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Großaufgebot: In Höhenkirchen musste am Sonntagabend das SEK ausrücken.

Aus dem Polizeibericht

Großeinsatz in Asylbewerberheim

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Mögliche Schüsse in einem Asylbewerberheim nahe des S-Bahnhofs Höhenkirchen haben am Sonntagabend ab 21 Uhr zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr geführt. Auch das Sondereinsatzkommando (SEK) rückte an.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Wie die Polizei gestern auf Nachfrage bestätigte, hatte einer der Bewohner mit Suizid gedroht. Es stand die Vermutung im Raum, dass eine Schusswaffe im Spiel sein könnte – es waren Knallgeräusche zu hören. Deshalb wurde das SEK nach Höhenkirchen gerufen, ein Hubschrauber kreiste über der Gemeinde. Die zum Bahnhof führenden Straßen östlich der Rosenheimer Straße sowie die Bahnhofstraße westlich der Ahornstraße wurden von der Feuerwehr komplett gesperrt.

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Höhenkirchen und Siegertsbrunn mit insgesamt 50 Kräften. Die Einsatzleitung lag bei Höhenkirchens Kommandantin Nikola Schwaiger. „Das war schon ein Einsatz, der nicht alltäglich ist“, sagte sie gestern auf Nachfrage. Aber die Zusammenarbeit habe hervorragend geklappt. Die Berufsfeuerwehr rückte mit einem Großrettungsbus an. Zusätzlich waren Polizisten der Dienststellen 21 (Au), 24 (Perlach), 28 (Ottobrunn) und 31 (Unterhaching) sowie die erste Einsatzhundertschaft der Polizei vor Ort.

Für die S-Bahnfahrer hatte der Einsatz ebenfalls erhebliche Auswirkungen. Der Bahnhofsbereich in Höhenkirchen wurde von der Polizei komplett gesperrt. Die S-Bahnen der Linie 7 aus Richtung Kreuzstraße fuhren nur bis Aying. Die S 7 von München kommend hielt in Hohenbrunn. „Die Fahrgäste mussten 30 bis 40 Minuten warten, danach waren Busse und Taxis im Einsatz, um sie nach Höhenkirchen zu bringen“, sagte ein Bahn-Sprecher auf Nachfrage. Gegen 23 Uhr fuhren die S-Bahnen wieder planmäßig.

Kurz zuvor, um 22.46 Uhr, hatte die Polizei in Höhenkirchen Entwarnung geben. Spezialkräfte des SEK nahmen den Mann im Asylbewerberheim fest. Zuvor waren Spürhunde im Einsatz, eine Waffe wurde aber nicht gefunden. „Es gab definitiv keine Schusswaffe“, stellte ein Polizeisprecher gestern klar. Der Asylbewerber hatte vielmehr geräuschvoll das Mobiliar zertrümmert. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Straßensperren wurden danach aufgehoben.

Ein Mitarbeiter des Landratsamts und Höhenkirchens Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) waren am Sonntagabend ebenfalls vor Ort. Größere Irritationen gab es in der Gemeinde durch den Einsatz aber offenbar nicht. „Bei uns gingen gestern keine Anrufe im Rathaus ein“, sagt Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) auf Nachfrage. Sie selbst habe nur den Hubschrauberlärm gehört und sei ansonsten nicht telefonisch kontaktiert worden, teilt sie mit. Die Handynachricht von Landrat Christoph Göbel, „eingetroffen gegen 23 Uhr“, las sie erst am Morgen.

 

SEK-Einsatz in Unterkunft: S-Bahn lahmgelegt

Sophia Heyland

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