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Müssen eine Zeitlang ohne Bürgermeister auskommen. Bei der Baierbrunner Bürgerversammlung versichert Landrat Christoph Göbel die Hilfe des Landratsamts an.

Baierbrunner Bürgerversammlung

Hohe Kosten für Schulneubau 

Baierbrunn – Statt Bürgermeisterin Barbara Angermaier, die kurz zu vor von ihrem Amt zurückgetreten war(wir berichteten), nahm Zweiter Bürgermeister Wolfgang Jirschik (ÜWG) das Ruder in die Hand bei der Bürgerversammlung in Baierbrunn. Zwei Bürger hatten Anfragen oder Anträge eingereicht. Themen waren die Mittagsbetreuung, die vielleicht, so die Befürchtung, nicht genug Plätze habe könnte (was nicht der Fall ist), und die enge Forststraße, auf der morgens und mittags viel los ist, wenn die Eltern ihre Kinder in den dortigen Waldorfkindergarten bringen. Dazu hat die Versammlung zwei Punkte beschlossen. Der Gemeinderat wird sich demnächst damit beschäftigen müssen, eventuell das Halteverbot in der Straße zu verlegen und die orangenen „Boller“, laut Anlieger und Antragsteller Florian Bosse „optisch nicht gelungen“, wieder zu entfernen. Die Dinger sollen eigentlich für die Fußgänger einen Streifen abtrennen.

Spannend wurde es dann kurz vor Schluss des langen Abends, an dem sich traditionell auch ein Verein vorstellen darf und die Gewinner des Blumenschmuckwettbewerbs ihre Urkunden bekommen. Als dann endlich Gelegenheit war, sich spontan zu Wort zu melden, wollte die ehemalige SPD-Gemeinderätin Michaela Lichtblau wissen: wie die neue Schule, die die Gemeinde bauen will, eigentlich finanziert werden soll? Der Neubau soll 17 Millionen Euro kosten, aber nur neun Millionen liegen in Baierbrunn auf der hohen Kante. Die Gewerbesteuern, das hatte Zweiter Bürgermeister Jirschik, der auch den Rechenschaftsbericht vortrug, zuvor erklärt, sind heuer eingebrochen und auch weiterhin nicht sicher.

Wie die alte Schule weiter genutzt werden könnte, steht auch noch nicht fest. „Mir ist schleierhaft, wie das alles gehen soll“, sagte Lichtblau. Ein anderer Besucher pflichtete ihr bei: „Wenn ich mir ein Haus baue, gehe ich auch nicht erst zum Notar und dann zur Bank.“ Um das zu diskutieren, war (und ist) es freilich zu spät, denn der Neubau ist im Gemeinderat schließlich nach langem Ringen beschlossen worden. Jirschik: „Wir müssen uns dem jetzt stellen.“ BIG-Gemeinderat Hans-Peter Hecker erläuterte sinngemäß, man habe die Entscheidung aufgrund gründlicher Gutachten so getroffen.

Und Bürgermeisterin Barbara Angermaier? Zu ihrer für alle überraschenden Entscheidung, den Job im Rathaus aufzugeben, der ihr doch so wichtig war, sagte Jirschik, dieser Schritt habe ihn „betroffen gemacht. Ich dachte, wir kommen zusammen.“ Angermaier habe „sehr hohe Erwartungen“ an sich gehabt, sich „sehr, sehr viel“ vorgenommen und eine ganze Reihe von Projekten auch geschafft.

Landrat Christoph Göbel, der mit der ehemaligen Bürgermeisterin noch nicht sprechen hat können, bedankte sich bei der Baierbrunner Verwaltung und beim Zweiten Bürgermeister Jirschik dafür, dass „mit der Situation so verantwortungsbewusst umgegangen wird“. Er bot die Hilfe des Landratsamtes München an. Ob Baierbrunn sich einmal einen hauptamtlich agierenden Verwaltungschef leisten will, dazu wollte er nichts sagen. Nur so viel: „Im Ballungsraum München gibt es für einen Bürgermeister immer genug Arbeit.“

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