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In den wunderschön dekorierten Wagen dürfen auch die jüngeren Gemeindebürger Platz nehmen und dem Publikum zuwinken.
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Im Hintergrund die Kirche: Die Reiter tragen beim Umritt natürlich Tracht.
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Der Gottesdienst in der Kirche,
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Beim Pferde-Umritt sind die Wagen prächtig geschmückt und viele hundert Besucher flankieren den Weg. Fotos: Robert Brouczek

146 Pferde, 23 Festwagen und zehn Ponys ziehen um die Wallfahrtskirche

Viel Liebe steckt im Leahats

Der Regen hielt gestern Morgen kaum einen Siegertsbrunner davon ab, sich auf die Leonhardi-Umfahrt vorzubereiten. „Die Leute stehen draußen und arbeiten stundenlang im Freien – bei so einem Sauwetter“, sagt Hans Loidl, der heuer zum 25. Mal mit der Organisation beschäftigt ist.

Siegertsbrunn – Die 146 Pferde, zehn Ponys und 32 Festwagen müssen zum Start der Umfahrt pünktlich um an der Wallfahrtskirche St. Leonhard sein. Der Gottesdienst mit Prälat Erich Pfanzelt ist sehr gut besucht, die Kirche bis zum Rand gefüllt. Er spricht: „Wir haben heute so viele Hilfen in der modernen Landwirtschaft, leben allerdings in keiner „heilen Welt: Artensterben, Massentierhaltung, Wasser- und Energiekrisen zeigen uns wie uns der Heilige Leonhard noch heute helfen könne.“ Die Quintessenz: Der Respekt vor dem Lebendigen sei unabdingbar – „gesegnet seien die, die im Einklang mit der Natur leben.“ Respektvoll gegenüber der Natur und Tieren sind viele, die später am Umritt teilnehmen. Sie investieren eine Menge Zeit und schmücken die Pferde. „Manche Einhufer tragen Geschirr im Wert von 15 000 Euro“, erzählt Loidl.

Viele nehmen teil: vom Pfeiffenklub, der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Burschenvereinen bis hin zu vielen Kindergärten. Angeführt von vier Reitern mit einer Standarte aus dem Jahr 1905, von der ersten organisierten Leonhardi-Umfahrt, umrunden die Teilnehmer dreimal die Wallfahrtskirche – insgesamt eine Strecke von rund sechs Kilometern. Es fahren Wagen mit Girlanden und Blumen, auf einem sitzen die drei „heiligen Madln“, nachgestellt durch junge Kinder. Auf einem anderen befindet sich eine detailreiche Miniatur der Leonhardikirche. In ihr sitzen Kleinkinder, die die nachgebauten Glocken läuteten. Loidl ist fasziniert: „Das machen die Leute so gern, alle investieren wahnsinnig viel Zeit in unseren Leahats.“

Wichtig ist ihm Qualität, statt Quantität. Deshalb steht der Leiter des Organisationskomitees am Straßenrand und überprüft, ob auch wirklich jeder fesch angezogen ist.

Einer fährt seit mehr als 40 Jahren mit

Der Zuschauer sieht Reiter in traditioneller, moderner und manchmal auch barockartiger Kleidung. Loidl kennt fast alle, die mitfahren und begrüßt sie einzeln. „Einer ist schon seit mehr als 40 Jahren dabei.“ Daran erkenne man das Engagement der Mitwirkenden. In einem Wagen sitzt die Pframminger Blaskapelle und begleitet die Umfahrt musikalisch. Die Musikanten steigen in der zweiten Runde ab und spielen anschließend im Bierzelt, vor rund 1400 Personen. Hier mangelt es nicht an Prominenz: Der Landrat Christoph Göbel (CSU), der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn (CSU) und einige bekannte Wiesn-Wirte sitzen an den Biertischen. Bei leckerem Hendl, kühlem Bier und guter Musik klingt ein schönes Wochenende in Siegertsbrunn langsam aus.

Normalzustand erst am Dienstag

Der Normalzustand in der Gemeinde kehrt allerdings erst morgen, am Dienstag, 16. Juli, wieder ein. Denn heute Abend gibt es noch eine große Abschlussfeier mit über 100 Mitwirkenden: Sie lassen das erfolgreiche Fest Revue passieren, bevor es in einigen Monaten schon wieder an die Planung für das nächste Jahr geht.Alexander Spöri

Lesen sie auch: Hufgetrappel beim Glockenschlag.

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