Einen Umzug wird es auch heuer bei der Leonhardifahrt in Siegertsbrunn nicht geben. archivFoto: sw
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Einen Umzug wird es auch heuer bei der Leonhardifahrt in Siegertsbrunn nicht geben.

2020 musste alles abgeblasen werden

Leonhardi heuer eine reine Kirchenfeier - ohne Jahrmarkt und Festzelt

  • Stefan Weinzierl
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Das große Brimborium mit Jahrmarkt und Festzelt wird es heuer am Leonhardi-Wochenende nicht geben. Zumindest Gottesdienste sollen die Gläubigen feiern können.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Das zweite Jahr in Folge muss das Leonhardi-Komitee aufgrund der Corona-Einschränkungen das Leonhardifest absagen. „Das ist schon traurig“, sagt der langjährige Komitee-Vorsitzende Hans Loidl, der als Marktleiter der Gemeinde auch den Jahrmarkt organisiert und jetzt – wie im vergangenen Jahr – den knapp 50 Markthändlern, die sich um einen Platz beworben haben, absagen muss. Schließlich sei der „Leahats“ für viele im Ort der Höhepunkt des Jahres. „Es ist für uns eben das Fest aller Feste“, so Loidl.

Natürlich habe man sich auch Gedanken gemacht, das Fest in abgespeckter Form zu feiern, erzählt der Komitee-Vorsitzende und verweist auf die Auflagen bei anderen Traditionsveranstaltungen wie der Dult in München. „Das geht dann nur eingezäunt, mit begrenzter Besucherzahl und zehn Metern Abstand zwischen den Buden. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, findet Loidl. Deshalb will das Komitee lieber auf 2022 warten und dann mit dem Leonhardifest wieder richtig durchstarten.

Voriges Jahr musste alles abgeblasen werden

Voriges Jahr mussten neben dem Volksfestbetrieb auch die dreimalige Umfahrt um die Kirche mit Segnung der Festwagen und Tiere sowie die Gottesdienste für die Wallfahrer abgeblasen werden. Lediglich am Sonntag fand anlässlich des Weihefests der Wallfahrtskirche ein Gottesdienst in kleinem Kreis statt. Der langjährige Pfarrer Toni Wolf, der damals kurz vor seinem Abschied aus dem Pfarrverband stand, weihte feierlich den neuen Altar in der Leonhardikirche ein.

Heuer sind am Samstag zwei Gottesdienste (8 und 10 Uhr) für die Wallfahrer aus der Umgebung geplant, wie Pastoralreferent Martin Soos auf Anfrage mitteilt. Am Sonntag um 9 Uhr soll es zudem einen Festgottesdienst geben – vorzugsweise auf der Wiese vor der Wallfahrtskirche. Als Gastprediger kommt der Theologe Ludwig Mödl nach Siegertsbrunn.

Anmeldungen erforderlich

Sowohl für die Wallfahrtsgottesdienste als auch für den Festgottesdienst am Sonntag muss man sich anmelden, wie Soos betont. Die Wallfahrer aus den umliegenden Gemeinden müssten dies in ihren jeweiligen Pfarreien tun, für den Festgottesdienst sei eine Anmeldung beim Pfarrverband Höhenkirchen notwendig.

Angemeldet habe sich bisher eine Wallfahrer-Gruppe aus Sauerlach, erzählt der Pastoralreferent. Wie die Wallfahrer zur Kirche kommen, weiß er allerdings nicht. Denn derzeit sind Fußwallfahrten aufgrund der Pandemie noch untersagt. Gut möglich also, dass die Wallfahrer mit dem Auto kommen, um einen der Gottesdienste zu besuchen.

„Für Gottesdienste im Freien ist grundsätzlich keine Höchstteilnehmerzahl festgelegt“

Soos hofft, dass der Festgottesdienst am Sonntag im Freien stattfinden kann. Denn dann könnten deutlich mehr Gläubige teilnehmen. „Für Gottesdienste im Freien ist grundsätzlich keine Höchstteilnehmerzahl festgelegt, jedoch sind Gottesdienste untersagt, die den Charakter von Großveranstaltungen erreichen“, heißt es dazu auf der Internetseite der Erzdiözese München und Freising.

Dass das Leonhardi-Wochenende heuer zum reinen Kirchenfest wird, hat laut Soos zumindest einen Vorteil: „Normalerweise sind viele Siegertsbrunner am Sonntag mit der Organisation der Festivitäten beschäftigt. Heuer können sie alle einmal ganz entspannt zum Festgottesdienst kommen.“

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