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Feinarbeit: Aus den Zweigen werden 14 Meter lange Girlanden gebunden.

Fast 20 Vereine machen mit

Der Leahats  - so viel Aufwand steckt hinter dem Leonhardifest in Siegertsbrunn

Am Sonntag startet das Leonhardifest in Siegertsbrunn. Schon die ganze Woche schuften zahlreiche Helfer, damit alles perfekt wird. Oft bis in die frühen Morgenstunden.

Siegertsbrunn – 18 mit großen Girlanden und Blumen geschmückte Festwagen – allein aus Siegertsbrunn – werden kommenden Sonntag, 14. Juli, die Wallfahrtskirche St. Leonhard umrunden. Seit einer Woche laufen dafür die aufwendigen Dekorationsvorbereitungen auf Hochtouren: Fast 20 Vereine arbeiten an ihrem eigenen Wagen für die Leonhardifahrt.

Wenige hundert Meter vom Festplatz bei der Wallfahrtskirche entfernt, versammeln sich die Burschen auf dem Stumbeck-Hof an der Hohenbrunner Straße. Rund 40 Personen packen in der Woche vor dem Leonhardifest an drei Abenden direkt nach der Arbeit mit an: Die Burschen holen große Zweige, fahren sie mit dem Traktor vor den Stumbeck-Hof und schneiden sie zu. Die Madln binden daraus in einer alten Halle vier Girlanden, die 14 Meter lang werden. Wenn sie damit fertig sind, geht es weiter an den eigenen Wagen – auch der wird selbstverständlich geschmückt.

Um die anderen 17 Wägen aus Siegertsbrunn, die am Sonntag, 14. Juli, die Kirche dreimal umrunden, kümmern sich die ortsansässigen Vereine: Vom Elternbeirat des Kindergartens, der Krieger- und Soldatenkameradschaft bis zum Kleintierzuchtverein und dem Pfeifenclub sind alle mit dem Schmücken beschäftigt.

Für die Vorbereitungen des Burschenvereins erscheinen im Laufe des Abends immer mehr Helfer auf dem Stumbeck-Hof. Nicht nur Mitglieder des Vereins, bei dem das Eintrittsalter 16 Jahre beträgt, sondern auch deutlich Jüngere. Deren Eltern lassen sie an diesen Tagen länger draußen bleiben. „Die Jungen schauen zu und lernen von den Alten“, erklärt Hans Loidl, der Vorsitzende des Leahats-Organisationskomitees, der selbst schon als „junger Bua“ dabei war und das Fest zum 25. Mal organisiert. „Alle sind begeistert und wollen bei der Vorbereitung einfach dabei sein“. Deshalb arbeiten die älteren Madl und Burschen auch bis tief in die Nacht.

Traditionstreffen auf dem Stumbeck-Hof

„Seit den 1950er-Jahren bereitet der Burschenverein hier die Dekoration fürs Fest vor“, sagt Loidl. Das sei eine richtige Tradition geworden. „Der Bauer hat uns damals vor vielen Jahren erlaubt, hier zu arbeiten, jetzt wäre er wohl beleidigt, wenn wir nicht mehr hierher kommen würden.“ Bisher fanden die Burschen immer ausreichend Helfer: „Die meisten kommen gleich nach der Arbeit hierher“, erzählt Dominik Niedermeier, Vorsitzender des Burschenvereins „Einigkeit“. Um die Truppe zu motivieren, gibt es kühles Bier, Pizza und manchmal auch frischgegrilltes Fleisch. Da bleibe der ein oder andere auch mal bis drei Uhr nachts sitzen. „Aber alles in Maßen“, betont Loidl. Denn am nächsten Tag müssen die Beteiligten wieder fit sein: „Gefordert sind ab Freitag drei Tage maximale Power.“

Und unterm Strich sind es viel mehr als drei Tage: Schon im April fand die erste Planungssitzung für das Festwochenende statt – die Pferde für die Leonhardifahrt organisierte Loidl noch früher. Die Burschen stellten nebenbei das große Bierzelt, in dasmehr als 1400 Personen passen, fast alleine auf. In den nächsten Tagen schleppen sie dort noch die vielen Biergarnituren hinein – und dann geht es am heutigen Freitag richtig los. „Es wird voll, mehr als 100 Tische habe ich alleine für Leute aus Siegertsbrunn und Höhenkirchen reserviert“, sagt der Organisator. Man spürt, dass der Siegertsbrunner Leahats für ihn viel mehr als eine wichtiges Veranstaltung ist – nämlich eine echte Herzensangelegenheit.

Das Festprogramm

Am Freitag, 12. Juli, findet um 18 Uhr der Gottesdienst statt, anschließend wird im Festzelt angezapft. Die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn spielt, auch die Zornedinger Goaßlschnoizern sind vertreten. Am Samstag, 13. Juli, beginnt ab 7 Uhr stündlich der Wallfahrer-Gottesdienst, ab 11 Uhr startet im Zelt der Seniorenmittag. Am Abend laden die Burschen zum Tanz. Am letzten Festtag findet ab 9 Uhr der Festgottesdienst mit Prälat Erich Pfanzelt statt, im Anschluss die traditionelle 1,6 Kilometer lange Leonhardi-Umfahrt.   ALEXANDER SPÖRI

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