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Sonderzahlungen sollen nach dem Willen einiger Eltern endlich wieder mehr Betreuungspersonal nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn locken. 

In Höhenkirchen-Siegertsbrunn fehlen etliche Plätze

Kinderbetreuung: Eltern begehren auf

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Den Eltern reicht‘s: Sie sind genervt von fehlenden Plätzen für die Kinderbetreuung. Mit Unterschriften und einem Brief machen sie Druck auf die Gemeinde.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Eltern aus der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn wollen die Betreuungsmisere im Ort nicht länger hinnehmen und haben jetzt einen offenen Brief an die Rathausverwaltung verfasst. Darin machen sie mehrere Vorschläge, wie man ihrer Ansicht nach das Fachpersonal in den Krippen, Kindergärten und Schulbetreuungseinrichtungen länger halten und neue Erzieherinnen gewinnen kann. Mit einer Unterschriftenaktion, die noch bis Ende Juni läuft, wollen sie ihrem Appell an die Gemeinde, endlich etwas gegen den Betreuungsnotstand zu tun, zudem Nachdruck verleihen.

„Die Situation im Ort wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, sagt Doreen Brüsehaber. Die zweifache Mutter ist berufstätig, hat aber im Mai erfahren, dass ihre Tochter, die im August drei Jahre alt wird, keinen Kindergartenplatz bekommt. So wie Brüsehaber ist es vielen Eltern ergangen. Wie berichtet, hat Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) Mitte Mai im Bauausschuss bekannt gegeben, dass allein im Kindergartenbereich nach derzeitigem Stand 64 Kinde nicht untergebracht werden können. Als Hauptargument führte die Rathauschefin den Fachkräftemangel an und appellierte an die Eltern, sich bei der Betreuung der Kinder gegenseitig zu helfen.

Laut Brüsehaber sind die betroffenen Eltern sehr aktiv, um ihre Kinder kurz- und mittelfristig irgendwie unterzubringen, „denn viele von ihnen bangen um ihren Job“. Sie selbst hat mittlerweile für ihre Tochter einen Betreuungsplatz in einer anderen Gemeinde erhalten. Andere Eltern hätten aber nicht so viel Glück, sagt sie.

Brüsehaber und ihre Mitstreiter, die den Brandbrief verfasst haben, sehen aber nach wie vor die Gemeinde in der Pflicht, etwas gegen die dramatische Lage zu unternehmen. „Wir sind enttäuscht, dass eine wachsende Gemeinde nicht ausreichend vorbereitet ist“, heißt es unter anderem in dem Schreiben, das auch im Gemeindeblatt veröffentlicht werden soll. Nach Ansicht der Eltern muss die Gemeinde die Arbeitsbedingungen im Ort deutlich optimieren, denn laut Brüsehaber würde Fachpersonal immer wieder die örtlichen Einrichtungen verlassen. „Warum bleibt es nicht, wenn es doch mal da war?“, fragen sich die Eltern.

Sie schlagen deshalb unter anderem vor, nicht nur die örtlichen Betreuungseinrichtungen durch Instandsetzungen und Sanierungen auf Vordermann zu bringen, sondern dem pädagogischen Personal auch endlich günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen und eine attraktive Vergütung anzubieten. „Nachbargemeinden setzen Prämien ein“, geben die Eltern zu Bedenken. Derartige Sonderzahlungen, um Erzieherinnen abzuwerben, lehnt Mayer allerdings bisher rigoros ab. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einer „Kannibalisierung“ unter den Trägern. Die Eltern wiederum, wollen, dass sich etwas bewegt. Brüsehaber: „Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass es so nicht geht.“

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