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In Eigenregie der Gemeinde wird das Seniorenzentrum „Wohnen am Schlossanger“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn geführt. Bald könnte es dort eine Tagespflege geben, fünf Tage die Woche jeweils bis zum späten Nachmittag.

„WaS Gmbh“-geschäftsführerinnen legen Konzept vor 

Idee einer Tagespflege für Demenz-Kranke

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In Höhenkirchen-Siegertsbrunn könnte in absehbarer Zeit eine Tagespflege entstehen. Der Hauptverwaltungsausschuss spricht sich grundsätzlich für ein derartiges Angebot aus, zuerst soll die Gemeindeverwaltung aber den Bedarf ermitteln und offene Fragen klären.

Von Stefan Weinzierl

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Seit zehn Jahren führt die Gemeinde in Eigenregie das Seniorenzentrum „Wohnen am Schlossanger“ (WaS) an der Bahnhofstraße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Jetzt haben die Geschäftsführerinnen der „WaS GmbH“, Irmgard Kaleve und Elisabeth Oelschläger, den Mitgliedern des Hauptverwaltungsausschusses ihre Ideen von einer Tagespflegeeinrichtung als Ergänzung zur bestehenden stationären Pflege präsentiert.

Wie Oelschläger sagte, würden in der Tagespflege in erster Linie demente Menschen betreut, die noch zuhause von ihren Angehörigen versorgt werden. „Diese Angehörigen sind zum Teil sehr belastet“, weiß Oelschläger aus Gesprächen mit Betroffenen. Sie könnten durch die Tagespflege entlastet werden.

In der Tagespflege würden die Pflegebedürftigen – gerechnet wird mit 15 bis 18 Gästen – von 8 oder 9 Uhr bis zum späten Nachmittag betreut und versorgt. Im Idealfall, sagte Oelschläger, könne man die Tagespflege fünf Tage die Woche anbieten, starten will sie mit drei Tagen. „Das soll nicht die häusliche Pflege ersetzen.“ Die Gäste kämen gewaschen und angezogen. Sie erhofft sich ferner Synergieeffekte mit der stationären Einrichtung, zum Beispiel bei der Essensversorgung oder den Veranstaltungen für die Senioren.

Oelschläger wies auch auf Risiken hin: „In der Anfangsphase wird die Einrichtung nicht ausgelastet sein.“ Man werde aber die Mitarbeiter vorhalten und bezahlen müssen. Das könnte die Bilanz der „WaS GmbH“ belasten.

Sie und Kaleve schlugen vor, zwei 60 Quadratmeter große Räume im Keller des Heimes mit jeweils großem Fenster zum Kellerschacht für die Tagespflege zu nutzen. Sie werden bisher von der Schachabteilung der SpVgg Höhenkirchen genutzt beziehungsweise dienen als Lagerraum und Garderobe. Natürlich seien Umbauarbeiten notwendig. Zudem wünscht man sich eine Abböschung statt der Kellerschächte, damit die Tagespflege heller und freundlicher erscheint.

Gemeinderat Leonhard Karl (CSU) schlug andere Räume im Gebäude vor, die bisher die Volkshochschule nutzt. Dort müsste man nicht groß umbauen. Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) gefiel der Vorschlag. „Wir haben vertragliche Verpflichtungen mit der Volkshochschule. Darüber müssten wir halt verhandeln“, sagte sie.

Zwar konnten sich auch die anderen Ausschussmitglieder, mit der Idee einer Tagespflege anfreunden, vielen fehlen für einen endgültigen Beschluss aber wichtige Informationen. So mahnte unter anderem Mindy Konwitschny (SPD) an, nicht nur den Bedarf zu ermitteln, sondern auch die Akzeptanz der Bürgern für eine Einrichtung, die im Keller beziehungsweise Souterrain gelegen ist.

Walter Kratschmann (AFW) wollte wissen, ob überhaupt genügend Personal für das Angebot vorhanden sei. „Die Personalsituation ist schwierig“, gab Kaleve zu, will sich davon aber nicht einschüchtern lassen. Ulrich Bug (UB) zweifelte daran, dass die Plätze durchgehend allein mit Bürgern aus der Gemeinde besetzt werden können. Er wirbt deshalb dafür, erst einmal klein anzufangen.

Einig sind sich die Gemeinderäte im Ausschuss, dass die Rathausverwaltung und die „WaS“-Geschäftsführung eine Bedarfs- und Kostenanalyse durchführen sowie die weiteren offenen Fragen klären sollen, bevor sie sich erneut mit dem Thema befassen. Eventuell könne die Gemeinde für die weitere Vorgehensweise ja auch einen externen Berater hinzuziehen, schlug Bug vor.

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