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Schwierige Unterrichtsbedingungen: Die Klasse 8b wird im ehem aligen Radlkeller der Erich-Kästner-Schule unterrichtet. Durch die drei Oberlichter fällt nur wenig Tageslicht. 

Fraktionen schlagen Alarm

Sicherheitsmängel  an der Erich-Kästner-Schule?

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Der Hauptausschuss der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat am Donnerstagabend die Haushaltsberatungen abgebrochen. Grund dafür ist die Raumnot in der Erich-Kästner-Schule.  Das fraktionsübergreifende Fazit: Es besteht aus Sicherheitsgründen sofortiger Handlungsbedarf.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Für Kämmerin Christine Schmidt ist es der Supergau: Der Hauptverwaltungsausschuss der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat am Donnerstagabend die Haushaltsberatungen abgebrochen. Grund dafür ist die Raumnot in der Erich-Kästner-Schule. Die hatten Gemeinderäte am Vortag besichtigt. Das fraktionsübergreifende Fazit: Es besteht aus Sicherheitsgründen sofortiger Handlungsbedarf. Weil zudem für mittel- und langfristige Lösungen wohl viel Geld in die Hand genommen werden muss, stellt das, wie Otto Bußjäger (UB) bereits zu Sitzungsbeginn vermutete, „den ganzen Haushalt auf den Kopf“.

Unterricht im Kellerraum

Was die Teilnehmer der Ortsbesichtigung im Ausschuss schilderten, hörte sich tatsächlich dramatisch an: Aus Raumnot werden mittlerweile viele Kellerräume zu Klassenzimmern zweckentfremdet. Unter anderem wird in Räumen unter der Turnhalle unterrichtet, in denen laut Zweiter Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) selbst bei geringer sportlicher Betätigung in der Halle der Schallschutz nicht gewährleistet ist. Weitere als Klassräume genutzte Räume seien so klein, dass sie nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen würden.

Bußjäger prangert Sicherheitsmängel an

Noch gravierender stufte Bußjäger die Sicherheitsmängel ein: So gebe es in den Kellerräumen keine Brandmeldeanlage, geschweige denn Rauchmelder. Meist müssten die Kellerfenster als zweiter Fluchtweg herhalten. Und die seien meist klein, oft hoch gelegen und in manchen Räumen sogar vergittert. Der Treppenaufgang reiche als Fluchtweg für die Schüler nicht aus, ergänzte Roland Spingler (CSU). Er kritisierte auch, dass im Keller Baumaterial wie Farbeimer und Putzmittel so gelagert würden, dass die Gefahrenstoffe für die Schüler zugänglich seien.

„Wenn ich in Aserbaidschan gewesen wäre, hätte ich es so erwartet, aber nicht hier.“

„Wenn ich in Aserbaidschan gewesen wäre, hätte ich es so erwartet, aber nicht hier. Was ich vorgefunden habe, war unvorstellbar“, sagte Vize-Landrat Bußjäger, der nach eigenen Angaben bereits Landrat Christoph Göbel (CSU) über die Situation an der Schule informiert und die zuständigen Behörden um Hilfe gebeten hat. Auch Konwitschny sieht die Situation als prekär an. Die Zustände müssen schnell behoben werden, sagte sie: „Daran führt kein Weg vorbei.“

Luitgart-Dittmann Chylla (Grüne) legte den Ausschusskollegen dann auch gleich einen Antrag der Grünen vor, in dem der unverzügliche Einbau von Brandmeldern und Fluchtwegtreppen in den Kellerräumen gefordert wird. „Zur Sicherheit der Lehrer und Schüler“, wie sie betonte.

Containerlösung schnellste Alternative

Dass es mit den Sofortmaßnahmen allein nicht getan ist, darüber war man sich im Ausschuss im Klaren. Eine Containerlösung wird wohl am schnellsten Entlastung bringen, langfristig muss über einen Ausbau der Schule – in welcher Form auch immer – nachgedacht werden. Eventuell sind Synergieeffekte mit der Realschule möglich. Doch solange es seitens der zuständigen Behörde keine offizielle Bestätigung für den Bau der Realschule gibt, sind das nur Gedankenspiele.

Geld vom Schulzweckverband ist bereits verplant

Sicher ist dagegen, dass die mittel- und langfristige Lösung des Problems eine Stange Geld kosten wird. Die rund 3,5 Millionen Euro, die die Kommune vom Schulzweckverband zurückerhalten hat, weckten da gleich Begehrlichkeiten. Doch Schmidt und Konwitschny erhoben Einspruch. Schließlich sei das Geld eingeplant für weitere Schulinvestitionen wie die Erweiterung des Gymnasiums. Zumindest einen Teil davon könnte man aber doch für die Erich-Kästner-Schule einbehalten, lautete der einhellige Tenor.

Fest steht, dass die Kämmerin jetzt die eigentlich fertige Haushaltsplanung 2020 und auch die Finanzplanung für die kommenden Jahre wieder überarbeiten muss. „Das, was jetzt passiert ist“, meinte sie verzweifelt, „ist eigentlich viel zu spät.“

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