Nicht nur zu Abschlussfeiern geht es in der Realschule Neubiberg eng zu.
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Nicht nur zu Abschlussfeiern geht es in der Realschule Neubiberg eng zu. Für Entlastung soll ein weiterer Schulbau im Südosten des Landkreises sorgen. Als Standorte zur Auswahl stehen Hohenbrunn und Höhenkirchen.

Entscheidung fällt morgen

Kampfabstimmung um neue Realschule in Hohenbrunn oder Höhenkirchen

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Höhenkirchen oder Hohenbrunn? Morgen entscheidet der Schulzweckverband in welcher Gemeinde die dringend benötigte neue Realschule gebaut wird. Damit soll auch eine monatelange und zum Teil sehr emotional geführte Diskussion um den optimalen Standort beendet werden.

Höhenkirchen/Hohenbrunn - Die Realschule Neubiberg platzt aus allen Nähten. Deshalb will der Schulzweckverband möglichst schnell eine weitere Realschule im Südosten des Landkreises bauen. Favorisierter Standort war über Monate Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Für diesen Standort gibt es bereits einen positiven Kreistagsbeschluss und grünes Licht aus dem Kultusministerium.

Doch weil der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn entschieden hat, die Realschule nicht neben das Gymnasium am Bahnhof, sondern am Ortsrand neben der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule zu platzieren, regt sich Widerstand im Zweckverband. Die Kritiker bemängeln die ihrer Ansicht nach durch die Ortsrandlage bedingte schlechte Anbindung und die prognostizierten Mehrkosten in Millionenhöhe. Da kommt es gelegen, dass die Gemeinde Hohenbrunn in Erwägung zieht, als Schulstandort einzuspringen. Die Hohenbrunner locken mit einem Baugrundstück in Bahnhofsnähe, stehen aber am Anfang der Planung. Trotzdem haben sich die Mitglieder des Schulzweckverbandes dazu entschlossen, den Standort Hohenbrunn näher zu prüfen. Deshalb wurde Ende vergangenen Jahres die endgültige Standortentscheidung vertagt. So hofft man beispielweise auf ein deutliches Signal aus dem Ministerium, ob die Schule auch in Hohenbrunn realisierbar wäre.

Die Standorte

Aus Angst vor einem Verkehrskollaps in der Ortsmitte und weil man auf Synergieeffekte mit der Erich-Kästner-Schule hofft, hat sich der Höhenkirchner Gemeinderat für den Standort Brunnthaler Straße entschieden. Die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer sind abgeschlossen, sämtliche notwendigen Entscheidungen im Gemeinde gefällt. „Der Zweckverband bekommt die Schule auf dem Silbertablett serviert“, sagt Gemeinderat Otto Bußjäger (UB), der seit Jahren für die Realschule kämpft.

Hohenbrunn wirft ein Grundstück in die Waagschale, das nördlich der B 471 und westlich der Bahnlinie liegt. Dort könnte neben der Realschule auch ein Neubau der Montessori-Schule sowie Wohnungsbau entstehen. Konkrete Planungen gibt es aber noch nicht. Hohenbrunns Gemeinderätin Pauline Miller (Bürgerforum), die die Realschule nach Hohenbrunn holen will, hofft, dass Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) in der Gemeinderatssitzung heute Abend ein positives Ergebnis der Grundstücksverhandlungen verkündet. „Nur so haben wir eine Chance“, meint sie. Heute Abend sollen die Hohenbrunner Gemeinderat auch den Grundsatzbeschluss fassen, dass die Schule nach Hohenbrunn kommen soll.

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Die Anbindung

Eine Realschule an der Brunnthaler Straße wäre vom Bahnhof in Höhenkirchen-Siegertsbrunn rund 900 Meter entfernt. Zu Fuß führt der schnellste Weg entlang der Esterwagnerstraße. Dabei muss die Rosenheimer Straße, eine Staatsstraße, gequert werden. Mit dem Bus erreicht man die Haltestelle an der Erich-Kästner-Schule vom Bahnhof aus innerhalb von vier Minuten. Auch Schüler aus Brunnthal könnten mit der Buslinie 216/244 direkt zum Realschul-Standort fahren. Der mögliche Standort in Hohenbrunn ist Luftlinie gerade einmal 100 Meter vom Bahnhof entfernt. Allerdings müssen die Schüler irgendwie sicher über die Bundesstraße bzw. die Gleise kommen. Ein ausgearbeitetes Konzept gibt es hierfür noch nicht.

Die Kosten

Der Schulstandort an der Brunnthaler Straße in Höhenkirchen steht auch deshalb in der Kritik, weil eine vom Zweckverband in Auftrag gegebene grobe Kostenschätzung ergeben hat, dass der Realschul-Bau am Ortsrand mit 125 Millionen Euro deutlich teurer wäre als der Standort am Höhenkirchner Bahnhof (103 Millionen Euro.) Allerdings glaubt Höhenkirchens Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD), dass es noch deutliches Einsparpotenzial gibt. Für den Standort in Hohenbrunn lag bisher keine Kostenschätzung vor.

Die Zeitfrage

„Fakt ist, dass wir eine neue Realschule brauchen – und zwar möglichst schnell“, sagt Ayings Rathauschef Peter Wagner (CSU). Er befürchtet, dass Schülern aus Aying, irgendwann die Möglichkeit verwehrt werden könnte, Schulen außerhalb des Landkreises zu besuchen, weil es auch dort zunehmend Platzprobleme gibt. Der Zeitfaktor spricht für den Standort Höhenkirchen. Dort ist auch die Bauleitplanung so weit fortgeschritten, dass man mit dem Bau durchaus zügig loslegen könnte.

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