Mit Maske und Fell: Georg Loidl (r.) und Kumpan.
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Mit Maske und Fell: Georg Loidl (r.) und Kumpan.
Viel freundlicher: Im Urlaub am Gardasee.
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Viel freundlicher: Im Urlaub am Gardasee.

Nach Beschwerden von Elternpaar

Krampus Loidl genießt die Unterstützung

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Höhenkirchen - „Werden halt Preißn g’wesen sein!“ So tröstet ein Merkur-Leser Georg Loidl (44) aus Höhenkirchen. Der soll sich bei Eltern entschuldigen, deren Tochter er als Krampus einen Klaps mit der Rute versetzt hat. Er denkt gar nicht daran.

Georg Loidl saß am Dienstag im T-Shirt in der Sonne in einem Café am Gardasee, vor sich ein Bier; „Birra Moretti“, um genau zu sein. Fast noch mehr als das Bier hat er die Kommentare der Leser auf Merkur.de und auf Facebook genossen. Denn die überwiegende Mehrheit der mehr als 150 Leser, die sich zu Wort gemeldet haben, gibt Krampus Loidl Recht. „Ich habe nicht erwartet, dass es darauf so eine Resonanz gibt. Und noch dazu so positiv“, sagt er.

Das hat Georg Loidl in seiner Haltung bestärkt. Er will sich, wie der Münchner Merkurim Bayernteil berichtete,nicht dafür entschuldigen, dass er bei einer Nikolausfeier als Krampus einem Mädchen einen Klaps mit der Rute versetzt hat – wie es eben zum Spiel gehöre. Passiert ist das bei der Feier für die Junioren-Fußballerinnen der Spielvereinigung Höhenkirchen, Mädchen von neun, zehn Jahren. Seit 26 Jahren macht Georg Loidl für den Burschenverein den Krampus, und wenn er das Gefühl habe, dass sich kleine Kinder zu sehr fürchten könnten, dann bleibe er lieber draußen. Aber ein bisschen Kettenrasseln und mit der Rute fuchteln gehöre halt zum Spiel, zum Brauchtum. Er sei sich sicher: Keine der Fußballerinnen habe vor ihm Angst gehabt.

Eltern verlangen Entschuldigung für Klaps mit der Rute

Vier Wochen später kam ein Beschwerdebrief von einem Elternpaar. Mit Hinweis auf Paragraf 1631 Bürgerliches Gesetzbuch und das „Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung“ belehren sie den, Krampus, dass es in Deutschland gesetzlich verboten ist, ein Kind zu schlagen oder ihm auch nur einen Klaps zu geben. „Wir erwarten, dass sich der Krampus bei uns meldet, sich entschuldigt und versichert, dass er von solchen gesetzeswidrigen Maßnahmen künftig Abstand nimmt.“

Georg Loidl hat nicht vor, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen, sagt er. Das Brauchtum der Nikolausfeiern will er aufrecht erhalten. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben: „Früher waren wir zehn Krampusse und die Leute haben sich gefreut. Jetzt beschweren sie sich, wenn einer dabei ist.“ Dann schaut er wieder auf sein Handy, auf die Kommentare der Merkur-Leser, und sagt, halb stolz, halb trotzig: „Solange ich lebe, werde ich den Krampus machen!“

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