AEM-Chef Markus Baumgartner steigt in eines seiner Baustellenfahrzeuge.
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Unternehmer Markus Baumgartner will in Siegertsbrunn Kies abbauen.

Unternehmer stellt Planung vor

Kiesabbau-Pläne wirbeln Staub auf

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Mit seinen Plänen, auf Siegertsbrunner Flur Kies abzubauen, wirbelt Markus Baumgartner, Chef der Hohenbrunner Firma AEM Projekt München GmbH, seit Wochen mächtig Staub in Höhenkirchen-Siegertsbrunn auf. Jetzt hat der Unternehmer die Pläne im Gemeinderat vorgestellt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Die Gerüchteküche brodelt seit Wochen. Mit am hartnäckigsten hat sich das Gerücht gehalten, der Unternehmer würde im Gegenzug für die Kiesgewinnung das von vielen Bürgern gewünschte Naturbad realisieren. Tatsächlich habe er mit dem Naturbadverein gesprochen, sagte Baumgartner nun im Gemeinderat. Doch die Idee, auf einer der Flächen das Bad zu verwirklichen, habe sich zerschlagen. Der geplante Kiesabbau auf einem Acker an der Ortsgrenze zu Hohenbrunn nahe dem Gewerbegebiet Nord sowie auf einem Areal an der Egmatinger Straße unweit des neuen Feuerwehrgerätehauses sei auf insgesamt 20 Jahre ausgelegt. Die Naturbadfreunde wollen ihr Projekt möglichst schnell verwirklichen.

Es gibt keinen Naturbad-Deal

„Die Flächen werden sicher kein Naturbad werden“, stellte auch Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) klar. Schließlich gehöre Baumgartner kein eigener Grund. Die Kiesabbauflächen verpachtet ein Siegertsbrunner Landwirt.

„Mir ist völlig klar, dass ich von Ihnen allen nicht mit offenen Armen empfangen werde“, sagte Baumgartner. Schließlich habe der Kiesabbau, der oft Dreck, Lärm und Verkehr verursache, einen schlechten Ruf. „Wir wollen es besser machen“, versprach der Unternehmer. So würde man beim Abbau nur mit einem einzigen Radlader arbeiten – dem leisesten auf dem Markt. Zusätzlich wolle man den Motorraum abdämmen. Die Abbauflächen sollen von einem umlaufenden Erdwall plus mehrere Meter breiten Blühwiesen-Streifen umgeben werden. Ein mit speziellen Maschinen erzeugter Wassernebel werde die Staubbildung eindämmen, das Verfüllmaterial nach den gesetzlichen Vorgaben kontrolliert.

Lastwagen sollen nicht durch die Ortsmitte fahren

„Wir wollen den Kies langsam und verträglich abbauen“, betonte Baumgartner. So werde vom sechs Hektar große Areal an der Muna jeweils nur ein Drittel bearbeitet und im Anschluss sofort rekultiviert. Auf den anderen zwei Dritteln sei in dieser Zeit weiterhin landwirtschaftlicher Anbau möglich. Die Kipplaster, die den Kies wegfahren und Auffüllmaterial bringen, sollen den Weg durch die Ortsmitte vermeiden, sondern über die Luitpoldstraße bzw. die Egmatinger Straße abfahren. Mehr als drei Fuhren pro Stunde gebe es nicht, versprach Baumgartner.

Nach seiner Präsentation stellten die Gemeinderäte Fragen. Die Betriebsleiterwohnungen im nahe gelegenen Gewerbegebiet müssten beim Lärmschutz berücksichtigt werden, forderte Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne). Ihre Fraktionskollegin Gudrun Hackl-Stoll wies darauf hin, dass mit den Arbeiten nicht vor 7 Uhr angefangen werden dürfe. „Das gilt nur für ein reines Wohngebiet“, entgegnete Baumgartner. Gearbeitet werde unter der Woche an bis zu zehn Stunden. Roland Spingler hatte Bedenken, weil die Laster beim einen Standort direkt beim Gewerbegebiet auf die Straße fahren, beim anderen Standort nahe der Feuerwehrausfahrt.

Standort nahe Wallfahrtskirche umstritten

Andrea Hanisch (UB) lehnte den zweiten Standort, der nur wenige Hundert Meter entfernt von der Wallfahrtskirche St. Leonhard, dem Friedhof sowie Sport- und Freizeitstätten liegt, rigoros ab. Nahe dieser sensiblen Fläche Kies abzubauen, sei ein „No-Go“, sagte sie unter Zuhörer-Beifall. „Das halten viele im Gemeinderat für kritisch“, ergänzte Konwitschny. Baumgartner zeigte sich, was die zweite Fläche angeht, gesprächsbereit und zog den entsprechenden Antrag erst einmal zurück. Konwitschny riet zu Kompromissbereitschaft: „Das Landratsamt hat uns empfohlen, gut zu verhandeln.“ Kommende Woche soll über den Kiesabbau entschieden werden.

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