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Gemeinderat lehnt Discounter am Ortsrand ab

Kein Aldi für Höhenkirchen

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Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Einen  Discounter will der Gemeinderat nicht am Ortsrand. Er fürchtet um den Einzelhandel. Dafür taucht ein neuer Plan auf - für einen Bio-Laden.

Einen Aldi-Markt wird es in Höhenkirchen nicht geben. Das Vorhaben der Küblböck Projektentwicklungs GmbH lehnte die Mehrheit des Bauausschusses ab. Lediglich Manfred Eberhard (Unabhängige Bürger) votierte für den Bau. 

Bereits im Juli hatte die Firma das Projekt vorgestellt. In einem Schreiben, das Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) vorlas, präzisierte der Planer das Konzept: Mit dem Discounter soll die Nahversorgung in der Gemeinde verbessert werden. Notwendig sei am vorgesehenen Standort, am Ortsrand von Höhenkirchen an der Münchner Straße, ein Kreisel, der vom Bauherrn errichtet würde. Gespräche mit einem Grundstücksbesitzer seien bereits erfolgreich gestartet worden. Der Kreisverkehr könne zeitnah umgesetzt werden. 

Alter Tengelmann keine Option

Am Ortsrand solle der Markt errichtet werden, weil eine Nutzung des früheren Tengelmann-Supermarktes in der Ortsmitte nicht in Frage komme. Dort habe Aldi keine Zukunft. 

Mayer überzeugte der Plan nicht: „Die entsprechenden Grundstücke sind als landwirtschaftliche Fläche eingetragen. Der Flächennutzungsplan müsste erst geändert werden“, erläuterte Mayer. Die entscheidende Frage sei also, ob grundsätzlich am Ortsrand ein weiteres Gewerbegebiet entstehen soll. „Wir haben bereits ein Gewerbegebiet im Norden an der Hohenbrunner Straße. Die Politik der Gemeinde war bisher immer, keine Geschäfte auf der grünen Wiese zu genehmigen“, betonte die Bürgermeisterin. 

Mehr Verkehr, Tod für den Einzelhandel

Außerdem bedeute ein neuer Aldi für viele Einzelhandelsgeschäfte im Ort den Tod, fürchtet sie. „Ich stimme nicht für das Vorhaben.“ Dritten Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) verwies darauf, dass diese Geschäfte in der Ortsmitte fußläufig gut zu erreichen seien, auch für ältere Menschen. Außerdem würde ein Aldi am Ortsrand „wahnsinnig viel Verkehr“ auch aus den umliegenden Orten anziehen. 

Eberhard will Bürger fragen

Manfred Eberhard (Unabhängige Bürger) kritisierte, dass das Projekt in der Öffentlichkeit bisher zu wenig bekannt und nicht diskutiert worden sei. „Die Leute wollen einen Aldi und müssen jetzt nach Ottobrunn.“ Das sei wenig ökologisch. Erst einmal sollten die Bürger informiert werden. „Das kann am besten in der Bürgerversammlung geschehen.“ Er schlug darum vor, eine Entscheidung zu vertagen. 

Mayer erinnerte die Räte daran, dass sie gewählt worden seien, um Entscheidungen zu treffen. Und Peter Guggenberger (CSU) fand es „komisch, dass in dieser Frage die Bürger befragt werden sollen, während das beispielsweise beim Gymnasium nicht gefordert wurde“. 

Händler spricht von Bio-Laden im alten Tengelmann

Einer der zahlreichen Zuhörer in der Sitzung war über diese Entscheidung nicht enttäuscht. Er plant, wie er dem Münchner Merkur berichtete, in den Tengelmann-Räumen einen Bio-Laden zu eröffnen. Die Chancen dafür seien nach Angaben eigenen Angaben sehr gut. Mit dem Besitzer der Immobilie, der Schörghuber-Gruppe, will er nun verhandeln.

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