Über 50 Jahre waren Werner und Rita Meisinger verheiratet. Die Erinnerungen an viele gemeinsame Wandertouren verband das Paar.
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Über 50 Jahre waren Werner und Rita Meisinger verheiratet. Die Erinnerungen an viele gemeinsame Wandertouren verband das Paar.

Werner Meisinger mit 79 Jahren gestorben

Abschied von einem Wanderfreund

Werner Meisinger (79) aus Hohenbrunn war nicht nur ein begeisterter Wanderfreund. Er engagierte sich beispielhaft in seinem Wanderverein und brachte sich in das Gemeindeleben ein. Freunde und Familie trauern und erinnern an einen abenteuerlustigen Menschen, geliebten Ehemann und Vater.

Hozhenbrunn - Zwei Tage vor ihrem Hochzeitstag und wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag starb Werner Meisinger - ruhig und friedlich, zu Hause in Hohenbrunn bei seiner Frau Rita. Da lag bereits ein langer und schwerer Leidensweg hinter ihm und seiner Familie, die in jeder Phase der Krankheit für ihn da war. „Es war zum Schluss eine Erlösung für ihn“, sagt seine Frau.Sie findet Trost in dem Gedanken, dass es ihm dort, wo er jetzt ist, hoffentlich wieder gut geht. Über 50 Jahre waren die beiden verheiratet, zwei Kinder haben sie großgezogen: Walter und Claudia. Rita Meisinger ist froh, die beiden an ihrer Seite zu haben: „Meine Kinder sind wie ein Sechser im Lotto, sie kümmern sich sehr.“

Erinnerung an viele schöne Wanderungen

Was die Eheleute in der schweren Zeit aufrechterhielt, war die Erinnerung an all die schönen Wanderungen, die sie gemeinsam unternommen hatten. Denn so viel steht fest: Wenn Werner Meisinger seine Wanderstiefel schnüren konnte, dann war er glücklich. Immer wieder neue Touren auszukundschaften, mit denen er später seine Kameraden vom Pfeifenclub Wanderfreunde und Stockschützen Hohenbrunn überraschte, bereitete ihm viel Freude. In Zukunft werden die Vereinskameraden leider ohne ihren Werner auskommen müssen.

Vereinsabende, Ausflüge, Wanderungen: Stets war Werner Meisinger dabei

Schwer vorstellbar, denn der Wanderverein, das war Werner Meisingers Leben. Über 40 Jahre konnten die Verantwortlichen stets auf seine tatkräftige Unterstützung zählen. Ob im Amt des Kassiers, das er mit großer Verantwortung und sehr gewissenhaft ausübte, oder als inoffizieller Archivar. Vereinsabende, Ausflüge oder Wanderungen - stets war er mit seiner Frau Rita dabei. Unvergessen auch sein nach altem Hausrezept gebrauter Spezialpunsch, mit dem er den Christkindlmarkt bereicherte. In relativ hohem Alter arbeitete er sich sogar noch in die Computertechnik ein und betreute die Facebook-Seite des Vereins. Aufgrund seines langjährigen und außergewöhnlichen Engagements ernannten ihn die Wanderfreunde 2017 zum Ehrenmitglied. In der fast 60-jährigen Vereinsgeschichte wurde diese Ehre bisher nur fünf Personen zuteil. „Wir haben einen wichtigen Menschen verloren und ich einen lieben Freund“, bedauert Andreas Schlick, zweiter Vorstand. „Durch seinen Tod entsteht eine große Lücke.“

Die Liebe zum Fliegen verband ihn mit Sohn Walter

Werner Meisinger war aber nicht nur ein begeisterter Wandersmann, sondern obendrein ein sehr guter Stockschütze. Doch der gelernte Installateur, der sich auf Heiz- und Klimaanlagen spezialisiert hatte, pflegte ein weiteres Hobby. „Mein Vater interessierte sich für alles, was Flügel hat“, sagt sein Sohn Walter. Die Liebe zum Fliegen verband die beiden ihr Leben lang und führte dazu, dass der Sohn Sportpilot wurde.

Tochter Claudia: „Mein Vater hat mir beigebracht, mich voller Vertrauen ins Leben zu stürzen“

Tochter Claudia hat ihre ganz eigenen Erinnerungen an den geliebten Vater: „Er war gern unterwegs, immer wissensdurstig, voller Abenteuerlust und Neugier aufs Leben.“ In jede Höhle in den Bergen habe er reinschauen müssen, immer gespannt auf das, was es zu entdecken galt. Wenn sie eines von ihm gelernt hat, dann, sich voller Vertrauen ins Leben zu stürzen: „Keine Angst haben, alles ausprobieren.“ Seine Freunde schätzten ihn vor allem für seine Ehrlichkeit und sein angenehmes Wesen. Seine Kameraden vom Wanderverein vermissen ihn und sagen: „Wir sind sehr dankbar dafür, was Werner für den Verein geleistet hat und werden sein Andenken in Ehren halten.“

Cornelia Schönhardt

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