100 Grundschüler sind für die Mittagsbetreuung angemeldet, Tendenz stark steigend. SymbolFoto: dpa
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Zum Essen geben soll es in den Hohenbrunner Kitas künftig nur noch Bio-Lebensmittel aus der Region. (Symbolfoto)

Grünen-Antrag

Kita-Essen bald nur noch bio und aus der Region?

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Die kulinarische Revolution in Kinderbetreuungseinrichtungen naht: Künftig sollen die Kleinen in Hohenbrunn nur Bio-Lebensmittel aus der Region essen.

Hohenbrunn – Die Grünen wollen in Hohenbrunn die Mittagsverpflegung an den gemeindlichen Kindergärten und Kitas auf bioregionale Lebensmittel umstellen. Rückendeckung bekam die Fraktion von der Rathausverwaltung und auch der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu, wenn auch nur mit knapper Mehrheit (11:9). Bis das Gremium zu diesem Entschluss kam, hatte es aber einiges zu besprechen. Ein Beispiel: Selbst bei der Frage, ob man diesen Schritt nun „anstrebe“ oder diesen „beabsichtige“, gab es Einwände. Nun soll allerdings ein Konzept ausgearbeitet werden.

Vize-Bürgermeisterin Anke Lunemann (Grüne) erklärte, dass die Umstellung auf bio-regionale Lebensmittel Klimaschutz mit Messer und Gabel sei. Die Umstellung auf eine frische Küche mit 100 Prozent bioregionalem Obst, Gemüse und Co. brauche natürlich Vor- und Überzeugungsarbeit, so Lunemann: „Alle Beteiligten wollen mitgenommen werden, Bedenken wollen gehört und ausgeräumt werden.“

Kein Schnellschuss und kein Blankoscheck

Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) war zwar grundsätzlich für den Antrag, jedoch müsste zuerst mit allen Betroffenen gesprochen werden. Wenn jetzt schon klare Beschlüsse getroffen werden, „schaffen wir Tatsachen“. Vor allem der Preis pro Essen sei ein Thema für die Eltern, sagte Wenzel. Letzterer werde sich bei diesem Konzept natürlich erhöhen, erwiderte Lunemann. Derzeit gebe es aber noch sehr häufig Fleisch. Das soll weniger werden. Dann wäre der Essenspreis bis zu 1,30 Euro teurer als bisher. In diesem Betrag wäre das Küchenpersonal schon eingerechnet. Für notwendige Küchengeräte stehen rund 60 000 Euro als Investition im Raum. Diese Anschaffung könnte aber auch ausgeschrieben werden. Interesse dürfte es auf jeden Fall in der freien Wirtschaft geben, sagte Gemeindegeschäftsleiter Thomas Wien. Immerhin sei die Rede von bis zu 115 000 Essen im Jahr. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) ergänzte, dass eine voll funktionstüchtige Küche zur Herstellung in der Carl-Steinmeier-Mittelschule vorhanden sei.

Martina Kreder-Strugalla (Grüne) stellte fest, dass viele Menschen im Laufe der Jahre ihre Essensgewohnheiten umgestellt haben. Ein Grund sei die Gesundheit, aber ein anderer eben auch der Klimaschutz. Der von den Grünen vorgeschlagene Weg würde dazu beitragen, das Essen bioregional zu verbessern. Aus der Fraktion ÜWG-FW/Bürgerforum wurde die Forderung laut, zuerst einmal mit den Eltern und Kindern zu sprechen. Manfred Haucke (Bürgerforum) warnte davor, mit einem voreiligen Beschluss einen „Blankoscheck“ auszustellen. Mechthild Heinmüller (SPD) meldete Bedenken an, an 100 Prozent bioregionalen Lebensmittel festzuhalten: „Das ist ein zu hohes Ziel.“ Kreder-Strugalla erwiderte: „Als Gemeinderat sollten wir auch Haltung zeigen.“  wjr

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