Damals: Die Polizeistation Riemerling 1999
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Damals: Die Polizeistation Riemerling 1999

Gemeinderat lehnt Antrag ab

Hier nicht: Kein Heim für deutsch-islamischen Kulturverein in Riemerling

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Schwer im Magen liegt Hohenbrunns Politikern die geplante Nutzung der ehemaligen Polizeistation in Riemerling-West.

Hohenbrunn – Ungern sträubte sich der Bauausschuss dagegen, einen Umbau in ein Vereinsheim zuzulassen. Aber er lehnte dennoch ab. Nicht wegen des Vereins, sondern wegen des Ortes, betonten die Ausschussmitglieder. Der deutsch-islamische Kulturverein „Kasrik“ hatte in das alte Wachgebäude Einzug gehalten. Doch nutzen kann er es so gut wie gar nicht, weil Baugenehmigung erforderlich ist.

Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) will auch lieber keine Ausnahme genehmigen. Das Problem: Das Gebäude stehe genau an der Schnittstelle zwischen Wohn- und Gewerbegebiet. Vorrangig am Wochenende würde das Vereinsheim genutzt, was mehr Verkehr und ein Parkplatzproblem für die Anwohner bedeute. „Wir müssen uns Gedanken machen, ob wir dem so zustimmen wollen“, so der Rathauschef. Wolfgang Schmidhuber (Grüne) sprach offenbar vielen aus dem Ausschuss aus der Seele: „Wenn’s nicht grad diese Stelle wäre.“ Anderswo im Gewerbegebiet sei es kein Problem: „Der Standort hat eine gewisse Geschichte.“

Heute: Als Vereinsheim will der Bauausschuss das Gebäude nicht genehmigen.

Will heißen, dort war immer wieder viel Verkehr. Zudem sei die Kommune vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht vor der Nutzungsänderung gefragt worden. Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) hatte „große Bedenken“. Sie betonte: „Das ist kein böser Wille, aber wir haben auch schon andere Nutzungen dort abgelehnt.“ Rolf Kersten (Grüne) empfand das Nutzungskonzept für die Begegnungsstätte nicht transparent. Er vermutet, dass es bei den gemeldeten 30 bis 40 Tagesbesuchern nicht bleiben werde. Manfred Haucke (Bürgerforum) wollte vom Rathauschef wissen, ob es eine Alternative gebe. „Das ist nicht unsere Sache“, erwiderte Straßmair. Jetzt gehe es um ein Ja oder Nein zur Nutzung. „Und dann müssen wir ja auch schauen, was das Landratsamt macht.“

Das sind die Pläne des Bauherrn

Der Bauherr plant jedenfalls, die Außengestalt des Gebäudes weitgehend zu erhalten. Erweitern will er es nicht. In einem Seminarraum im Untergeschoss soll es seitens des deutsch-islamischen Kulturvereins Angebote der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung geben – zu integrationsfördernden Themen. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Sozialbereiche sowie zwei Küchen, ein Ladengeschäft sowie eine Bibliothek. Im ersten Obergeschoss würden zwei Gebetsräume eingerichtet sowie ein Konferenzraum und Büros. Im zweiten Obergeschoss befinden sich vornehmlich Büros.

Gemäß der Nutzungsbeschreibung handelt es sich um einen ehrenamtlichen Verein. Dieser gibt an, dass somit keine Nutzungszeiten festgelegt werden können. Am Wochenende sei aber mit mehr Betrieb als unter der Woche zu rechnen. Im Schnitt erwartet der Verein 30 bis 40 Besucher am Tag. Gemäß der Betriebsbeschreibung sollen 39 Stellplätze auf dem Grundstück hergestellt werden, welche sich derzeit auch im Bestand wiederfinden.

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