Screenshot Trampelpfad Gleisübergang Riemerling
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An mehreren Stellen haben sich Trampelpfade über die Gleise etabliert, wie hier am Rand von Riemerling, wo im Sommer ein 15-Jähriger von einer S-Bahn getötet worden ist.

Nach Unfalltod in Riemerling erneut Suche nach geeigneter Stelle

Gleisübergang: 40 Jahre lang keine Lösung

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Nach dem Unfalltod eines 15-Jährigen am S-Bahngleis in Riemerling wurde die Debatte um eine Querung über die Gleise zwischen Riemerling-Ost und Riemerling-West aufgewärmt. Seit 40 Jahren wird eine Lösung gesucht.

Hohenbrunn – In der Vergangenheit gab es schon viele Überlegungen, eine Bahnquerung zwischen Riemerling-West und Riemerling-Ost zu schaffen. Bautechniker Mario Illigen konnte dem Hohenbrunner Bauausschuss aufzeigen, dass er anhand der Unterlagen kommunale Bemühungen bis ins Jahr 1979 zurückverfolgen konnte. Die Debatte wurde nach dem Unfalltod eines 15-Jährigen wieder aufgewärmt.

Untersuchungen sollen nochmal überprüft und mit Zahlen hinterlegt werden.

Jüngere Untersuchungen sollen nun noch mal überprüft und mit Zahlen hinterlegt werden. Denn finanziell dürfte eine solche Maßnahme größtenteils, wenn nicht sogar zur Gänze von der Kommune zu zahlen sein. Und da ist die Rede von deutlich mehr als einer Million Euro.

Aus Kostengründen dürfte bisher nie eine Entscheidung für eine Bahnunterführung getroffen worden sein, stellte Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) fest: „Die Gemeinde sagte bisher immer, dass sie das Geld nicht hat.“ Es stehe außer Frage, dass eine Bahnunterführung auf Höhe des Gangsteigs technisch möglich sei. Dafür brauche es seiner Meinung nach keine Machbarkeitsstudie. Ein Bauwerk unter dem Bahngleis sei mit Schwierigkeiten verbunden, weil in dem Bereich sehr viele Strom- und Wasserleitungen verlaufen. Zudem würde die Kommune „gewaltig Grundstücke brauchen“. Es seien viele Dinge zu berücksichtigen: „Wenn es nicht schwierig wäre, wäre das Ding schon da.“

In der Bevölkerung existiert der Wunsch nach einem Gleisübergang.

Karlheinz Vogelsang (ÜWG/FW) merkte an, dass in der Bevölkerung durchaus der Wunsch nach einer Bahnquere in Riemerling vorhanden sei. Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) sprach sich für eine Machbarkeitsstudie aus. Straßmair schlug vor, bestehende Varianten nochmals aus heutiger Sicht zu prüfen.

Dem Ausschuss war wichtig, dass bei einer Bahnunterführung stets die Zweigleisigkeit berücksichtigt werden müsse. Zudem brauche es Barrierefreiheit.

Verschiedene Ideen wurden in 40 Jahren angedacht - und wieder verworfen.

Die Gemeinde habe auch immer wieder einen ebenerdigen Bahnübergang in Betracht gezogen. Doch dieser sei, so Illigen, immer wieder mit Hinweis auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz abgelehnt worden. Verworfen wurden bisher stets Pläne einer Überführung.

Verschiedene Ideen und Vorschläge wurden in den vergangenen 40 Jahren angedacht und geprüft. Die gemeindlichen Unterlagen sprechen von einer Unterführung zwischen dem Nornenweg und der Hochackerstraße beziehungsweise der Forststraße und der Friedrich-Fröbel-Straße in Riemerling. Auch bei der Luitpoldsiedlung war einmal die Rede von einer Unterführung des Bahngleises, als Verlängerung der Weidenstraße in Richtung Streuobstwiese. Natürlich durfte bei den Überlegungen der Gangsteig nicht fehlen. Hier wäre nach einer Variante in Riemerling-West die Ausfahrt der Unterführung bis in den Bannwald gegangen, um ans bestehende Wegenetz anzuschließen. Der Gangsteig müsste dabei tiefer gelegt werden, um das Gefälle von sechs Prozent bis zur Unterführung zu schaffen.

Und immer die Frage nach dem lieben Geld.

Benno Maier (CSU) kann sich an alle Ideen noch gut erinnern, ist er ja das dienstälteste Gemeinderatsmitglied. Maier rief sich bei so mancher Überlegung in Erinnerung, dass es Widerstand von Anliegern gab. Südlich des Ottobrunner Bahnübergangs sahen die Ratsmitglieder schon früher Gefahren für eine Unterführung, weil diese zumindest auf einen Weg T-förmig zulaufen würde. Für die Idee an der Weidenstraße habe sich der Gemeinderat sogar den Marktplatz in Holzkirchen (Kreis Miesbach) angeschaut, weil dieser mit seiner Unterführung das Pendant hätte sein können: „Da waren die Pläne schon sehr konkret, aber die Unterführung wäre nicht behindertengerecht gewesen.“ Und dann war eben auch immer die Frage nach dem lieben Geld.

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