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Zur Stichwahl treten an: Mindy Konwitschny (SPD) und Roland Spingler (CSU)

Kommunalwahl Bayern

Stichwahl Höhenkirchen: Endspurt unter ungleichen Voraussetzungen

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Bleibt das Rathaus in der Hand der CSU, wird aber künftig von einem Mann angeführt? Oder steht weiterhin eine Frau an der Spitze, dafür aber mit einem roten Parteibuch in den Händen? Diese Fragen werden am Sonntag bei der Stichwahl in Höhenkirchen-Siegertsbrunn beantwortet.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn –  Zur Wahl stehen der CSU-Ortsvorsitzende Roland Spingler und die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Mindy Konwitschny.

So wie es derzeit aussieht, hat Konwitschny alle Asse im Ärmel. Nicht nur, dass die derzeitige Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde den ersten Wahlgang mit deutlichem Vorsprung für sich entschieden hat – sie bekam 37,2 Prozent der Stimmen – sie darf bei der Stichwahl auch auf eine breite Unterstützung durch die Anhänger der Grünen hoffen.

UB und Grüne unterstützen Konwitschny

Wie die Grüne Ortssprecherin Gudrun Hackl-Stoll auf Nachfrage bestätigt, hat sich ihr Ortsverband dazu entschlossen eine Wahlempfehlung für Konwitschny auszusprechen. „Grundlage war eine Online-Befragung unserer Mitglieder“, erzählt Hackl-Stoll. Die eigentlich vorgesehene Ortsverbandsversammlung habe aufgrund der Coronavirus-Krise abgesagt werden müssen.

Doch nicht nur die Grünen unterstützen Konwitschny. Auch die Unabhängigen Bürger (UB) haben sich in einer per Telefonkonferenz abgehaltenen Mitgliederversammlung auf eine Wahlempfehlung für die Zweite Bürgermeisterin verständigt. „Wir sehen mit ihr als Kandidatin für das Bürgermeisteramt die größten inhaltlichen Schnittmengen“, sagt UB-Ortsvorsitzende Sabine Theiner. Man traue Konwitschny eher als Spingler zu Schwerpunkte umzusetzen, die der Wählergemeinschaft wichtig sind. „Wir wollen eine Änderung des Politikstils, überfraktionelles Arbeiten und mehr Bürgerbeteiligung“, zählt Theiner auf.

Die zweite Wählergemeinschaft im Gemeinderat, die AFW, gibt keine Wahlempfehlung. „Das haben wir auch beim ersten Wahlgang nicht gemacht“, sagt Gemeinderat Max Lachner. „Unsere Mitglieder sind mündig und in der Lage, selbst zu entschieden.“

+++Überblick über die Bürgermeisterwahlen im Landkreis München+++

Spingler: Fraktionsübergreifende Arbeit ist auch mit mir möglich

Trotz des vielen Gegenwindes verfällt CSU-Kandidat Spingler, der im ersten Wahlgang 27,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, nicht in Pessimismus. „So eine Stichwahl hat ihre eigenen Gesetze“, meint er. „Lassen wir uns überraschen.“ Er habe schon damit gerechnet, dass sich neben den Grünen auch die Unabhängigen Bürger auf die Seite Konwitschnys schlagen, sagt er. „Ganz verstehen kann ich es aber nicht.“ Denn es gebe durchaus auch inhaltliche Schnittmengen zwischen CSU und UB. „Und fraktionsübergreifende Arbeit ist natürlich auch mit mir möglich.“

Seine Mitbewerberin wiederum will sich trotz der breiten Unterstützung nicht zurücklehnen. „Das Netzwerken ist nach wie vor sehr wichtig“, betont Konwitschny. Jetzt gelte es vor allem darum, den Bürgern zu erläutern, was SPD, Grüne und UB gemeinsam für den Ort erreichen wollen. „Dafür nutze ich nicht nur online, ich bin auch telefonisch für jeden Bürger, der es will, zu erreichen.“

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