Mit Strohhut und Gießkanne: Hans Braun pflegte die Blumen vor dem Höhenkirchner Rathaus.
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Mit Strohhut und Gießkanne: Hans Braun pflegte die Blumen vor dem Höhenkirchner Rathaus.

Landwirt und Feuerwehrmann aus Passion

Siegertsbrunn trauert um Hans Braun

  • Wolfgang Rotzsche
    VonWolfgang Rotzsche
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Seinen 67. Geburtstag durfte Hans Braun, geboren am 11. September 1954, nicht mehr feiern. Viel zu früh ist der beliebte Landwirt verstorben. Nicht nur in Siegertsbrunn ist die Trauer groß.

Siegertsbrunn – Ein großes Herz und vielfältiges Engagement haben Hans Braun ausgezeichnet. Dritte Bürgermeisterin Andrea Hanisch erinnert sich noch sehr gerne an die gemeinsame Zeit im Gemeinderat. Zwischen 2002 und 2014 gehörte er dem Gremium an: „Hans Braun war ein Mann mit Prinzipien. Solidarität und Offenheit, soziale Gerechtigkeit und Warmherzigkeit, die in der Politik wie im Alltagsleben vielfach zu kurz kommen, waren ihm sehr wichtig“, sagt sie.

Er hatte immer den Ort als Ganzes im Auge

Nicht nur, aber gerade im Gemeinderat warb Hans Braun für ein gutes Miteinander im Ort; sein Herz schlug für eine gut ausgebaute Infrastruktur, für das Ortsbild, für den Erhalt der Rodungsinsel, aber auch für die gemeindlichen Finanzen. „Er hatte immer den Ort als Ganzes im Auge“, so Hanisch.

Sein Wort hatte Gewicht

Dabei waren es eher seine leisen Anmerkungen, für die er bekannt war: „Er war kein Mann der großen Worte, aber sein Wort hatte Gewicht. Seine Gemeinderatsarbeit führte er mit Augenmaß, Weitblick und Gespür für die richtigen Entscheidungen und Weichenstellungen aus.“ Nebenbei war er auch Feldgeschworener und Obmann für Siegertsbrunn und somit eine Art Hüter der Grenzen im Gemeindegebiet.

50 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr

Nicht minder groß ist die Trauer in der CSU, beim Leonhardikomitee und der Siegertsbrunner Feuerwehr. Bei letzterer trat Braun vor genau 50 Jahren als aktives Mitglied ein. Zwischen 1996 und 2008 wirkte er als stellvertretender Kommandant, war aber auch darüber hinaus bereit, Verantwortung für die Feuerwehr zu übernehmen, beispielsweise als Gruppenführer und Gerätewart.

Beim Proberuf piepste es aus allen Ecken

Als ortsansässiger Landwirt war er vor allem tagsüber oftmals zur Stelle, wenn die Feuerwehr alarmiert worden ist. Dabei waren vor allem seine Erfahrung und Ruhe gefragt. Vereinsvorsitzender Leonhard Karl erinnert sich gerne an Braun: „Hans erkannte sehr schnell die Lage und den Zustand der Kameraden. Waren die bei der Einsatzfahrt recht nervös, beruhigte er sie gekonnt und geschickt, dass eine gute Arbeit am Einsatzort möglich war. Er war ein ehrlicher Mensch, der ansprach, wenn etwas nicht gepasst hat, und auch Lösungen zur Hand hatte.“ Er war Funkgerätebeauftragter und nahm diesen Job sehr ernst. Kommandant Sebastian Walch merkt an: „Hans hat sich bei uns damals um die ganzen Piepser gekümmert. Deswegen war im Hause Braun am Donnerstagabend beim Proberuf immer Halligalli, weil es überall gepiepst hat.“

Gerne pflegte er die Blumen vor dem Rathaus

Für Hans Braun war die Feuerwehr ein ganz wichtiger Bestandteil seines Lebens. „Auch nach seinem 65. Geburtstag, als er also passiv war, hat er immer wissen wollen, was los war“, sagt Kommandant Sebastian Walch.

Aber es waren auch die Kleinigkeiten, die den Verstorbenen so besonders machten. Altbürgerin Ursula Mayer merkt an, dass Braun „während meiner gesamten Amtszeit den Blumenschmuck vor dem Rathaus umsorgt und im Sommer gegossen hat“. Die Gemeinde habe die Blumen bezahlt, den Rest Braun ehrenamtlich übernommen. Oftmals sei Braun mit der Gießkanne anzutreffen gewesen, um den Blumen Wasser zu geben und nach dem rechten zu schauen. Nunmehr hat sich die Gemeinde mit einem Blumenkranz an dessen letzter Ruhestätte auf dem Siegertsbrunner Kirchenfriedhof erkenntlich gezeigt. Hans Braun hinterlässt Frau, vier Kinder und drei Enkelkinder.

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