Windräder überragen einen Wald
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Eine neu gegründete Bürgerinitiative will verhindern, dass im Hofoldinger und im Höhenkirchner Forst Windkraftanlagen gebaut werden. (Symbolfoto)

Neu gegründete Initiative will Projekte im Höhenkirchner und Hofoldinger Forst verhindern

Windkraftgegner bündeln Kräfte

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Die Gegner von Windkraftanlagen im Höhenkirchner und Hofoldinger Forst haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen. In einer ersten Aktion haben sie in einigen Gemeinden Flyer verteilt.

Landkreis - Noch ist keine Entscheidung darüber gefallen, ob im Hofoldinger und im Höhenkirchner Forst Windkraftanlagen gebaut werden. Die beteiligten Kommunen und Landkreise, die jeweils Arbeitsgemeinschaften gegründet haben, um die Windkraftprojekte zu prüfen, warten auf die abschließenden Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Standortuntersuchungen sowie der Windertragsgutachen.

Doch inzwischen hat sich der Widerstand gegen die Windkraft-Pläne formiert. Gegner beider Vorhaben haben eine gemeinsame Bürgerinitiative gegründet. Die Vertreter der „Initiative Pro Natur- und Landschaftsschutz im Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ warnen vor der Zerstörung des Walds, einem damit verbundenen Artensterben, der Kontaminierung des Trinkwassers und des Wertverlustes von Immobilien.

Gegner: Anlagen machen in Schwachwindgbieten keinen Sinn

Aus Sicht der Initiative macht der Bau von Windrädern in Schwachwindgebieten wie dem Hofoldinger und Höhenkirchner Forst, in dem kaum Wind weht, keinen Sinn. „Wir zerstören auf der einen Seite Waldflächen, ein intaktes Ökosystem, auf der anderen Seite trägt das Projekt kaum zur grünen Energiewende bei“, sagt der Ottobrunner Unternehmer Thomas Schürmann, der die Initiative mit ins Leben gerufen hat.

Deshalb sei es außerordentlich verwunderlich, dass nur einseitig die Windkraft betrachtet werde und bisher keinerlei Bewertung von Alternativen wie Solarenergie, Geothermie und Blockheizkraftwerken erfolgt ist. Dies ist jedoch aus Sicht der Initiative dringend notwendig, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, was in den fraglichen Gebieten einen sinnvollen, effektiven Beitrag zur Energiewende leisten kann.

Initiative kritisiert, dass Bürger nicht genug eingebunden sind

Ein weiterer Kritikpunkt von Schürmann und seinen Mitstreitern: „Bisher wurden die Bürger der betroffenen Gemeinden nicht ausreichend informiert und eingebunden. Es gab nur OnlineVeranstaltungen, die bei weitem nicht alle Bürger erreicht haben“, sagt er. Das sei natürlich Corona geschuldet. Ungeachtet dessen fordert die Bürgerinitiative, dass keine Entscheidungen über den Bau von Windkraftanlagen getroffen werden, bevor nicht Präsenzveranstaltungen eine intensive Bürgerbeteiligung ermöglichen.

Die Gegner möglicher Windkraftanlagen im Höhenkirchner und im Hofoldinger Forst haben sich Ende vergangenen Jahres zusammengeschlossen, um gemeinsam dafür zu sorgen, „dass das zusammenhängende Landschaftsschutzgebiet in seiner bisherigen Form erhalten bleibt. Vor Weihnachten machten sie nun erstmals mit einer gemeinsamen Flyerverteilaktion rund um die geplanten Standorte auf sich aufmerksam. Mit der Resonanz sind sie durchaus zufrieden. „Wir erhalten zwar auch kritische und sogar wütende Reaktionen, aber wir sind überwältigt von den vielen positiven Rückmeldungen“, sagt Schürmann. Das habe man zwar erhofft, jedoch so nicht erwartet. „Offenbar gibt es doch viele, die nur darauf gewartet haben, dass endlich mal jemand etwas unternimmt und ihnen eine Stimme gibt.“

In Otterfing wird Flyer mit Gemeindeblatt verteilt

Für etwas Aufregung sorgte die Verteilung der Flyer in Otterfing (Kreis Miesbach). Dort wurden die Prospekte der Windkraftgegner nämlich ins offizielle Gemeindeblatt eingelegt und dann verteilt. Ein Umstand, den Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) bedauert, auch wenn er natürlich keine Probleme hat, dass die Windkraftgegner die Bürger informieren. „Dass die Verteilung mit dem Gemeindeblatt stattfindet, ist auch kein Thema, nur dass der Flyer im Gemeindeblatt lag, ist unglücklich“, sagt er. Trotz Nachforschungen beim verantwortlichen Verlag konnte die Gemeinde jedenfalls nicht klären, ob die Flyer versehentlich oder mit Absicht ins Gemeindeblatt einsortiert worden sind.

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