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Fred Klose und Inge Scherf wollten ein Wirtshaus für Vereine schaffen.

Wirtshaus bleibt vorerst geschlossen

„Alter Wirt“: Schon wieder gibt ein Pächterpaar auf

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Höhenkirchen -  Der „Alte Wirt“ in Höhenkirchen hat zugemacht. Mal wieder. Für das Scheitern des Pächterpaars gibt es verschiedene Gründe.

Von Juni 2015 bis vergangenen Freitag waren Fred Klose und Inge Scherf Pächter der Wirtschaft mit Biergarten und Saal. Nachdem Joachim Gratzfeld und Margit Steinmetz, die gut sieben Jahre, von 2006 bis 2013, die Traditionsgaststätte an der Rosenheimer Straße geleitet haben, den „Alten Wirt“ aufgaben, folgten zwei Pächter: Zunächst Stefan und Petzi Grabsch, die etwas mehr als ein Jahr in Höhenkirchen waren, dann übernahmen Fred Klose und Inge Scherf. Bei der Eröffnungsfeier im Sommer vergangenen Jahres hatte der gebürtige Niedersachse Klose betont, wie wichtig es ihm sei, Stammtische und Vereine in die Wirtschaft zurückzuholen. Jetzt hat das Paar, das zuvor jahrelang das Wendelsteinhaus betrieben hatte, aufgegeben und plant, zurück nach Norddeutschland zu ziehen und zunächst einmal eine „Auszeit“ zu nehmen, sagt Inge Scherf auf Nachfrage des Münchner Merkur.

Der Betrieb habe sich nicht rentiert

Die Arbeit im Gasthof habe sich nicht rentiert, betont Scherf. „Wir haben uns das anders vorgestellt.“ Sie führt verschiedene Gründe an, so sei es beispielsweise nicht einfach qualifiziertes Personal wie einen guten Koch zu finden, außerdem seien die Vorschriften vom Gesetzgeber „nicht gerade gastronomiefreundlich“. Zudem gebe es zahlreiche Veranstaltungen, die von Vereinen in Vereinsheimen selbst ausgerichtet würden: „Die können ihr Bier natürlich viel billiger anbieten.“ 

Ein Argument, das auch Anton Stürzer, dessen Familie der "Alte Wirt“ gehört, ins Feld führt. Es zu gebe viele Angebote auf diesen „Nebenschauplätzen“. „Das ist das große Problem.“ Aber es spielten noch „sehr viele andere Faktoren“ eine Rolle für die mangelnde Beständigkeit im „Alten Wirt“, glaubt Stürzer. Eine eindeutige Erklärung kann er auch nicht liefern. „Wir rätseln ja selbst.“ Der Höhenkirchner Landwirt verweist auf das „allgemeine Wirtschaften-Sterben“. Außerdem sei ein Job in der Gastronomie für viele nicht mehr attraktiv. Und vielleicht hätten die Wirtsleute einfach nicht dem entsprochen, was sich die Gäste erwartet hätten. „Da spielt das Zwischenmenschliche eine große Rolle.“ Darüber hinaus sei die Nachfrage nach bayerischer Küche sehr gering. Doch eben diese soll im „Alten Wirt“ weiterhin angeboten werden, man wolle die bayerische Tradition fortführen.

Das Wirtshaus, das seit Jahrzehnten eine Geschäftsverbindung mit der Brauerei Aying hat, bleibt vorerst zu. „Der Wille ist da, dass wir das wieder in Gang kriegen“, betont Anton Stürzer. Die Höhenkirchner und Siegertsbrunner „sollen ruhig merken, dass das Gasthaus geschlossen ist“. Schließlich habe der „Alte Wirt“ für Feiern und Veranstaltungen einen großen Saal zu bieten. Ein Gerücht im Ort entkräftet Stürzer: „Abgerissen wird der ,Alte Wirt’ nicht."

Bernadette Heimann

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