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Das Mensch-Sein nicht ver gessen und Brücken des Miteinanders bauen , das wünschen sich (v.l.) der Pfarrgemeinderat und CSU-Gemeinderat Peter Benthues, Pfarrer Ulrich Kampe, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Schedlbauer und Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) für das Jahr 2017. 

Hoffnung auf Toleranz und Zuversicht

Oberschleißheim - Durchaus leise und nachdenklich gestimmt waren die Redner beim Neujahrsempfang in Oberschleißheim.

Von Andreas Sachse

Oberschleißheim– Ganz im Eindruck der verstörenden Ereignisse im Jahr 2016 stand der Neujahrsempfang in Oberschleißheim. Not, Angst und Terror sitzen tief im Gedächtnis der Redner – zumal mit Dijamant Z. ein junger Mann aus Oberschleißheim Opfer eines Terroraktes geworden ist. An den 20-jährigen, der im OEZ erschossen wurde, erinnerte Bürgermeister Christian Kuchlbauer. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Schedlbauer forderte zu mehr Menschlichkeit auf und zitierte aus dem Weihnachtstraum von Hoffmann von Fallersleben.

„Ich lag und schlief; da träumte mir ein wunderschöner Traum: von einem wundervollen Land ohne Zaun. Wo Menschen zusammenleben ohne Gier, für jeden ein Dach über dem Kopf, genug Essen im Topf.“ Barbara Schedlbauer war es ein Anliegen, auf dem Neujahrsempfang in Oberschleißheim von ihrem Traum für 2017 zu erzählen.

„Ich muss Euch erzählen von meiner letzten Nacht“, begrüßte sie die rund 150 Gäste im Pfarrheim Maria Patrona Bavariae. Die eindringlichen Worte, die Schedlbauer beim Neujahrsempfang 2016 wählte, um im Jahr der Flüchtlingskrise auf die Leistungen ungezählter Ehrenamtlicher aufmerksam zu machen, sind vielen noch im Ohr. Dass die engagierte Christin das Jahr 2017 mit einer eher gediegenen Ansprache einleiten würde, war nicht zu erwarten.

Der Weihnachtstraum Hoffmann von Fallersleben („Ich lag und schlief“) und Martin Luther Kings „I had a Dream“ hatten sie ermuntert, von ihrer Nacht zu erzählen; denn die Ereignisse des zurückliegenden Jahres waren ebenso wenig wie 2015 dazu angetan, das neue Jahr nicht nachdenklich zu begrüßen. Daran dürfte auch Kuchlbauer gedacht haben, als er seine Rede für den Neujahrsempfang vorbereitete.

Dass ihn die Intensität der Worte der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden überraschten, war Kuchlbauers Bemerkung zu Schedlbauers Dichtkunst zu entnehmen. „Talente soll man fördern“, begann er mit seinen Gedanken zu 2016: „Ein Jahr, das kein leichtes war.“ Brexit und der Höhenflug populistischer Rechter erschütterten die Festung namens Europa. Der Terror von Paris, Brüssel, Ansbach und Würzburg konfrontierte Deutschland mit der Angst. In Oberschleißheim geschah das am 22. Juli, als der 20-jährige Lustheimer, Dijamant Z., im Olympia-Einkaufszentrum von einem Amokläufer ermordet wurde. Dijamant soll nicht vergessen werden in der Gemeinde. Allem Schrecken zum Trotz, der von außen auf die Gemeinde einwirkte, betrachtet Kuchlbauer Oberschleißheim als „einen guten Ort“. Der Umgang mit den Flüchtlingen in der Gemeinde, die Unterstützung, die Asylbewerber erfuhren, dient ihm als Beleg, dass die Flüchtlingskrise den Ort nicht erreicht habe. „Im zwischenmenschlichen und sozialen Bereich passt es bei uns.“ Ausdrücklich lobte Kuchlbauer die Leistung der Ehrenamtlichen.

Über die „Brücke des Miteinanders geleitete Pfarrer Ulrich Kampe ins neue Jahr. Als Gastgeber des Neujahrsempfangs ermunterte er jeden, sich als Brückenbauer zu versuchen. Ob im Besuchsdienst der Arbeiterwohlfahrt, als Streitschlichter in der Schule, als Asylhelfer oder Mitstreiter für den Oberschleißheimer Tisch. Jeder könne seinen Beitrag leisten.

Peter Benthues, CSU-Gemeinderat und Pfarrgemeinderatsmitglied St. Wilhelm, wünscht sich, dass Toleranz, Gelassenheit und gegenseitiges Verständnis als Orientierungshilfen im noch jungen Jahr dienen. „... ganz verwundert stand ich da, in diesem wundervollen Land“, schloss die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Schedlbauer die Erinnerung an ihren Traum: „Aufgewacht in einem dunklen Raum. Das Licht war fort, wie dieser Ort. Alles Gute für 2017.“

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