Im Zeichen des Faschings: Bürgermeister Wolfgang Panzer und seine Frau Nicole begrüßen das Prinzenpaar der Gleisenia. Foto: Bro

Hoffnung auf „göttliche Eingebungen“

Unterhaching - Beim Neujahrsempfang wünscht sich Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer Hilfe von oben.

Die Regie reagierte mit Verspätung. Während die örtliche Faschingsgesellschaft Gleisenia anlässlich ihres 44-jährigen Bestehens beim Neujahrsempfang der Gemeinde Unterhaching ihr Programm tanzte, flimmerte auf den beiden Großbildschirmen das vereinsamte Mikrofon am Rednerpult. Dort hatte zuvor Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) seine 35-minütige Ansprache gehalten. Das Bild vom abgelegten Mikro verschwand erst gegen Ende der Gleisenia-Darbietung, die aber nicht mehr alle der rund 500 geladenen Gäste von der Tribüne der Sportarena aus verfolgten. Im Foyer hatte nämlich der Weißbierausschank begonnen, was manch einem besser mundete als ein Gläschen Sekt: Eine der ersten frisch gezapften Halben sicherten sich unter anderem Feuerwehr-Kommandant Josef Gmeinwieser und SpVgg-Sportkoordinator Manfred Schwabl. Und darum ging es letztlich ja auch beim Neujahrsempfang: sich ins Gespräch zu vertiefen, sich über die persönliche Fach-Materie hinaus auszutauschen.

Also plauderten diverse ehrenamtlich Engagierte, Fußballtrainer Heiko Herrlich von der SpVgg oder Volleyball-Coach Mihai Paduretu, der schon der Champions-League-Reise nach Sibirien entgegenbibberte: „Die dicken Wintermäntel sind eingepackt.“ Unter den zahlreich vertretenen politischen Vertretern war auch der emotionale Ausbruch des Bürgermeisters tags zuvor im Gemeinderat (wir berichteten) reges Gesprächsthema. Selbst aus Panzers eigenen Parteikreisen verlautete, dass er bei bestimmten Dingen „hoch geht wie Rumpelstilzchen und dann auch nicht mehr zu stoppen ist“.

Nun, es liegt aber auch viel an in Unterhaching, wie Panzer in seiner Rede, die thematisch zwischen Haushaltsdebatte und kommunalpolitischem Bürgerversammlungs-Abriss anzusiedeln war, monologisierte. Und dass nicht alles allein zu schaffen ist, zeigten Panzers Blicke nach oben, als er mehrfach den Engel Aloisius Hingerl bemühte und sich für die Bayerische Staatsregierung eine „göttliche Eingebung“ wünschte. Beispielsweise bei der Geothermie als Alternative zu Atomkraft oder bei einer „sinnvollen Neuordnung des Schulsystems im Sinne unserer Kinder“. Denn, so Panzers „persönliches Fazit“ und Motto für die nächsten Jahre: „Unsere Kinder sind unsere Zukunft, und die Zukunft, das ist die Zeit, in der wir einmal leben werden, und die Gegenwart ist die Zweit, in der wir ebendiese Zukunft gestalten.“ Das klang, ganz Panzer-untypisch, fast philosophisch.

Martin Becker

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