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Kein Zustand: Gemeinderätin Priska Weber auf dem ehemaligen Sc hrebergarten-Gelände, das völlig zugemüllt ist.

Die Gemeinde würde verkommen

Völlig vermüllt: SPD-Frau klagt über „Saustall“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn verkommt zur Müllhalde. So sieht es zumindest SPD-Gemeinderätin Priska Weber. Sie appelliert an Bürger und Rathausverwaltung, endlich etwas gegen den „Saustall“ im Ort zu unternehmen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Grasbewachsene Randsteinrinnen entlang der Straßen, Büsche und Bäume im öffentlichen Raum, die vor sich hin wuchern, abgelegte Möbel in Waldstücken, Unrat rund um die Bahnhöfe und an Wegen sowie ein Gemeindegrundstück, das zur Müllkippe verkommt: Immer mehr Bürger hätten sich zuletzt bei den Gemeinderatsmitgliedern der SPD-Fraktion über die mittlerweile „unhaltbaren Zustände“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn beschwert, erzählt Weber. „Die Leute sprechen uns persönlich an oder klagen ihr Leid, wenn sie zu unseren SPD-Stammtischen kommen.“

So werde von vielen das Ortsbild moniert, das sich beim Einfahren über die Münchner Straße in die Gemeinde präsentiert. Als Beispiel nennt Weber die ehemalige Schrebergartensiedlung, auf der die Gemeinde irgendwann bezahlbaren Wohnraum schaffen will. „Als die Besitzer ihre Schrebergärten räumen mussten, durften sie alles liegen lassen, was sie nicht mehr brauchten“, erzählt Weber. Jetzt falle dort alles von Tag zu Tag mehr zusammen und verkomme zur Müllhalde.

Gemeinde müsse aktiver werden, um „Verwahrlosung“ Einhalt zu gebieten

Auch der Zustand der Fußgängerunterführung am Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn stößt Weber und vielen anderen Bürgern auf. Im Winter habe Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) versprochen, dass Gymnasiasten die gefliesten und mit Graffiti besprühten Wände der Unterführung neu gestalten würden. „Aber bis heute ist nichts passiert.“ Auch sei die Unterführung trotz der Beteuerung Mayers, die Bauhofmitarbeiter würden dort regelmäßig sauber machen, ständig verschmutzt. „Der Bauhof ist derzeit unterbesetzt“, weiß Weber. Deshalb ist es aus ihrer Sicht notwendig, dass die Gemeinde – wie früher – einen Paten sucht, der sich gegen ein Entgelt um die Reinigung der Unterführung kümmert. Überhaupt müsste Gemeindeverwaltung aktiver werden, um der Verwahrlosung des Ortes Einhalt zu gebieten.

Nach Ansicht von Weber müssen sich aber auch die Bürger an die eigene Nase fassen, wenn es um die Vermüllung der Gemeinde geht. Auf den Wegen zum und vom Bahnhof Wächterhof würden Pendler Flaschen, Becher, Zigarettenschachteln oder Kaffeebecher einfach in der Natur entsorgen. Und selbst sperrige Sachen oder Ekliges entsorgten Leute einfach in der Natur. So habe eine Bürgerin kürzlich einen ausrangierter Küchenschrank nahe der S-Bahn-Haltestelle in einem Waldstück entdeckt, eine andere zwischen der Bahnline und der Hohenbrunner Straße Objekte, die aussahen wie Fleischteile tierischer Herkunft.

Die SPD-Frau zieht auch selbst mit einem Müllsack zum Aufräumen los

„Sind wir jetzt schon so weit, dass Kameras installiert werden müssen, um der Vermüllung der Natur Herr zu werden?“, fragt Weber und appelliert an die Bevölkerung, wieder mehr auf dieses Problem zu achten.

Die Vermüllung ist aus ihrer Sicht in erster Linie ein Höhenkirchner Problem. „In Siegertsbrunn gibt es noch viele Landwirte, die einfach den Müll in der Natur wegräumen. Aber in Höhenkirchen schaue viele nur bis zur eigenen Gartentür.

Weber geht mit gutem Beispiel voran, hat schon selbst zum Müllsack gegriffen, um Unrat im Ort einzusammeln. Und sie hat die Aktion Grünpatenschaften angeregt. Dabei sucht die Gemeinde Bürger, die als Paten öffentliche Grünflächen pflegen und sauber halten. Die Resonanz in der Bevölkerung war bisher allerdings sehr verhalten.

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