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Zu eng und mit Gefahrenquellen: Die Siegertsbrunner Wehr will raus aus ihrem alten Feuerwehrhaus.

Siegertsbrunner Brandhelfer wollen umziehen

Neues Feuerwehrhaus nimmt erste Hürde

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Der Bau eines neuen Feuerwehrhauses im Ortsteil Siegertsbrunn rückt in greifbare Nähe. Der Bauausschuss hat jetzt einstimmig dem Gemeinderat empfohlen, an der Projekt-Planung festzuhalten. Bereits im kommenden Jahr sollen die Bagger anrollen.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Siegertsbrunn fordern seit Jahren den Bau eines neuen Gerätehauses. Auch die Kreisbrandinspektion unterstütze dies, betont Kommandant Sebastian Walch. Denn das alte, 1969 erbaute und mehrmals erweiterte Gebäude entspricht schon lange nicht mehr den Anforderungen. Zudem herrscht akuter Platzmangel. Die Fahrzeuge stehen zum Teil so eng aneinander, dass Verletzungsgefahr für die Kameraden besteht.

Der Neubau soll auf einem Grundstück an der Egmatinger Straße, gegenüber vom Gemeindestadl entstehen. „Die Feuerwehr hat fleißig vorgearbeitet“, lobte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) in der Sitzung und präsentierte erste Entwürfe, die die Brandhelfer erarbeitet haben, aber nur als Grundlage für die weitere Planung dienen werden. Neben der rund 40 auf 20 Meter großen Haupthalle, in der die sechs Fahrzeuge unterkommen sollen, ist ein Nebengebäude mit einem 17 Meter hohen Schlauchturm geplant. Im ersten Stock des Hauptgebäudes soll es mehrere Räume für die Kameraden geben. Es sei zweckdienlich geplant, nicht luxuriös, sagte die Rathauschefin.

Die Gemeindeverwaltung geht von Baukosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro aus. Würde man das gesamte Gebäude unterkellern, kämen noch einmal etwa eine Million Euro an Kosten hinzu. Ab Bauleistungen von etwas über 5,2 Millionen Euro müsste man das gesamte Projekt europaweit ausschreiben, ansonsten nur den Planer. Der Keller war dann im Verlauf der Diskussion auch kein Thema mehr, wohl aber die Frage, ob man das neue Feuerwehrhaus grundsätzlich braucht – vor allem an dieser Stelle. Mittel für das Bauprojekt sind bereits im Haushalt eingestellt.

Zuschüsse gibt es laut Mayer nach Anfrage von Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) lediglich von der Regierung von Oberbayern. Hier gebe es für jeden Stellplatz einen Festbetrag. Peter Triebswetter (Grüne) wollte wissen, wie teuer das im Jahr 2000 eröffnete Feuerwehrhaus der Höhenkirchner Brandhelfer gewesen sei. Mayer glaubte sich zu erinnern, dass damals noch mit der alten Währung gerechnet wurde und das Gebäude rund sechs Millionen Mark, also etwa drei Millionen Euro gekostet hat.

Thomas Kaiser (SPD) wünschte sich mehr Informationen darüber, ob der Neubau in dieser Form und an dieser Stelle wirklich notwendig ist und inwieweit die Wünsche der Siegertsbrunner Wehr angemessen sind. „Ich sehe nicht auf Anhieb, ob das ein Standard-Feuerwehrhaus ist“, meinte er. Zwar sage ihm „sein Bauchgefühl“, dass die Planung richtig sei, er wollte sich aber nicht allein darauf verlassen und forderte die Verwaltung auf, zu prüfen, ob es Alternativen gebe. Vielleicht sei es ja wirtschaftlicher und werde den zukünftigen Bedürfnissen eher gerecht, wenn man für beide Feuerwehren eine Unterkunft anbiete.

Mayer vertraut dem Urteil des Kreisbrandrates und erinnerte daran, dass nach wie vor ein beschrankter Bahnübergang die Ortsteile trenne und damit Feuerwehren in beiden Orten nötig seien. Peter Guggenberger (CSU) hielt es für unnötig, Alternativen zu prüfen. „Da werden wir uns einen Wolf rechnen“, sagte er. Mit der Bahnlinie quer durch den Ort sei die Diskussion sowieso überflüssig. In Siegertsbrunn habe man das passende Grundstück, bemerkte Max Lachner (AFW). Und Mayer bezweifelte, dass auf dem Grund des Höhenkirchner Feuerwehrhauses Platz wäre, um auch die Kameraden aus Siegertsbrunn unterzubringen: „Dann müsste man Grund dazu erwerben.“

Die vielen Argumente überzeugten Kaiser wohl. Er stimmte letztlich wie alle anderen dafür, dass die Planungen fortgesetzt, Fördermittel beantragt und die erforderlichen Fachplaner und Berater beauftragt werden.

Von Stefan Weinzierl

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