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Das Rathaus in Hohenbrunn

Entscheidung im Gemeinderat steht an

Hohenbrunn: Grüne kämpfen beharrlich gegen den Supermarkt

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Die Hohenbrunner Grünen lassen nicht locker: Sie fordern erneut, an der Bundesstraße B 471 (Putzbrunner Straße) nun doch keinen Supermarkt zu planen.

Hohenbrunn – Per Pressemitteilung und im Netz positioniert sich der Ortsverband unmissverständlich gegen den entsprechenden Bebauungsplan, über den der Gemeinderat offenbar noch im Juli entscheiden soll. Damit stünde die Planung für das gesamte Areal wieder zur Debatte.

Den Grünen zufolge wäre die Ansiedlung ein Fehler – wegen noch mehr Verkehrs an der B 471. Die Pläne für eine Umgehungsstraße stünden dagegen. Und sollte die Bebauung westlich der Bahnlinie kommen, müssten die dortigen Bewohner einen langen Weg auf sich nehmen.

Grüner Gegenvorschlag: Eine Art neues Ortszentrum am Bahnhof

Hier wiederum setzen die Grünen mit einem Gegenvorschlag an: „Mit der beabsichtigten Ortserweiterung westlich der Bahn könnte im gesamten Bahnhofsumfeld ein zentraler Bereich mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, Begegnungszonen, Gemeinschaftseinrichtungen und Gastronomie entstehen, wie ihn sich im Bürgerdialog viele gewünscht haben“, so Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schmidhuber. „Der große Supermarkt am Rand dagegen reißt den Ort auseinander, zieht Kundschaft und Publikumsverkehr aus der Ortsmitte ab und verhindert die Entstehung eines lebendigen Zentrums.“

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Ortsverband will neues Konzept statt bestehender Planung

Deswegen sollte die bisher von Investoren bestimmte Planung aufgegeben und ein neues Konzept für das Areal entwickelt werden. Derzeit sieht die Planung einen Rewe-Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern vor.

Unverständnis aus den anderen Fraktionen

Die anderen Gemeinderatsfraktionen quittieren den Widerstand der Grünen mit Kopfschütteln. Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) antwortet aus dem Urlaub: Es brauche einen Supermarkt in Hohenbrunn. Und Verzögerungen seien nicht erwünscht. „Warum nach Jahren sorgfältiger Planung und Abwägung von Argumenten das ganze Projekt plötzlich vollkommen in Frage gestellt wird, ist wahrscheinlich dem Wahlkampf geschuldet“, sagt Wenzel.

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Auch Pauline Miller hält im Namen der Fraktion Bürgerforum/ÜWG-FW an den bisherigen Plänen fest: „Anders als die Grünen sind wir der Meinung, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht mindestens weitere zehn bis 15 Jahre auf einen Supermarkt warten sollen. Dies wäre der Fall bei einem alternativen Standort westlich der S-Bahn.“

Beide Seiten wähnen den Bürgerwillen bei sich

CSU-Fraktionschef Anton Fritzmaier macht deutlich, dass es ein Gesamtkonzept inklusive Wohnbebauung gebe. „Das Konzept entspricht dem Bedarf und wird von sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern gewünscht.“ Auch Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) versteht nicht, was die Grünen bezwecken: „Wir diskutieren den Supermarkt schon mehr als zwei Jahre in allen Plandetails. Wir sollten jetzt den Willen der Bürger ernst nehmen und das Verfahren endlich in ihrem Sinne abschließen.“

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