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Da wird’s eng im Rathaussaal: Dutzende Feuerwehrler lauschen der Diskussion im Gemeinderat zum Neubau des Siegertsbrunner Gerätehauses.

Grundsatzentscheidung im Gemeinderat Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Das neue Feuerwehrgerätehaus kommt

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Die Siegertsbrunner Feuerwehr bekommt ihr neues Gerätehaus. Aller Aufregung der vergangenen Wochen zum Trotz hat sich der Gemeinderat jetzt einstimmig für den Neubau auf einem Grundstück an der Egmatinger Straße ausgesprochen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Wer am Donnerstagabend den Sitzungssaal im Rathaus betrat, wähnte sich bei einer Mitgliederversammlung der Feuerwehr. Etwa 50 Brandhelfer beider Ortsfeuerwehren, die meisten davon in Uniform, hatten sich die Zeit genommen, um der für sie wichtigen Versammlung der Ortspolitker zu lauschen – und ihrer Forderung nach dem Neubau durch ihre Anwesenheit Nachdruck zu verleihen. Auch die Kommandanten waren anwesend – und Kreisbrandrat Josef Vielhuber.

Der durfte dann auch als einer der ersten das Wort ergreifen und warb sowohl für den Neubau als auch für den Erhalt der beiden Ortsteil-Feuerwehren. Der Gesetzgeber habe Bestandsgarantien für bestehende Wehren, die ihren Verpflichtungen nachgehen können, gegeben, erinnerte er. Und die Brandhelfer sowohl in Höhenkirchen als auch in Siegertsbrunn seien voll leistungsfähig. Ganz im Gegenteil zum Siegertsbrunner Feuerwehrhaus, das nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. „Das liegt auch daran, dass die Aufgaben der Feuerwehr um ein Vielfaches gestiegen sind“, so Vielhuber. Und da eine Erweiterung aus Platzgründen am jetzigen Standort nicht möglich sei, bleibe nur der Neubau.

Manfred Eberhard (UB) wollte vom Kreisbrandrat wissen, ob er das Grundstück, auf dem der rund 4,5 Millionen Euro teure Neubau entstehen soll, aufgrund seiner Randlage für geeignet hält, oder nicht doch ein zentraler Standort sinnvoller sei. Das geeignetste Grundstück, sei das mittlerweile bebaute Areal gegenüber des alten Feuerwehrhauses gewesen, entgegnete Vielhuber. Doch auch das von der Gemeinde vor zwei Jahren erworbene Areal sei in vertretbarer Entfernung. Zumal mittlerweile viele Kommandanten angesichts zunehmender Beschwerden von Anwohnern über Feuerwehrübungen ihre Unterkunft liebend gern an den Ortsrand verlegen würden.

Nicht jedes Grundstück, das wünschenswert wäre, sei verfügbar und finanzierbar, sagte Peter Guggenberger (CSU) und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: Der Synergieeffekt am neuen Standort ist einmalig. Denn gleich gegenüber ist der Burschenstadl.“

Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) zeigte sich sowohl mit der Anwesenheit Vielhubers als auch mit den Informationen, die die Rathausverwaltung bereitgestellt hatte, zufrieden. Sie zog deshalb den Antrag ihrer Fraktion zurück, vor einer Entscheidung erst einen Runden Tisch einzurichten, um alle noch unbeantworteten Fragen klären und Alternativen zum Neubau prüfen zu lassen.

Die Gemeindeverwaltung hatte in der Sitzungsvorlage ausführlich dargelegt, dass eine Angliederung des Siegertsbrunner Gerätehauses an die bestehende Unterkunft der Höhenkirchner Wehr keinen Sinn macht. Zum einen, weil dadurch die Zehn-Minuten-Frist, in der Einsatzkräfte anrücken müssen, aufgrund der Bahnschranke für den Ortsteil Siegertsbrunn nicht mehr gesichert sei. Zum anderen, weil sich dadurch kaum Kosten einsparen ließen und man neuen Grund erwerben müsse.

Derartige Auskünfte in schriftlicher Form hätten sich nicht nur die Grünen, sondern auch die SPD viel früher gewünscht. Schließlich müsse der Gemeinderat den Bürgern kommunizieren, warum der Neubau wichtig ist, betonte Mindy Konwitschny (SPD): „Nur wenn die Bevölkerung versteht, was wir hier machen, fühlt sie sich mitgenommen.“ Ins gleiche Horn blies Ulrich Bug (UB), der eigenen Aussagen zufolge zuletzt wegen des Gerätehauses selbst nach Mitternacht noch Anrufe von Bürgern erhalten habe. „Und viele glauben einfach nicht, dass der Neubau notwendig ist.“

„Der Erkenntnisgewinn heute ist nicht so hoch“, meinte dagegen Guggenberger. Viele Fakten seien bereits in den vergangenen Wochen vorgetragen, aber von einigen Ratsmitgliedern einfach nicht geglaubt worden. Und Rathauschefin Ursula Mayer (CSU) richtete zum Schluss noch einmal Worte auch an die Adresse einiger anonymer Briefe-Schreiber, die den geplanten Neubau scharf kritisiert hatten: „Das ist kein Luxus, sondern unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit.“

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