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Lebensretterin: Dank eines Erste-Hilfe-Kurses wusste Maxima, was in einer Notfall-Situation zu tun ist. 

Lebensretterin

Zwölfjährige Maxima rettet Rentner  das Leben

  • Sarah Brenner
    vonSarah Brenner
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Sie hat hingeschaut, gehandelt und geholfen – in einer Situation, in der viele vor Schreck erstarrt wären.

Höhenkirchen/Siegertsbrunn–  Maxima Barth (12) war am vergangenen Freitag auf dem Heimweg, als sie einen 80-jährigen Rentner beim Busbahnhof in Höhenkirchen stolpern und bewusstlos in sich zusammensacken sah. Ohne zu zögern, brachte die Zwölfjährige den Mann in die stabile Seitenlage – so, wie sie es in der Schule gelernt hat. „Das Einzige, was mir in dem Moment durch den Kopf geschossen ist, war: Ich möchte dem Mann helfen. Ich muss ihm helfen.“

Vor etwa eineinhalb Jahren hat sich die Siebtklässlerin in der Erste-Hilfe-AG angemeldet. Nicht, weil sie es musste, sondern weil sie lernen wollte, wie man Leben rettet. Die Egmatingerin wollte wissen, wie man Wunden verarztet, wie man Schnitte verbindet und wie man Menschen, die um ihr Leben bangen, beisteht. „Wir haben die verschiedensten Szenarien durchgespielt“, erinnert sie sich, „im Klassenzimmer, auf dem Schulhof, dutzende Male.“ Doch wenn der Ernstfall tatsächlich eintritt, wenn auf dem Boden plötzlich keine Puppe mehr liegt, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut, erstarren die meisten vor Schreck. Nicht so Maxima Barth.

„Ich glaube, mir war in dem Moment überhaupt nicht bewusst, wie ernst die Lage ist“, erzählt sie. „Ich habe einfach nur gesehen, dass da jemand liegt, der meine Hilfe braucht.“ Während ein Passant die Nummer „112“ in sein Handy tippte, stand die Schülerin dem Rentner bei. Solange, bis die Sanitäter kamen. Aber: „In dem ersten Rettungswagen saß nur ein einziger Mann.“ Bis der Notarzt den Defibrillator aufgebaut hatte, war es die Schülerin, die den Rentner am Leben hielt. Maxima Barth legte ihre Hände auf den Brustkorb des Mannes und drückte sein Brustbein in gleichmäßigen Abständen nach unten, um sein Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Drei Minuten lang. Danach übernahm der Rettungsdienst, der in der Zwischenzeit am S-Bahnhof eingetroffen war.

Während die Sanitäter den Rentner zum Transport auf eine Trage legten, kümmerte sich die Zwölfjährige um die Ehefrau des Mannes. „Ich habe versucht, ihr Mut zu machen“, erzählt sie, „ich habe gesagt, dass alles wieder gut wird.“ Und tatsächlich: Der Rentner hat den Vorfall überlebt. Wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr München am Dienstag mitgeteilt hat, ist der 80-Jährige auf dem Weg der Besserung. Und Maxima? Die gibt sich bescheiden. „Das war doch selbstverständlich“, sagt sie, „für meinen Opa hätte ich das schließlich auch gemacht.“

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