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Simuliert den Ernstfall: Axel Steinhage von der Herstellerfirma „Future-Shape“ liegt in einem der Zimmer, nachdem er hingefallen ist. Das rote Licht an der Zimmertür alarmiert das Pflegepersonal.

Seniorenzentrum Testet Sturzmelder

Alarm unterm Fußboden

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Ein Bewohner stürzt, und das Pflegepersonal bekommt davon nichts mit: Im Seniorenzentrum in Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll ein solches Szenario bald unmöglich sein. Das Wohnheim testet ein Alarmsystem, das Stürze im Zimmer erkennt und künftig verhindern soll.

Es ist ruhig im ersten Stock des Seniorenzentrums „Wohnen am Schlossanger“. Ein älterer Bewohnerin wird gerade von einer Pflegerin in sein Zimmer geführt. Plötzlich ertönt ein schriller Pfeifton. Die Pflegerin schaut kurz auf das kleine Telefon in ihrer Hand: „Sturz in Zimmer 37“. Ein rotes Licht links der Tür markiert das betroffene Zimmer. Wenige Sekunden später ist sie bei dem Gestürtzten, kann ihm helfen. Bei diesem Probelauf ist natürlich nichts passiert. Die Szene verdeutlicht jedoch, wie schnell das Pflegepersonal mittlerweile auf Stürze reagieren kann. Seit einer Woche testet das Seniorenzentrum in Höhenkirchen-Siegertsbrunn das neue „SensFloor“-System. „Wir erhoffen uns natürlich vor allem mehr Sicherheit für unsere Bewohner“, sagt Irmgard Kaleve, Geschäftsführerin des Seniorenzentrums. Die Idee ist simpel, die Technik dahinter weitaus komplizierter. Verlassen Bewohner nachts ihr Bett, um etwas zu trinken oder auf die Toilette zu gehen, fängt ein weißes Licht an zu leuchten. Ein hochsensibler Bodenbelag nimmt jeden Schritt im Zimmer wahr, teilt dies den Pflegern in einer kurzen Nachricht mit, auf einem Monitor im Schwesternzimmer und auf ihrem kleinen Telefon, dem sogenannten Pager. Fällt der Bewohner, löst das System Alarm aus, aus dem weißen Licht wird ein rotes. „Dadurch, dass die Aktivitäten im Zimmer schon vorab erkannt und an die Schwestern gemeldet werden, können diese sofort reagieren – bevor die Person stürzt“, erklärt Christl Lauterbach von der Firma „Futur-Shape“, die das System entwickelt und installiert hat. „Das Pflegepersonal kann so zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – eine enorme Erleichterung“, meint Kaleve. In zehn der 72 Appartements wurden die dünnen Sensor-Unterlagen verlegt und mit der hausinternen Rufanlage vernetzt. Kosten des Ausbaus: 6500 Euro pro Zimmer. Den Betrag teilen sich im Moment das Höhenkirchner Unternehmen „Future-Shape“ und das europäische Förderprojekt UNCAP im Rahmen einer Studie. Sollten auch die übrigen Zimmer mit dem Belag ausgestattet werden, müsste die Gemeinde den Ausbau vollständig bezahlen. Höhenkirchens Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) hält viel von dem Projekt. „Sollte sich das System bewähren, werden wir es kontinuierlich ausbauen“, sagt sie. Die nächsten zwei Jahre soll das System getestet und optimiert werden. Die Studie soll zeigen, wie viele Stürze erkannt und wie viele verhindert werden können. 100 Prozent der Stürze seien allerdings nicht zu verhindern, sagt Kaleve.

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