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Nicht gefällt, nur gestutzt: Statt den Baum zu fällen, soll der Bauherr das geplante Doppelhaus verschieben und die Krone des Ahorns zurechtschneiden. 

Anwohner kämpfen für Baum

Ahorn entgeht der Axt

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Der Baum sollte einem Neubau weichen, doch die Verwaltung und die Anwohner kämpfen für den Erhalt.

Hohenbrunn – Der Ahornbaum soll stehen bleiben. So wünschen es sich Anwohner in der Hohenbrunner Straße in Riemerling. So wünschen es sich auch die Mitglieder des Bauausschusses. Der Baum ist einer von zwei, die einem Doppelhaus hätten weichen müssen, das auf dem Gelände an der Ecke Hohenbrunner Straße / Steinstraße geplant ist. Neben dem Ahorn sollte die Motorsäge auch eine Kiefer fällen. Doch da hat schon die gemeindliche Bauverwaltung ihr Veto eingelegt.

Ahorn hat „eine gute Vitalität sowie eine ortsbildprägende Wirkung“

Bauamtsmitarbeiter Maximilian Huber erläuterte im Ausschuss, dass der Ahorn „eine gute Vitalität sowie eine ortsbildprägende Wirkung“ habe. Die umliegende Nachbarschaft wünschte sich daher, den Baum zu erhalten, – und ließ das die Gemeindeverwaltung wissen. Und so hat Huber nochmals Unterlagen gewälzt und ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs München aus dem Jahr 2018 gefunden. Dieses sage aus, dass „Gesichtspunkte des Baumschutzes grundsätzlich hinter einem gegebenen Baurecht zurücktreten“. Etwas anderes gelte nur, „wenn durch eine vertretbare und dem Bauherrn zumutbare Verschiebung oder Modifikation des Baukörpers Bäume tatsächlich erhalten werden können, die unter dem Schutz einer Baumschutzverordnung stehen“. Laut des Bauherrn könne das geplante Haus allerdings nicht verschoben werden, zudem hätte der Ahorn bereits Altersschäden. Die Gemeindeverwaltung sieht das anders. Sie hält eine Verschiebung in Richtung Osten durchaus für möglich. „In Verbindung mit einem Rückschnitt der Krone des Ahorns kann der Baum möglicherweise erhalten werden“, fasst Bauamtsmitarbeiter Huber zusammen. Seinem Vorschlag folgte der Ausschuss.

Langer Weg: Zögerlich kommt nun Bewegung in die Umbaupläne für den Hohenbrunner S-Bahnhof.

große alte Bäume tragen zum Gebietscharakter des Ortsteils bei

Wolfgang Schmidhuber (Grüne) zeigt sich erfreut über diesen Schritt: „Der Baum, dessen Krone alle umliegenden Häuser bei Weitem überragt, prägt weithin das Ortsbild in der Gartenstadt Riemerling-West und hat einen hohen ökologischen Wert.“ Gerade die großen alten Bäume würden sehr zum Gebietscharakter, Mikroklima und insgesamt zur Lebensqualität des Ortsteils beitragen. Deswegen sollte auch dieser Ahorn erhalten bleiben. „Wir unterstützen das Bemühen zahlreicher Bürgerinnen und Bürger aus der Nachbarschaft und des Bund Naturschutz und begrüßen es“, sagt Schmidhuber, „dass der Bauausschuss es vorerst abgelehnt hat, dem Bauvorhaben in dieser Form zuzustimmen.“

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