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Brillant: Tobias Krieger (l.) und Reinhold Friedrich an der Trompete.

Trompetenfestival in der Mehrzweckhalle

Wie ein Ritterschlag

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - An der Seite des mehrfach ausgezeichneten Reinhold Friedrich hat Tobias Krieger (16) beim Trompetenfestival in Höhenkirchen-Siegertsbrunn das Publikum begeistert. 

Anerkennend legt Professor Reinhold Friedrich seinen Arm um die Schulter von Tobias Krieger und gratuliert ihm. 650 Zuschauer in der Mehrzweckhalle in Höhenkirchen-Siegertsbrunn applaudieren begeistert, manche trampeln lautstark mit den Füßen. In diesem Augenblick strahlt Krieger, weicht die Anspannung einem befreienden Lächeln.

Die Geste des berühmten, vielfach ausgezeichneten Stars ist für Krieger wie ein Ritterschlag. Applaus und Erfolge ist der 16-jährige Gymnasiast seit Jahren gewohnt. So gewann er beispielsweise 2015 in der Kategorie Trompete Solo den Bundeswettbewerb Jugend musiziert, ist seit 2014 Mitglied des Bundesjugendorchesters, spielt seit 2011 im Jugendorchester Attacca der Bayerischen Staatsoper. Aber der Auftritt in seiner Heimatgemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn beim Abschlusskonzert des von der Blaskapelle Höhenkirchen organisierten, fünftägigen Trompetenfestivals ist für ihn doch etwas Besonderes.

Er hat sich für das Trompetenkonzert des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan (1920 bis 2012) entschieden und damit eins der schwierigsten Werke ausgesucht. Begleitet von den 65 Musikern des Festivalorchesters unter der Leitung von Dirigent Bernhard Willer bewältigt er nahezu leichtfüßig die schnellen und schwierigen Passagen des Stücks, beweist im Zusammenspiel mit den Klarinetten im langsamen, leisen Zwischenteil sein ganzes Können.

Den musikalischen Höhepunkt des Konzerts aber bildet der gemeinsame Auftritt von Friedrich und Krieger beim „Concerto classico für zwei Trompeten“ von Joseph Horovitz. In diesem 1985 entstandenen Werk verarbeitet Horovitz auch Einflüsse des Jazz und der Unterhaltungsmusik. Hervorragend spielen sich dabei Friedrich und Krieger musikalisch die Bälle zu, ergänzen sich und treiben sich gegenseitig an. Gleichberechtigt wie zwei Freunde und nicht wie Lehrmeister und Schüler stehen und spielen sie im gegenseitigen Respekt auf der Bühne. Die Harmonie entfaltet ihren eigenen Zauber, springt auch auf das begeisterte Publikum über. Seit 2013 kennen sich Friedrich und Krieger. Der junge Trompeter nahm am Meisterkurs des Musiklehrers teil. Schon damals war sich Friedrich sicher: „Krieger ist auf dem Weg nach ganz oben. Talente wie ihn gibt es in Deutschland nur eine Handvoll.“ Und Krieger ist noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. So hat er 2015 als Jungstudent an der Münchner Musikhochschule sein Studium aufgenommen.

Die Freundschaft zwischen Krieger und Friedrich war es, die zum Trompetenfestival führte. Die Idee hatten Tobias’ Vater Christian Krieger und Florian Sepp, Vorsitzender der Blaskapelle. Sofort erklärte sich Friedrich bereit, einen Meisterkurs zu leiten. 15 junge Musiker aus fünf Nationen, darunter auch aus China und Japan, kamen für fünf Tage nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn, waren als Gäste auch Zuschauer beim Abschlusskonzert. Keine Frage war für Friedrich, neben seinem Engagement als Kursleiter auch als Solist aufzutreten und damit das Trompetenfestival zum bisher „größten musikalischen Ereignis in der Gemeinde und der Geschichte der Blaskapelle“ zu machen, wie Staatsminister und Schirmherr Marcel Huber in seinem Grußwort erklärte. „Das Trompetenfestival ist ein Alleinstellungsmerkmal, gibt es nirgendwo sonst in Bayern“, so Huber.

Für seinen Auftritt als Solist hat Friedrich die bestens bekannte „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin (1898 bis 1937) ausgewählt. Das ursprünglich für Klavier und Orchester komponierte Werk wurde von Timofei Dokschizer bearbeitet in eine Fassung für Trompete und Orchester. Und hier zeigte Friedrich, welche klanglichen und musikalischen Möglichkeiten die Trompete bietet, nutzte alle Facetten und reizte die spielerische Freiheit aus, die Gershwin in seinem Werk den Musikern gelassen hatte. Vor allem die Jazz-Elemente waren es, die Friedrich betonte und dabei zeigte, dass in dem klassischen Musiker auch ein großer Jazzer steckt, der es versteht, eine Blaskapelle hinter sich zum Swingen zu bringen.

Zum Abschluss standen Friedrich und Krieger noch einmal auf der Bühne, spielten als Zugabe Vivaldis Konzert für zwei Trompeten als Zugabe. Voller Begeisterung erhob sich das Publikum und belohnte Solisten und Musiker des Festivalorchesters mit minutenlangem Applaus.

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