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Mehr als 30 Mütter kamen zur jüngsten Gemeinderatssitzung, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. 

Nach erneutem Zwangs-Auszug

Zwergerlstube Höhenkirchen-Siegertsbrunn sucht verzweifelt Räume

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Mehr Einsatz für die Elterninitiative Zwergerlstube haben rund 30 Mütter jetzt öffentlich von der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn gefordert. Die mehr als 40 Jahre alte Einrichtung braucht eine neue Bleibe. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – So richtig laut wurde es zwar nur, als ein Säugling auf dem Arm der Mutter zu schreien begann und diese daraufhin den Sitzungssaal im Rathaus verließ. Aber hitzig war die rund dreiviertelstündige Diskussion, die sich Britta Werhahn und Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats lieferten, durchaus. Thema der Debatte war erneut die Zukunft der Elterninitiative Zwergerlstube und deren Mutter-Kind- und Spielkreisgruppen.

Wie berichtet, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband, der die Krippe Farbenfroh und den Kindergarten Farbenkiste an der Angererstraße betreibt, für seine beiden Einrichtungen mehr Platzbedarf angemeldet. Man hätte gerne zumindest einen der Räume im Untergeschoss der Krippe als Bewegungsraum. Doch die Räume nutzt die Zwergerlstube für ihre Mutter-Kind-Gruppen und den Spielkreis, seitdem die Elterninitiative unter anderem aus Brandschutzgründen aus der Alten Apotheke ausziehen mussten. Ab September, so hatte es Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) den Verantwortlichen mitgeteilt, steht der Zwergerlstube einer der Räume nicht mehr zur Verfügung. Spielkreis oder Mutter-Kind-Gruppen müssen eine neue Bleibe suchen.

Werhahn, bei der Zwergerlstube für den Spielkreis verantwortlich, zeigte sich in der Gemeinderatssitzung enttäuscht darüber, dass Mayer den Antrag der Elterninitiative nicht auf die Tagesordnung der Sitzung hatte setzen lassen. In dem Antrag fordern die Verantwortlichen die Bürgermeisterin und die Gemeindeverwaltung auf, aktiv und verstärkt nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen, damit Spielkreis und Mutter-Kind-Gruppen gemeinsam neu untergebracht werden können. Zudem soll bei der geplanten Sanierung der Alten Apotheke der Raumbedarf der Zwergerlstube berücksichtigt werden. Sprich: Die Zwergerlstube will zurück in ihre ehemalige Unterkunft.

„Generationen haben von der Zwergerlstube profitiert“

„Generationen haben von der Zwergerlstube profitiert“, erinnerte Werhahn in der Sitzung. Deshalb dürfe man die Zukunft der über 40 Jahre alten Einrichtung jetzt nicht gefährden. „Wir brauchen eine langfristige Lösung“, betonte Werhahn, auch angesichts der Tatsache, dass die Einrichtung im Zuge der Raumproblematik nun auch um eine Betriebserlaubnis kämpft. Die knapp über zehnstündige Betreuungszeit im Spielkreis, wie sie bisher angeboten wurde, ist ohne Betriebserlaubnis nicht möglich, wie es seitens der Regierung von Oberbayern heißt. Für die Betriebserlaubnis aber gibt es spezielle Anforderungen, zum Beispiel, was den Sanitärbereich betrifft.

Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, erzählte Werhahn, habe man die Betreuungszeit nun reduziert, mittel- und langfristig wolle man aber eine Betriebserlaubnis beantragen. Neben der Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten oder sogar einem Ausbau der Betreuungszeit biete das weitere Vorteile für die Eltern. Dazu brauche es aber geeignete Räume. Werhahn forderte deshalb Mayer und den Gemeinderat auf, der Elterninitiative eine Rückkehr in die sanierte Alte Apotheke zu versprechen.

„Die Zwergerlstube ist dem Gemeinderat wichtig“, stellte Mayer klar. Das geforderte Versprechen könne sie aber nicht geben. Denn die Entscheidung darüber, ob die Zwergerlstube wieder in der Alten Apotheke unterkommt, müsse der Gemeinderat treffen. Und davor müsse man die Sanierung detailliert planen. Man werde kurzfristig keine Lösung für beide Gruppen an einem Standort anbieten können, stellte die Rathauschefin klar und verwehrte sich gegen den Vorwurf, die Gemeinde setzte sich nicht engagiert genug für die Zwergerlstube ein.

Priska Weber (SPD) bezweifelte, dass Kindergarten und Krippe sofort auf den zusätzlichen Raum bestehen. Schließlich hätten sie sich auch die vergangenen fünf Jahre mit dem Provisorium arrangiert. Eventuell könne der Spielkreis bis zur Fertigstellung der Alten Apotheke im Untergeschoss der Krippe bleiben, meinte sie. Das bezweifelte Mayer.

Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) sprach von einer „traurigen Situation“. Sie schlug vor, die Zwergerlstube im neuen Kinderhaus nahe des Bahnhofs unterzubringen. Der einzige verfügbare Raum werde aber vom Hort als Hausaufgaben-Raum benötigt, entgegnete Mayer.

Zerschlagen hat sich auch die Idee, die Zwergerlstube im Pfarrheim unterzubringen. Der Raum sei schön gewesen, erläuterte Werhahn, „aber die Rahmenbedingungen stimmten nicht“. So hätte man unter anderem den Raum nicht in der Ferienzeit nutzen können. Auch gibt es dort den für den Spielkreis benötigten zweiten Fluchtweg nicht.

Mindy Konwitschny (SPD) sprach sich schließlich dafür aus, den Antrag der Zwergerlstube auf jeden Fall in der nächsten Sitzung zu behandeln, damit die Eltern, zumindest was die Alte Apotheke angeht, Planungssicherheit hätten. Und Mayer merkte an, sie habe schon neue Ideen für eine Zwischenlösung. Wo genau sie Spielkreis oder Mutter-Kind-Gruppen unterbringen will, verriet sie aber nicht.

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