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Ruf-Gelände: Spielwiese für Architekten

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Von: Stefan Weinzierl

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Das ehemalige Gelände der Firma Ruf soll komplett neu überplant werden.
Das ehemalige Gelände der Firma Ruf soll komplett neu überplant werden. © sw

Bis zu sieben Planer sollen sich Gedanken über die Zukunft des Ruf-Geländes in Höhenkirchen-Siegertsbrunn machen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Mehrere Architekturbüros sollen der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn Ideen liefern, wie man das ehemalige Ruf-Firmengelände an der Bahnhofstraße am sinnvollsten überplanen und bebauen kann. Der Gemeinderat hat jetzt Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) ermächtigt, im Rahmen einer sogenannten Mehrfachbeauftragung bis zu sieben Planer damit zu betrauen, Konzepte für das zentral gelegene Areal zu erarbeiten.

Jedes teilnehmende Büro erhält dafür ein Honorar.

Wie Sanierungsarchitektin Claudia Schreiber, die die Gemeinde im Rahmen des Städtebauförderungs-Projekts unterstützt, in der Ratssitzung ausführte, ist ein Honorar zwischen 10 000 und 20 000 Euro pro Teilnehmer realistisch. Um das Auswahlverfahren finanzieren zu können, sollen deshalb 150 000 Euro in den Haushalt fürs kommende Jahr eingestellt werden. Eine aus Gemeinderatsmitgliedern bestehende Jury soll vor der Beauftragung der Architekten die genau Aufgabenstellung erarbeiten und später auch die eingereichten Beiträge beurteilen.

Sanierung in vollem Gange

Wie berichtet, ist die Sanierung der Alten Apotheke, die ebenfalls auf dem Ruf-Gelände liegt, in vollem Gange. Die Arbeiten sollen im Frühsommer 2022 abgeschlossen sein. Dagegen liegt die Planung für den Rest der Fläche seit Jahren auf Eis. Jetzt will man auch bei diesem Thema endlich vorankommen.

Auf dem Areal befindet sich neben dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Ruf auch die einstige Kantine, die mittlerweile das Kleine Warenhaus beherbergt, sowie ein Pförtnerhäuschen, das in absehbarer Zeit abgerissen werden soll. Bis 2015 bestand bereits ein Lenkungskreis, der unter Beteiligung der Bürger grobe Ziele einer etwaigen neuen Nutzung erarbeitet und festgelegt hat. So soll auf dem Gelände ein Begegnungszentrum für alle entstehen, das unter anderem Kursräume für die Volkshochschule, Vereinsräume und das Kleine Warenhaus beheimaten könnte. Bürgermeisterin Konwitschny erinnerte daran, dass die Bürgerbeteiligung zum Ruf-Gelände schon Jahre zurückliege. Die Ausgangslage habe sich zum Teil verändert. So werde die Zwergerlstube, die einst auch im Begegnungszentrum unterkommen sollte, nun seinen Platz in der Alten Apotheke finden.

„Sind keine superreiche Gemeinde“

Bevor aber erneut die Bürger in die Planung mit einbezogen werden, macht es aus ihrer Sicht Sinn, erst einmal Architekten Vorschläge für das Gelände präsentieren zu lassen. Peter Guggenberger (CSU) bat darum, bei der Ausarbeitung der Aufgabenstellung für die Planer den ehemaligen Lenkungskreis sowie die Arbeitskreise der Gemeinde einzubeziehen. Dorothee Stoewahse (Grüne) wollte nicht zu viel Geld für die Mehrfachbeauftragung ausgeben, „schließlich sind wir keine superreiche Gemeinde“. Konwitschny und Otto Bußjäger (UB) warnten wiederum davor, bereits bei der Beauftragung der Planer zu sparen.

So sah es auch Katharina Prorok (CSU), die die Bedeutung des Geländes hervorhob: „Das ist ein Schmuckstück. Dafür sollten wir bereit sein, Geld in die Hand nehmen.“ Einen Haken gibt es allerdings noch: Wie Konwitschny den Gemeinderäten mitteilte, hat die Verwaltung im Vorfeld bereits bei mehreren Architekturbüros angefragt, ob Interesse an einer Beauftragung bestehen. Bisher hätte sich aber nur ein Planungsbüro an dem Projekt interessiert gezeigt.

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