Kiesabbau-Gegner zeigen Präsenz: Obwohl die Gemeinde die Bürgerversammlung als Präsenzveranstaltung abgesagt hatte, kamen einige Bürger zur Mehrzweckhalle, um mit Transparenten gegen das umstrittene Projekt zu demonstrieren.
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Kiesabbau-Gegner zeigen Präsenz: Obwohl die Gemeinde die Bürgerversammlung als Präsenzveranstaltung abgesagt hatte, kamen einige Bürger zur Mehrzweckhalle, um mit Transparenten gegen das umstrittene Projekt zu demonstrieren.

Rathauschefin beantwortet während Online-Bürgerversammlung viele Fragen zu umstrittenen Projekt

Kiesgrube bleibt beherrschendes Thema

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Der geplanten Kiesabbau am Muna-Gelände bleibt das Thema, das viele Bewohner in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bewegt. Zumindest gingen im Vorfeld der Bürgerversammlung, die die Gemeinde aufgrund des Anstiegs der Covid-19-Infektionszahlen als „Online-Bürgerinformationsveranstaltung“ abhielt, viele Fragen im Rathaus ein.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Einige Bürger hatten sich trotz Absage der Präsenzveranstaltung vor der Mehrzweckhalle an der Bahnhofstraße zusammengefunden, um mit Plakaten und Transparenten ihrer Ablehnung gegenüber den Kiesgruben-Plänen Ausdruck zu verleihen. In der Halle gelang es Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) mithilfe ihrer Rathausmitarbeiter und eines Kamerateams die Online-Übertragung ohne technische Probleme durchzuführen. Schlapp machte nach gut zwei Stunden Vortrag, in dessen Rahmen die Rathauschefin in erster Linie über die Ortsentwicklung berichtet hatte, lediglich ihre Stimme. Zum Schluss verabschiedete sich Konwitschny ziemlich heiser von den Zuschauern.

Die halbe Stunde zuvor hatte sie – noch ganz ohne körperliche Einschränkungen – zügig die schriftlich gestellten Fragen der Bürger beantwortet. Und dabei – ebenso wie der zwischenzeitlich zugeschaltete Landrat Christoph Göbel (CSU) mit aller Deutlichkeit erklärt, dass in Sachen Kiesgewinnung am Muna-Gelände nichts entschieden sei – auch wenn sich der Unternehmer, was seinen Antrag auf Kiesgewinnung angehe, siegessicher zeige. „Bis jetzt ist eine Genehmigung noch nicht erteilt“, stellte Göbel klar. Da die Gemeinde ihr Einvernehmen nicht erteilt habe, könne das Landratsamt, selbst wenn es nach ausführlicher Prüfung, zum Schluss komme, dass das Projekt genehmigungsfähig sei, nicht einfach grünes Licht geben, erläuterte der Landrat. Zuerst müsse das Thema noch einmal im Gemeinderat behandelt werden.

Ein Ehepaar, an dessen Garten unmittelbar die Zuwegung zur geplanten Kiesgrube verlaufen soll, wollte wissen, warum kein anderer Weg für die Kieslaster infrage komme. Man habe es geschafft, die Zuwegung im Vergleich zur Ursprungsplanung etwas weiter nach Süden zu verlegen, betonte Konwitschny, gab aber zu: „Sie liegt sehr nah an Ihrem Grundstück.“

Sollte es zur Genehmigung der Kiesgrube und zu einem städtebaulichen Vertrag mit dem Betreiber kommen, versprach sie, das Möglichste dafür zu tun, dass zumindest der Buschstreifen, der das Grundstück der Familie vom geplanten Weg zur Kiesgrube trennt, erhalten bleibt. Die Verlegung der Trasse weiter nach Süden auf einen bereits vorhandenen Feldweg, damit die Lkw von dort auf die Hohenbrunner Straße gelangen, sei vom Landratsamt nicht erwünscht. Die Behörde befürchte, dass dann an der Kreisstraße eine gefährliche Einmündung entsteht. Wie Konwitschny weiter ausführte, plant der Betreiber nach derzeitigem Stand einen Teerweg für seine Laster. Daneben soll ein Fußweg entstehen.

Andere Bürger wollten wissen, inwieweit die im städtebaulichen Vertrag ausgehandelten Vereinbarungen auch offen gelegt werden. Natürlich würde das Vertragsergebnis den Bürgern vorgestellt, betonte Konwitschny. „Das hat der Kies-Abbauer auch zugesagt.“ Ein Zugeständnis des Unternehmers, die Vertragsbedingungen schon vor der endgültigen Entscheidung veröffentlichen zu können, habe sie allerdings nicht.

Wie stellt die Gemeinde sicher, dass sich der Unternehmer an die Vereinbarungen hält, wollten Bürger ferner wissen. Es wird Fremdüberwachung geben, sagte Konwitschny, „dafür ist das Landratsamt zuständig“. Der Unternehmer habe zudem Nachweispflicht und müsste Unterlagen vorlegen.

Einen Antrag, die Wasservorrangflächen bis zum Gewerbegebiet an der Hohenbrunner Straße zu vergrößern, um damit die Kiesgrube zu verhindern, hat die Gemeinde laut Konwitschny nicht gestellt. Denn östlich der Hohenbrunner Straße sei irgendwann ein Gewerbegebiet vorgesehen. „Da würden wir uns für die Zukunft einiges verbauen“, warnte die Rathauschefin. STEFAN WEINZIERL

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