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Ihr ansteckendes Lachen fehlt: Anita Panckow ist mit 37 Jahren gestorben.

Mitten aus dem Leben gerissen

Tochter des Hohenbrunner Vize-Bürgermeisters mit 37 gestorben

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Hohenbrunn – Sie hinterlässt einen Ehemann, zwei kleine Kinder, Eltern und viele Freunde: Anita Panckow (37) hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Ihr letzter Wunsch: Niemand soll Schwarz tragen bei der Beisetzung.

Lars Panckow beißt in einem unbemerkten Augenblick von der Semmel ab und legt diese wieder auf den Frühstücksteller. Als Luis (7) und Anja (5) sie sehen, sind sie felsenfest davon überzeugt: Das war die Mama. Die beiden wissen zwar, dass ihre Mutter Anita Panckow nicht mehr am Leben ist. Aber trotzdem ist für die beiden Geschwister klar: Die Mama ist im Himmel und passt von dort weiterhin auf die Familie auf.  

Auf psychologisches Anraten hin wurden Luis und Anja so weit wie möglich eingebunden in diesen schweren Prozess des Verstehens. Sie mussten das Unbegreifliche begreifen: Dass ihre Mutter bald nicht mehr leben wird. Sie scheinen es gut wegzustecken, sagt ihr Papa Lars (40). Anita Panckow starb in den Armen ihres Ehemannes, daheim in Hohenbrunn. Mit nur 37 Jahren. 

Sie schlief in den Armen ihres Ehemannes und ihrer Schwester friedlich ein

Sie wollte unbedingt den Geburtstag ihrer Tochter Anja mitfeiern, deswegen verließ sie das Krankenhaus. Das war am Freitag. Am Samstag saß die ganze Familie zum Kaffee zusammen, am Sonntag verabschiedete sich jeder einzeln von Anita Panckow. Sie schlief am Montag in den Armen ihres Ehemannes Lars und ihrer Schwester Margot für immer ein. Die Kinder sangen ihrer Mama zum Abschied ein Lied. 

Bis zuletzt hatten sie die Hoffnung, dass ihre Mutter den Gebärmutterhalskrebs besiegen kann. Es war in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren immer ein Auf und Ab, erzählt Lars Panckow. Mal ging es seiner Frau besser, dann kamen wieder Rückschläge. Anitas Vater, Hohenbrunns Vizebürgermeister Benno Maier, sagt, sie seien alle in der Familie bis zum Schluss zuversichtlich gewesen. 

So sahen es auch die Panckows. Deswegen genossen sie jeden Urlaub miteinander. Zuletzt waren sie zu Pfingsten auf Elba beim Campen. Natur war für die 37-Jährige ein wichtiger Teil ihres Lebens. Dort fand sie Ruhe und genoss Ausritte mit ihrem Pferd. Anita habe mit dem Herzen gelacht, sagt der junge Witwer. Sie war ein positiv denkender Mensch – und ist es immer geblieben. Trotz des schweren Kampfes.

Anita hatte immer ein Lächeln auf den Lippen

Die beiden haben sich Anfang Mai 2005 kennengelernt und 2008 geheiratet. Annemarie Maier sagt über ihre Tochter: „Anita war ein sehr lustiger, humorvoller Mensch. Sie war immer sehr spontan. Sie hat viel von mir.“ Die Eltern beschreiben sie als „immer gut zu haben“. Sie trauern um das „Herzibopperl der Familie“, sagt Bruder Sepp. Die Geschwister Margot, Benno, Sepp und Anita haben sich immer gut verstanden, hatten ein enges Verhältnis. 

„Anita war nie traurig, böse oder schlecht gelaunt. Sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen; ihre Fröhlichkeit und ihr Lachen waren echt ansteckend“, erinnert sich Martina Wende. Das sagen viele, die die Verstorbene kannten.

Auf der Trauerfeier erklingt "Amoi seg' ma uns wieder"

Ihre Lebensfreude reicht über ihren Tod hinaus. Sie wollte, dass niemand in schwarzer Kleidung zu ihrer Beisetzung erscheint. So hatte sie es mit ihrem Ehemann abgesprochen. Pfarrerin Martina Hirschsteiner sollte bei der Trauerfeier sprechen, Pater Lukas Wirth aus der Abtei Scheyern, ein gebürtiger Hohenbrunner, der Urnenbeisetzung vorstehen. Drei Lieder hat die Familie zusammen ausgesucht: das „Ave Maria“, das Hochzeitslied von Anita und Lars Panckow, „Bed of roses“ von Bon Jovi, und „Amoi seg’ ma uns wieder“ von Andreas Gabalier.

Denn Lars, Luis und Anja werden ihre geliebte Mama und Ehefrau wiedersehen. Daran glauben sie ganz fest.

wjr

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