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Schüsse schrecken Nachbarschaft auf

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Von: Martin Becker

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Polizei - Symbolfoto
Jeweils ein größeres Polizeiaufgebot rückte an, als in zwei Orten per Notruf Schüsse gemeldet wurden. © Friso Gentsch / dpa (Symbolfoto)

Schüsse in der Nachbarschaft riefen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn und in Taufkirchen jeweils ein größeres Polizeiaufgebot auf den Plan.

Landkreis – Über 30 Beamte der Polizei rückten am Freitagabend in der Saglerstraße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn an. Über den Polizeinotruf 110 hatte ein Zeuge gegen 21.40 Uhr mitgeteilt, dass eine Person von einem Balkon im ersten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses mit einer Schusswaffe Schüsse abfeuern würde. Das Großaufgebot der Polizei lokalisierte zunächst die Wohnung, die zu dem Balkon gehört, und überwältigte anschließend einen 56-Jährigen, der für die Schüsse verantwortlich war.

Betrunkener Täter zum Ausnüchtern in Polizeizelle

Der stark alkoholisierte Mann mit Wohnsitz in München besuchte in Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Angehörige. In der Wohnung stellten die Polizeibeamten eine Schreckschusspistole, mit der die Schüsse abgegeben wurden, sowie etwas Munition sicher. Der 56-Jährige erhielt eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz und wurde wegen seiner starken Alkoholisierung in polizeilichen Gewahrsam genommen. Samstagfrüh gegen 5.30 Uhr durfte er die Polizeiinspektion in Ottobrunn wieder verlassen.

Gas verletzt Atemwege

Abermals um einen Schuss drehte sich ein Polizeinotruf am Samstagabend in Taufkirchen. Gegen 20.10 Uhr meldete eine Zeugin, es habe in einem Mehrfamilienhaus in der Platanenstraße einen lauten Knall gegeben. Sie habe ihre Wohnung verlassen, um auf dem Gang nachzusehen, was möglicherweise die Ursache war. Die Frau registrierte einen ungewöhnlichen Geruch und ging zurück in die Wohnung.

Sofort eilten mehrere Polizeistreifenwagen, auch aus München, sowie die Feuerwehr zu dem Haus. Die Einsatzkräfte bemerkten ebenfalls den ungewöhnlichen Geruch, Abklärungen der Feuerwehr in dem Objekt ergaben aber keine Hinweise auf einen Brand. Trotzdem lag nach wie vor ein seltsamer Geruch in der Luft – insgesamt neun Personen, darunter vier Polizeibeamte und zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr, klagten sogar über leichte gesundheitliche Beeinträchtigungen in den Atemwegen.

Also betrieben die Einsatzkräfte weiterhin Ursachenforschung – und stießen schließlich auf einen auf einen 44-jährigen Taufkirchner, der ebenfalls über Atemwegsreizungen klagte. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der deutlich alkoholisierte Mann, der seinen Wohnsitz in einem Nachbarhaus hat, „aufgrund eines negativen emotionalen Zustandes“, wie es im Pressebericht des Polizeipräsidiums München heißt, in dem Hausflur einen Schuss mit einer Gaspistole abgefeuert hatte.

Kleines Waffenarsenal in der Wohnung

Daraufhin durchsuchte die Polizei sowohl die Wohnung, vor der geschossen wurde und wo der 44-Jährige zu Besuch war, als auch seine eigene Wohnung. Die Beamten stellten sieben Schreckschusspistolen, einen Schreckschussrevolver sowie Munition sicher. Der Taufkirchner wurde angezeigt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Sämtliche von den Atemwegsreizungen betroffenen Personen erhielten vor Ort ambulante Behandlung vom Rettungsdienst.

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