In einer leer stehenden Ladenfläche in der Nähe des Bahnhofs Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll ein Fitnessstudio eröffnet werden. Im Bauausschuss der Gemeinde ist man von den Plänen nicht sonderlich begeistert. Denn eigentlich wollte man dort wieder einen Lebensmittelmarkt ansiedeln.
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Hanteln stemmen statt Einkaufswagen schieben wird man wohl künftig im Wohn- und Geschäftshaus „Am Grenzweg“ können. In die ehemaligen Tengelmann-Räume zieht womöglich ein Fitnessstudio.

Diskussion um Öffnungszeiten

Bauchschmerzen im Bauausschuss: Fitnessstudio soll Supermarkt nachfolgen

  • Stefan Weinzierl
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In einer leer stehenden Ladenfläche in der Nähe des Bahnhofs Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll ein Fitnessstudio eröffnet werden. Im Bauausschuss der Gemeinde ist man von den Plänen nicht sonderlich begeistert. Denn eigentlich wollte man dort wieder einen Lebensmittelmarkt ansiedeln.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Seit mehr als eineinhalb Jahren stehen die Ladenfläche des einstigen Tengelmann-Marktes an der Straße „Am Grenzweg“, der für kurze Zeit auch ein Edeka war, leer. Jetzt gibt es wohl eine ernsthafte Interessentin für die Gewerbefläche. Allerdings will diese dort keinen neuen Lebensmittelmarkt eröffnen, sondern ein Fitnessstudio. Von dieser Idee zeigten sich jetzt im Bauausschuss nicht alle Gemeinderäte begeistert.

Die Interessentin hat mittlerweile die formlose Anfrage an die Gemeinde gestellt, welche Öffnungszeiten den für das Fitnessstudio möglich seien. Ihr Vorschlag: eine Öffnung montags bis freitags von 6 bis 23 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags zwischen 9 und 22 Uhr. Sie verwies darauf, dass Fitnessstudios in Brunnthal ähnliche Öffnungszeiten hätten.

Tanja Englbrecht vom Bauamt wiederum gab den Ausschussmitgliedern zu Bedenken, dass die Sportstudios in Brunnthal nicht mit der Gewerbefläche in Höhenkirchen-Siegertsbrunn verglichen werden könnten, weil in den oberen Stockwerken des Gebäudes zahlreiche Wohnungen seien. Als Alternative präsentierte die Gemeindeverwaltung deshalb die im Vergleich zum Vorschlag der Interessentin deutlich reduzierten Öffnungszeiten eines Ottobrunner Fitnessstudios in ähnlicher Lage.

Gudrun Hackl-Stoll und Luitgart Dittmann-Chylla (beide Grüne) stellten ein Fitnessstudio an dieser Stelle grundsätzlich in Frage. „Ich fände es schöner, wenn dort wieder ein Lebensmittelladen einziehen würde“, sagte Hackl-Stoll. Das wäre wichtig für die Anwohner des dahinter liegenden Wohnquartiers. Zudem gebe es im Ort sonst nur zwei weitere Supermärkte und einen Bio-Markt. Auch Dittmann-Chylla weiß aus Gesprächen mit Bürgern, wie wichtig für diese ein fußläufig erreichbarer Lebensmittelladen ist.

Viele Leute sind über den monatelangen Leerstand „tieftraurig“, bestätigte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD). Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Ladenfläche für Lebensittelmärkte und Discounter zu klein und die Miete, die der Vermieter verlange, zu hoch sei. Selbst bei Bio-Märkten und anderen kleinen Lebensmittelgeschäften habe man ohne Erfolg angefragt. Hackl-Stoll bat die Gemeindeverwaltung trotzdem darum, noch einmal aktiv und offensiv nach einer Lösung zu suchen.

Zumal ein Fitnessstudio nicht unbedingt in der Ortsmitte eröffnen müsse, wie Anita Reiprich (SPD) einwarf: „Das kann auch an den Ortsrand.“ Mathias Mooz (CSU) widersprach. „Wenn hier jemand ein Fitnesstudio errichten will, ist das so schlecht nicht“, sagte er. Schließlich sei eine derartige Einrichtung in der Regel ein sozialer Treffpunkt. „Das bringt die Leute zusammen“, meinte auch Janine Schneider (Grüne). Zwar hielt auch sie es für wichtig, weiter aktiv nach einem Lebensmittelladen zu suchen, doch ein Fitnessstudio sei keine schlechte Alternative. Zumal es bisher keine derartige Einrichtung im Ort gebe, wie sie betonte.

Auch Peter Guggenberger (CSU) erinnerte daran, dass statt des Fitnessstudios an der Stelle Geschäfte eröffnen könnten, die man in der Gemeinde überhaupt nicht haben will. Den in den Raum geworfenen Vorschlag, die Interessentin abzuschrecken, in dem man die Öffnungszeiten unattraktiv macht, lehnte er vehemnt ab. Am Ende sprachen sich alle Ausschussmitglieder dafür aus, der Interessentin die von ihr gewünschten Öffnungszeiten in Aussicht zu stellen.

Bauchschmerzen bereit großen Teilen des Gemeinderats übrigens auch der Wunsch des Schulzweckverbandes, den Standort für die neue Realschule noch einmal zu überdenken.

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