Chorleiterin Daniela Sigl dirigiert den Mittel-und Oberstufenchor des Gymnasiums Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Danach übernahm an der Schule eine Jazz-Kombo aus Lehrern das Programm.
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Chorleiterin Daniela Sigl dirigiert den Mittel-und Oberstufenchor des Gymnasiums Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Danach übernahm an der Schule eine Jazz-Kombo aus Lehrern das Programm.
Das Jugendblasorchester der Sigoho-Marchwart-Schule.
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Das Jugendblasorchester der Sigoho-Marchwart-Schule.
Echte Volksmusik: Die „Diama Moi Musi!“
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Echte Volksmusik: Die „Diama Moi Musi!“

Lange Nacht der Musik

Rock’n’Roll trifft Stubenmusi

Was München kann, können wir auch. Unter diesem Motto lud die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn zur ersten „Langen Nacht der Musik ein“. Mit Erfolg.

Höhenkirchen – Bei einem nächtlichen Musikbummel durch den Ort konnten Besucher bei der ersten „Langen Nacht der Musik“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn die kulturelle Vielfalt der Gemeinde erleben. Zahlreiche Gruppen, Musikklassen, Chöre und alteingesessene Volksmusik-Ensembles zupften, bliesen und sangen für die vielen Gäste.

In der Sigoho-Marchwart-Grundschule sorgten die Musiker des Jugendblasorchesters mit der Titelmusik von „Fluch der Karibik“ für Kinostimmung und genossen dabei selbst auch die ungewöhnliche Atmosphäre. „Es ist schon was anderes, wenn während des Konzerts die Leute um einen herum Bier trinken und Brotzeit machen“, sagte Niclas Eidkum, „wenn’s so ungezwungen ist, sind die Jüngeren aber auch weniger nervös.“ Der 19-Jährige war gleich mit zwei Ensembles aktiv und spielte nebst Tuba im Nachwuchsorchester auch noch Trompete bei der Jugend. Für die gut hundert Zuhörer, die sich in der Aula der Schule eingefunden hatten, gaben die Bläser Klassiker wie den Bayerischen Defiliermarsch zum besten oder führten mit dem Medley „Birth of Rock’n’Roll“ durch die Anfangszeit der modernen Musikgeschichte.

Volksmusik im Gemeindezentrum

Besonders familiär ging es im Gemeindezentrum der Kreuz-Christi-Kirche zu, wo die „Diama Moi Musi!“ gemeinsam mit der „Höhenkirchener Saitenmusi“ besondere Schmankerl der bayerischen Volksmusik präsentierte. Zwischendurch würzte Ziehharmonikaspieler Oskar Wagner die musikalische Darbietung immer wieder mit Anekdoten aus den letzten 50 Jahren und erklärte dem erheiterten Publikum, wie er vor fast einem halben Jahrhundert den Zwiefachen im Oberland populär gemacht habe. Mit dem eigens für die Kreuz-Christi-Kirche gebrautem Bier „Reformator“ versüßten die Hausherren den musikalischen Genuss auch noch kulinarisch.

Süffiges Luther-Bier

Doch die Laune des Publikums war auch so schon ausgesprochen gut. Immer wieder stimmten die Zuhörer in Volkslieder ein und sangen beim Stück „s’Suserl“ der Veranstaltung entsprechend passend: „D’Musi spielt heit reut mi gar koa Geld“. Gefahr bestand allerdings auch keine, denn bei allen Veranstaltungen im Rahmen der „Langen Nacht der Musik“ war der Eintritt frei.

Ruhigere Klänge in gesetzter Atmosphäre boten die Sängerinnen und Sänger des Oberstufenchors in der Aula des Gymnasiums dar. Begleitet vom Flügel und mit dem Licht der Aula schön in Szene gesetzt, sangen 22 Damen- und fünf Herrenstimmen Chorinterpretationen von Pop-Balladen wie „Mad World“ von Roland Orzabal aber auch klassische Stücke wie das „Ave Maria“ von Giulio Caccini. Die Verpflegung der Gäste übernahmen die Schüler gleich selbst und verkauften Kuchen und Hot-Dogs zu Gunsten der Abikasse. Auch Chorleiterin Daniela Sigl freute sich über den gelungenen Auftritt: „Ich bin froh, dass sich alle das Geprobte auch über die Ferien gemerkt haben.“

Lehrer spielen Jazz

Im Anschluss nutzten auch noch einige Lehrer die Gelegenheit, die Schulräumlichkeiten mit ungewohnten Klängen zu füllen. So spielte die vierköpfige Jazz-Kombo mit Trompete, Kontrabass, E-Gitarre und Saxophon Interpretationen von Liedern wie „Oh when the Saints“ im Stile des New Orleans-Jazz, und Trompeter Heinz Dauhrer übersetzte Jazz-Standards ins Bayerische: „Reiß di zam“ würde der Klassiker „Ain’t misbehavin“ hierzulande wohl heißen. Insgesamt fanden an sieben Orten 36 Veranstaltungen statt, an denen unzählige Künstler mitwirkten. Auch beim Publikum kam die erste Ausgabe der „Langen Nacht der Musik“ gut an und gab so Grund zur Hoffnung, dass es im nächsten Jahr ein Neuauflage geben könnte.

Korbinian Bauer

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