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Ihre Navigationsgeräte führten Paket-Zusteller und Pizza-Boten zur Aussegnungshalle des Leonhardi-Friedhofs.

Neubau bekommt Adresse von Aussegnungshalle

Identische Hausnummern: Pizza-Bote landet am Friedhof

Siegertsbrunn – Die von der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn vergebene Hausnummer für einen Neubau an der Sigohostraße hat für Verwirrung bei Lieferanten gesorgt.

In der Straße sind im vergangenen Jahr mehrere Doppelhaushälften gebaut und bezogen worden. Ein Gebäude erhielt die Hausnummer 45. Die war allerdings bereits vergeben – ausgerechnet auf der Aussegnungshalle am Leonhardi-Friedhof prangten die gleichen Ziffern. Prompt kam es zu Verwechslungen: Egal, ob Pizza-Bote, Paket-Zusteller oder Möbel-Lieferant – alle wurden von den Navigationsgeräten nicht zum Neubau, sondern zur Aussegnungshalle geführt.

Gemeinderätin Katharina Schuster (CSU) fragte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates nach, ob das Problem mittlerweile gelöst sei, sprich: die Aussegnungshalle eine neue Hausnummer erhalten habe und die entsprechenden Daten an alle wichtigen Ämter übermittelt worden seien. Rathausmitarbeiter Markus Burkard konnte dies bestätigen, warnte aber im selben Atemzug davor, zu denken, dass nun alles glatt läuft. Denn es brauche sicher noch einige Zeit, bis auch die Hersteller der Navigationsgeräte die Änderungen übernommen hätten.

Wie Burkard auf Merkur-Nachfrage erläutert, sei in einer Satzung der Gemeinde genau geregelt, wie man Hausnummern zu vergeben hat. Es sei üblich, auf der einen Straßenseite gerade Nummern zu verwenden, auf der anderen ungerade und dann von Ziffer eins ab durchzuzählen. „Denn es muss gewährleistet sein, dass sich jeder Mensch bei der Suche nach einer Hausnummer orientieren kann.“

Aus diesem Grund habe man bei der Nummerierung der neuen Häuser auch eine Hausnummer vergeben, die es bereits gab. Die Aussegnungshalle habe dafür eine neue Hausnummer, die 77, erhalten. Per Bescheid bekamen sowohl die Hauseigentümer als auch die Gemeinde als Eigentümer der Aussegnungshalle die neue Adresse mitgeteilt.

Laut Burkard war damit die Arbeit für die Rathausverwaltung aber noch nicht erledigt. „Insgesamt müssen 16 Stellen beziehungsweise Behörden über eine solche Adressen-Vergabe informiert werden“, sagt der stellvertretende Bauamtsleiter und nennt als Beispiele Telekom, Vermessungsamt und Grundbuchamt.

Seines Wissens holen sich die Navi-Hersteller die notwendigen Informationen für ihre Geräte vom Vermessungsamt – in welchen Abständen sie aber ihre Daten über die Behörde aktualisieren, weiß Burkard nicht: „Ich denke, das kann schon etwas dauern.“

Stefan Weinzierl

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