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Bei der Unterschriftenübergabe an Bürgermeister Stefan Straßmair (r.) Mitte Februar waren die Initiatoren (v.l.) Sigrid und Georg Bauer sowie Hedwig Rietzler  noch fest entschlossen. Jetzt ziehen sie das Bürgerbegehren zurück. 

Initiatoren des Tiefgaragen-Begehrens einigen sich mit Bürgermeister

Paukenschlag in Hohenbrunn: Bürgerentscheid ist gestoppt!

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Der Bürgerentscheid in Hohenbrunn ist gestoppt. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Supermarkt – aber mit Tiefgarage“ haben sich mit Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) auf einen Kompromiss verständigt und daher das Bürgerbegehren zurückgezogen. 

Hohenbrunn - An ihrer Meinung habe sich nichts geändert, lässt das Initiatoren-Trio Hedwig Rietzler sowie Sigrid und Georg Bauer in einer Pressemitteilung wissen. Sie möchten aber „nicht schuld daran sein, dass der Rewe-Supermarkt nicht kommt“, der an der Putzbrunner Straße geplant ist. Bei der jüngsten Podiumsdiskussion hat Rewe erklärt, dass die Forderung nach einer Tiefgarage unter dem Supermarkt das Aus für die Ansiedlung sei (wir berichteten). Geplant sind oberirdisch rund 100 Stellplätze. 

In den vergangenen Tagen gab es nochmals ausführliche Gespräche, auch in der Gemeinde. Mit der Klimaschutzmanagerin Tanja Hellmann haben die Initiatoren Flächen angeschaut, die als zusätzliche Ausgleichsfläche von der Kommune vorgeschlagen worden sind. Konkret handelt es sich um eine Straße im ehemaligen „gefährlichen“ Bereich des Munitionsdepots (Muna). Diese wäre eigentlich nicht entsiegelt worden. Doch das soll nun laut Kompromiss erfolgen. Es handelt sich dabei um 850 Quadratmeter. In der Nähe des Kreisverkehrs beim Gewerbegebiet Hohenbrunn soll weiterhin eine Streuobstwiese gepflanzt werden. Diese Kosten will Rewe übernehmen. Auf dem Supermarkt soll eine größtmögliche Photovoltaikanlage installiert werden. Zudem soll es eine größere Zahl an Fahrradstellplätzen am Supermarkt geben, als eigentlich vorgeschrieben ist. Dies habe schon der Investor signalisiert, ist aus dem Rathaus zu erfahren. 

Überlegt werde auch, eventuell einen Gehweg an der Sportplatzstraße zu realisieren. Laut Thomas Wien, Geschäftsleiter der Gemeinde und stellvertretender Abstimmungsleiter, seien die Abstimmungszettel schon gedruckt. Nun wären die Wahlkarten versandt worden. Er ist erleichtert, dass nach den Gesprächen in jüngster Zeit doch noch eine Lösung für beide Seiten gefunden werden konnte. Jetzt werde das Bauleitverfahren weitergehen, ohne Bürgerentscheid. 

Die Initiatoren merken an, dass Bürgermeister Stefan Straßmair, der sich derzeit im Urlaub befindet und für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, das Größtmögliche seinerseits getan habe, um den Initiatoren „den Rücktritt rechtlich zu ermöglichen.“ Sie würden mit der Rücknahme des Bürgerbegehrens ihren Beitrag leisten, „um weitere Streitigkeiten im Dorf zu verhindern“. Gerade die Gemeinderatssitzung im März und das Podiumsgespräch haben gezeigt, wie aufgeheizt die Stimmung unter den Hohenbrunnern zuletzt zu dem Thema war. „Im Falle einer Abstimmungsniederlage wären wir mit leeren Händen dagestanden“, räumen die Initiatoren ein. Das tun sie jetzt dank des Kompromisses nicht.

Einer Weiterverfolgung des Projekts steht nun nichts mehr im Wege. Hierbei geht es um den Bebauungsplans Nr. 86 „Putzbrunner Straße“ in Form der aktuellen Fassung vom 10. Juli 2018, welche einen Supermarkt mit etwa 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Ärztehaus mit Apotheke sowie einen gemeinsamen oberirdischen Parkplatz und eine Wohnbebauung vorsieht.

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