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Leonhardi-Umritt in Höhenkirchen-Siegertsbrunn
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Leonhardifest

Staunen unterm Regenschirm

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Unzählige fesch ausstaffierte Besucher aus Nah und Fern sind am Wochenende wieder nach Siegertsbrunn gepilgert, um sich das Leonhardifest mit Umfahrt dutzender festlich geschmückter Kutschen und Pferdewagen anzusehen.

Siegertsbrunn - Während Rösser, Reiter und Volk beim dreimaligen Rundritt um die Pfarrkirche St. Leonhard Freude pur verströmten und herrliche Anblicke boten, da wollte das Wetter nicht so ganz mitspielen. Da nützte auch das Bitten von Pfarrer Toni Wolf während des Festgottesdienstes zunächst wenig, der Regen möge die Feiernden doch verschonen. Doch Teilnehmer und Besucher ließen sich davon nicht abschrecken. Drinnen in der Leonhardikirche war es trocken. Aber wer nicht früh genug kam, der fand zum Festgottesdienst kaum noch einen Platz. Pfarrer Wolf, Generalvikar Peter Beer von der Erzdiözese München und Freising sowie der evangelische Pfarrer Thomas Lotz zelebrierten die Messe. Den Blick auf die bereits mit den Hufen scharrenden Vierbeiner draußen richtete der Generalvikar in seiner Festpredigt. „Die Vierbeiner sind echte Leistungsträger, sie scheinen keine Erschöpfung zu kennen“, so Peter Beer. „Wie machen sie das bloß? Mit Freude und Hingabe – anders wäre es auch nicht zu schaffen“, führte er die Pferde dem Menschen als positives Beispiel vor. Auch das Joch Jesu sei „positiv“ zu sehen. Barmherzigkeit und der Wille zu teilen könnten sehr anstrengend sein, sagte Beer. Vor allem für jene, die nur auf den eigenen Vorteil schauen. Für die anderen sei das Joch Jesu und die Empathie für die Mitmenschen wichtiges Heilmittel. „Wenn wir uns leisten können, wie heute zu feiern, sollten wir auch teilen“, richtete Pfarrer Wolf den Blick in die Notregionen der Welt. Ganz im Sinne Leonhards, des Kirchen-Namenspatrons und heiligen Nothelfers. 

Der Umritt im Anschluss bot eine wunderbare Mischung aus Farben und Formen mit festlich geschmückten Rössern, feschen Reiterinnen und stolzen Kutsch-Chauffeuren. Das Geschirr der Pferde glänzte, viele Sonnenblumengestecke auf den Fuhrwerken leuchteten. Fröhlich winkten Kinder und Reiter und es ertönte schwungvolle Blasmusik vom Kapellenwagen. Burschen-Abordnungen aus der Region, Taubenzüchter, Brauchtumsvereine – alle waren dabei. Auf den landwirtschaftlichen Wagen hinter starken Vierbeinern wurde das traditionelle Landleben mit Dreschflegel und Sense szenisch nachempfunden. „Mei sind die süß!“ entfuhr es einem kleinen Mädchen, als die Schneebergers aus Glonn mit ihren schwarzen Welsh Ponys bei St. Leonhard um die Ecke bogen. Mit seinem Zweispänner gehörten Hans Senior (51 )und Junior (4) zu den echten Höhepunkten. Seit über 50 Jahren betreibt die alt eingesessene Landwirte-Familie ihre Zucht der sportlichen Rasse, mit der sie das Jahr über bei Wettfahrten im In- und Ausland starten. „Aber die Leonhardi-Fahrt ist etwas eigenes und ganz besonderes“. sagt Hans Schneeberger. Seit Jahrzehnten sei man immer wieder dabei. Auch Andreas Glockner (5) und sein Opa und Landwirt Hans Glockner (62) aus Warngau hat es prächtig gefallen. „Wir haben so etwas auch in Warngau. Da schaut man mal, wie es die anderen eigentlich so machen,“ sagt der 62-Jährige. „Sche is“, sind sich die beiden Zuschauer am Ende einig.

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