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Drei Windräder – nur wohin? Die blaue Linie zeigt das Planungsgebiet, die orangen Linien markieren die Konzentrationsflächen, innerhalb derer die Windräder theoretisch gebaut werden könnten. Die lila Linien kennzeichnen das Gebiet, in dem die so wichtige 10-H-Regel eingehalten wird. In den Flächen, in denen sich lila und orange überschneiden, darf ein Windrad stehen. 

17 Millionen Euro für drei Windkraftanlagen

Windräder am Horizont - Das Projekt im Höhenkirchner Forst nimmt Form an 

  • Laura Forster
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In einem Online-Bürgerdialog stellten Experten den aktuellen Stand der Windkraftanlagen im Höhenkirchner Forst vor. 

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Grüner Strom aus dem grünen Wald: Die drei 240 Meter hohen Windräder im Höhenkirchner Forst nehmen Form an. In einem Online-Bürgerdialog stellte die Energieagentur Ebersberg-München erstmals das Projekt den Anwohnern vor. Die Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn Mindy Konwitschny (SPD), der Geschäftsführer der Energieagentur Hans Gröbmayr und der Leiter des beauftragten Ingenieurbüros Robert Sing standen Bürgern Rede und Antwort – und zwar drei Stunden lang: Denn die Teilnehmer hatten jede Menge Fragen, die sie per Live-Chat an die Experten richteten.

161 Zuschauer beim Online-Bürgerdialog

„Ob wir das machen, wie wir das machen und wann wir das machen, ist noch ein langer Prozess“, betonte Konwitschny gleich zu Beginn der Online-Veranstaltung. Insgesamt 161 Zuschauer lauschten an ihren Computern dem aktuellen Stand des Projekts. „Die Gemeinde beschäftigt sich seit langer Zeit mit der Energiewende“, sagte Gröbmayr. Doch bis heute gebe es kein konkretes Konzept, fügt Konwitschny an. Schon 2013 hat die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn Konzentrationsflächen im Waldgebiet, das an Egmating und Oberpframmern angrenzt, ausgewiesen (wir berichteten). Nun steht der Standortsicherungsvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten. Bedeutet: Die Arbeitsgemeinschaft (Arge), bestehend aus den drei Kommunen und den Landkreisen München und Ebersberg, hat nun fünf Jahre Zeit für Untersuchungen. In diesem Zeitraum kann kein privater Investor Windräder auf der Fläche planen oder errichten. „Der Vertrag verpflichtet aber zu keinem Bau“, versicherte Robert Sing den Zuhörern, die sich eines fragen: Wie geht es denn nun weiter?

Zwischenfazit der Windmessung ist positiv

Seit Juni läuft eine sechsmonatige Messung, die untersucht, ob der Wind im Höhenkirchner Forst überhaupt stark genug weht. „Das Zwischenfazit ist positiv“, sagte Sing. Zu dem Windertragsgutachten kommt eine artenschutzrechtliche Prüfung des 180 Hektar großen Waldgebiets. Sing: „Ein Projekt kann nur realisiert werden, wenn es im Einklang mit Natur- und Artenschutz ist.“ Ende des Jahres sollen die beiden Gutachten vorliegen. Die Kosten dafür – 200 000 bis 250 000 Euro – trägt die Arge.

Ingenieur Sing beteuerte den Teilnehmern des Online-Bürgerdialogs, dass „die 10-H Regel eingehalten wird“. Diese besagt, dass die potenziellen Standorte je 2000 Meter Abstand zu Ortschaften haben müssen und 800 Meter zu Einzelgehöften. Ungefähr 5000 Quadratmeter sind für den Bau der drei Windräder nötig. „Aber die Hälfte davon wird wieder aufgeforstet“, sagt Sing, der auch das Windkraftprojekt im Hofoldinger Forst betreut. Den Anwohnern bereitet allerdings vor allem der Infraschall Sorgen, dessen Frequenz unterhalb des menschlichen Hörfeldes liegt. „Der Schall ist ab 200 bis 300 Metern jedoch nicht mehr wahrnehmbar“, versicherte Sing. Auch nach einer finanziellen Beteiligung an der Windpark GmbH erkundigten sich die Bürger. „Noch steht kein Betrag fest, ab dem man mit einsteigen kann“, sagt Gröbmayr. Er wolle aber, dass möglichst viele Bürger investieren können.

17 Millionen für drei Windräder

Noch ist es ein langer Weg, bis sich die Windräder im Höhenkirchner Forst drehen. Läuft alles nach Plan, könnte der Bau Ende 2021 starten. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf 17 Millionen Euro – „mit allem drum und dran“, sagte Sing.

Zum Thema: Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn will die Kontrolle über den Forst behalten. Darum treibt sie die Planung für mögliche Windräder nun selbst voran.

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