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Wohin mit den Tieren der Pferde- und Ponyakademie? Th omas Pöppl weiß derzeit keine Antwort und sucht weiter einen Landwirt aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, der eine Grünfläche verpachtet. 

Landwirt hat Pacht gekündigt

Pferdeakademie sucht neue Bleibe für Tiere

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Auf dem Erlebniscampus in Höhenkirchen-Siegertsbrunn können Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam unbeschwerte Stunden in der Natur verbringen. Doch die Zukunft des Inklusionsprojekts ist bedroht. 

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Seit acht Jahren betreiben Cornelia Antonik und Thomas Pöppl aus München eine Pferde- und Ponyakademie. Mithilfe der Tiere und dem eigens gegründeten Verein „PPSG Pegasus und Einhorn“ versuchen die beiden, die ganzheitliche Entwicklung von Menschen mit und ohne Einschränkungen zu fördern. Das Paar, das selbst einen durch Lähmungen in den Beinen gehandicapten Sohn hat, besucht mit den Ponys und Pferden Kindergärten und Schulen, aber auch Altenheime und Kliniken.

Der Einfluss der Tiere auf die Menschen sei enorm, erzählt Pöppl. „Schüchterne tauen plötzlich auf, eher wilde Zeitgenossen werden ganz ruhig“, sagt der 50-Jährige. Ähnliche Erfahrungen habe er bei Demenzkranken gemacht: „Da gehen wieder Fenster auf. Die Leute erinnern sich plötzlich an frühere Erlebnisse mit Tieren und öffnen sich.“ Zu verdanken sei das dem besonderen Wesen der Pferde. „Das Pferd nimmt den Menschen so, wie er ist. Es macht keinen Unterschied, ob jemand ein Handicap hat oder nicht.“

Auf einem etwa 1,3 Hektar großen Grundstück an der Harthauser Straße, das das Paar vor rund eineinhalb Jahren von der Gemeinde gepachtet hat, ist zudem der Erlebniscampus entstanden. Das Gelände mit Biotop, Tipi und Bauwagen bietet Gruppen und Vereinen einen Ort, an dem sich die Teilnehmer in der Natur bewegen und mithilfe der Tiere die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen weiterentwickeln können. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Arbeitskreis „Zusammenleben“ findet dort auch das Ponycamp im Rahmen des Ferienprogramms statt.

Doch ob Cornelia Antonik und Thomas Pöppl bei ihrer inklusiven Bildungs- und Bewegungsarbeit weiter auf die Tiere setzen können, ist fraglich. Denn der Landwirt, bei dem das Paar die Ponys und Pferde zuletzt in Offenstallhaltung untergebracht hatte, hat den Pachtvertrag gekündigt. „Zum 31. Mai müssen wir dort weg“, sagt Pöppl.

Er und seine Frau haben bisher vergeblich nach einer neuen Bleibe für die Tiere gesucht. „Es kamen nur Absagen“, erzählt der 50-Jährige. Dabei bräuchten die Pferde und Ponys eigentlich nur eine nicht allzuweit vom Erlebniscampus entfernte Wiese und eine mobile Weidehütte beziehungsweise ein Weidezelt, das ihnen Schutz vor Sturm, Regen und Sonne bietet. Um die Pflege der Tiere kümmern sich Pöppl und seine Frau. „Ich will auch nichts geschenkt“, betont er. Er sei bereit, sogar mehr als die ortsübliche Pacht zu bezahlen.

Hoffnung setzt das Paar nun auf Bürgermeisterin Ursula Mayer, die laut Pöppl bisher immer ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen der Pferde- und Ponyakademie gehabt hat. In einem Schreiben hat er die Rathauschefin darum gebeten, bei den örtlichen Landwirten noch einmal bezüglich einer Fläche nachzufragen. Denn immerhin sei der Erlebniscampus ein Vorzeigeprojekt, mit dem die Gemeinde glänzen könne.

Sollte sich niemand finden, der eine Wiese verpachten will, müssen die Tiere laut Antonik verkauft werden. Von den zuletzt zehn Pferden und Ponys hat sie bereits eines hergegeben. Auch zwei oder drei weitere Tiere stehen zum Verkauf. Mit den verbleibenden sechs oder sieben Tieren will sie die Inklusionsarbeit aber unbedingt fortsetzen: „Sie sind das Herzstück unserer Projekte.“

Wer ein Grundstück für die Tiere der Pony- und Pferdeakademie hat, das er verpachten möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse info@pegasus-und-einhorn.de an den Förderverein wenden.

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