Ausbau von schnellem Festnetz-Internet kommt voran
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Der Ausbau von schnellem Festnetz-Internet soll vorangetrieben werden. (Symbolbild)

Gemeinde will Kooperationsvertrag

Glasfasernetz: Firma baut es kostenlos aus - doch es gibt eine Bedingung

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Schnell surfen soll bad überall in Hohenbrunn möglich sein. Eine Firma würde das Glasfasernetz kostenlos ausbauen - wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

Hohenbrunn – Gleich in mehreren Siedlungen will die Gemeinde Hohenbrunn das Glasfasernetz verbessern. Der Gemeinderat befürwortete die Kooperation mit der „Deutschen Glasfaser GmbH“, die bereits in diesem Frühjahr ins Marketing einsteigen möchte. Für die Kommune wäre der Ausbau kostenfrei. Ganz umsonst ist es aber freilich nicht. Denn das Unternehmen mit Sitz in Borken (NRW) wünscht sich in einem eruierten Gebiet eine Mindestvertragsquote von 40 Prozent.

Das Erschließungskonzept sieht vor, dass in den sogenannten Polygonen Hohenbrunn, Luitpoldsiedlung und Riemerling diese Zahl jeweils erreicht werden muss, damit das Unternehmen wirtschaftlich arbeiten kann. Enrico Hesse, Partnermanager Kommunale Kooperation, erklärte dem Gemeinderat, dass mit dem Ausbau möglicherweise Ende 2021 bereits begonnen werden könnte. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) zeigte sich angetan von dem Angebot: „Viele Menschen haben erkannt, wie wichtig das Thema Glasfaser ist, gerade auch wegen Homeoffice.“ Der Rathauschef räumte aber auch ein, dass es beim Glasfaserausbau nicht nur Gewinner geben werde. So dürfte es schwierig sein, die Autobahnmeisterei oder kleinere Häuseransammlungen anzuschließen. Das dürfte auch für die Siedlung am Grasbrunner Weg gelten. Dennoch hätten viele Bürger die Möglichkeit, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Dabei würde die Deutsche Glasfaser in diesem Schritt keine Anschlusskosten für den Glasfaseranschluss bis ins Gebäude verlangen.

Bedenken im Gemeinderat

Mechthild Heinmüller (SPD) vermisste eine Markterkundungsstudie. Straßmair erwiderte, dass es im Vorfeld intensive Gespräche gab, um andere Anbieter mit ins Boot zu bekommen. Die Telekom habe aber größtenteils nur Interesse, im Gewerbegebiet Glasfaser zu verlegen. Das bestätigte auch Bautechnikabteilungsleiter Stefan Forster: „Telekom und Vodafone wollen es nicht so breit gestreut machen.“ Vereinzelt könne von Glasfaser profitiert werden, etwa im Rathaus und in der Carl-Steinmeier-Mittelschule in Riemerling. Rolf Kersten (Grüne) brach eine Lanze für den Kooperationsvertrag: „Wir müssen in Glasfaser gehen.“ Auch Anton Fritzmaier (CSU) plädierte dafür: „Andere Provider stehen uns so nicht zur Verfügung. Die Datenvolumen, die über das Internet benötigt werden, werden nicht weniger.“

Bedenken gab es im Gemeinderat auch, wenn nicht in allen drei Gebieten die Quote von 40 Prozent erreicht werde. Doch Hesse konnte beruhigen: Nicht unbedingt in allen dreien müsse genau diese Zahl erreicht werden. Aber wenn in einem Gebiet nur ein paar Haushalte Interesse zeigen, könne das Unternehmen dort nicht investieren. Sollten alle drei Gebiete erschlossen werden, so würde das die „Deutsche Glasfaser GmbH“ rund acht Millionen Euro kosten.

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