreibt. Beliebig hoch dürfen Mauern und Zäune trotzdem nicht gezogen werden. Die Bayerische Bauordnung begrenzt die Höhe von Einfriedungen bereits auf zwei Meter.

Zuerst bräuchte es aber „Hecken-Check“ und „Mauerschau“

Sollte sich die Gemeinde dazu entscheiden, eine Einfriedungssatzung zu erlassen, müsste erst eine Bestandsaufnahme erfolgen. „Es muss dann dokumentiert werden, welche Art von Einfriedungen es in der Gemeinde bereits gibt und welche Höhe sie haben“, erläutert Sander.

Viele Bürger machen dicht: So wie auf diesem Beispielfoto aus Kirchheim soll es in Höhenkirchen-Siegertsbrunn nicht aussehen. Der Gemeinderat prüft seine Optionen.

Denn nur dann könne man im Ernstfall nachweisen, ob eine unerwünscht hohe Einfriedung gebaut worden ist, bevor oder nachdem die Satzung in Kraft trat. Eine derartige Bestandsaufnahme könne die Gemeindeverwaltung aber nicht leisten, betont die Geschäftsleiterin. Externe Experten müssten damit beauftragt werden.

Zweiter Haken: Wenn schon zu viel gebaut wurde, ist es zu spät

Zweiter Haken: Eine Höhenbegrenzung im Rahmen der Satzung ist laut Sander nur möglich, wenn es bisher nur eine geringe Anzahl an Einfriedungen gibt, die den entsprechenden Grenzwert überschritten haben. Findet man hohe Zäune dagegen schon sehr häufig vor, sind sie also die Regel, kann man eigentlich nichts mehr dagegen unternehmen.

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