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Klimaschutzziele schön und gut, aber wie sollen die Gemeinden die ambitionierten Vorgaben erfüllen?

Gemeinde wünscht dem Landkreis „viel Erfolg“ mit dem Projekt

Zweifel an Lärmschutzinitiative des Kreises

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Der Landkreis setzt auf eine neue Klimaschutz-Kampagne namens „29++ Klima“. In Höhenkirchen-Siegertsbrunn sind nicht alle Gemeinderäte vorbehaltlos überzeugt von der Initiative.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der Landkreis München setzt auf eine neue Klimaschutz-Kampagne namens „29++ Klima. Energie. Initiative.“. Die Vereinbarung soll die Energievision ersetzen, die der Landkreis 2006 verabschiedet hatte, dessen Ziele sich aber als zu hoch gesteckt erwiesen haben. Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn begrüßt die Initiative des Landkreises und „wünscht dieser viel Erfolg“. Auf diese Formulierung hat sich der Gemeinderat nach kurzer Debatte in seiner jüngsten Sitzung geeinigt. Denn nicht alle Ratsmitglieder wollten der vom Landkreis vorgelegten Klimaschutzerklärung vorbehaltlos zustimmen.

So störte sich Roland Spingler (CSU) an dem im letzten Absatz der Erklärung festgeschriebenen konkreten Ziel, die jährlichen pro-Kopf-Emmissionen im Landkreis München um 54 Prozent von 13 Tonnen Kohlendioxid im Jahr (Stand 2010) bis zum Jahr 2030 auf sechs Tonnen zu reduzieren. Ihm sei nicht klar, wie man auf diese Werte kommt, sagte er. Zumal seiner Ansicht noch zum großen Teil der Handel und das Gewerbe für die Emissionen verantwortlich sind. Deshalb solle in erster Linie hier angesetzt werden.

Manfred Eberhard (UB) sprach von einem sehr ambitionierten Vorhaben des Landkreises und bat darum, im Gemeinderat zu erörtern, was Höhenkirchen-Siegertsbrunn konkret zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele beitragen könnte. „Meine Sorge ist, da läuft nicht genug“, sagte er.

Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) verwies auf den Arbeitskreis „Energie und Umwelt“, der sich seit Jahren im Ort für den Klima- und Umweltschutz einsetze. Zudem erhofft sich die Rathauschefin durch die Teilnahme am Energieeffizienznetzwerk der Hochschule Landshut „einen weiteren Schub“, was das Einsparpotenzial in der Gemeinde betrifft.

Mindy Konwitschny (SPD) warnte davor, alles, was den Umweltschutz betrifft, auf die Ehrenamtlichen abzuwälzen. „Das Ehrenamt kann das Hauptamt nicht ersetzen“, sagt sie. Deshalb müssten auch Gemeinderat und Rathausverwaltung tätig werden. „Wir werden ohne den Bürger keinen Erfolg haben“, entgegnete Mayer. Aber natürlich werde man im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auch versuchen, die Gebäude der Gemeinde so herzurichten, dass sie den Ansprüchen der Energiewende genügen.

Die Initiative des Landkreises habe konkrete Ziele wie den Autoverkehr zu reduzieren und Energie einzusparen, zu deren Verwirklichung jeder Bürger etwas beitragen könne, betonte Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) und appellierte an die Kritiker und Zweifler: „Wir sollten positiv denken.“

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