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Tag der offenen Tür bei Merck-Schuchardt im September 2014.

Standort soll geschlossen werden

Merck-Schuchardt verlässt Hohenbrunn: 110 Mitarbeiter betroffen

Die Mitarbeiter von Merck-Schuchardt in Hohenbrunn sind geschockt, die Stimmung ist schlecht: Die 110 Mitarbeiter haben am Mittwoch in einer Betriebsversammlung erfahren, dass der Standort Hohenbrunn geschlossen werden soll.

Hohenbrunn – Die Firma gab intern bekannt, bis 2022 vier Standorte schließen zu wollen, darunter Hohenbrunn. „Viele Mitarbeiter sind seit über 20 Jahren im Betrieb in Hohenbrunn. Der ganze Betrieb ist in Schockstarre. Einige Mitarbeiter sind in Tränen ausgebrochen“, berichtet Stefan Plenk von der zuständigen IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE).

Merck-Schuchardt ist seit 1949 in Hohenbrunn tätig. Hintergrund der Schließung: Geplant ist, mit einer Zentrale in Schnelldorf verschiedene Bereiche an einem Standort zusammenzufassen. Der Standort Schnelldorf wird dafür aus- und umgebaut.

Die IG BCE reagiert mit Unverständnis und kündigt Widerstand an: „Der Betrieb in Hohenbrunn arbeitet seit Jahren effizient, profitabel und erfolgreich. Wir können nicht nachvollziehen, warum man den schließt“, sagt Plenk. Aus Sicht der Gewerkschaft könne der Standort Hohenbrunn die Neuausrichtung genauso gut umsetzen.

Das Heikle an den Plänen: In Hohenbrunn existiert seit 2012 ein Standortsicherungsvertrag, der bis 2020 läuft. Der besagt, dass der Standort in dieser Zeit nicht geschlossen werden darf. Doch bereits ab 2019 wird der Abbau vollzogen. Die Gewerkschaft steht in engem Kontakt mit den Betriebsräten. „Sie fühlen sich hintergangen. Auch sie sind vollkommen überrascht worden“, sagt Plenk. Von Merck-Schuchardt war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten.

Aufgeben will niemand. Bereits 2012 hätten sie eine geplante Schließung verhindern können, sagt Plenk. Er ist zuversichtlich, dass dies wieder gelingt. „Wir werden mit Rechtsmitteln und Öffentlichkeitsarbeit dafür kämpfen, dass der Standort erhalten bleibt.“ Die Firma Merck-Schuchardt, die ihren Hauptsitz in Darmstadt hat, kündigte zwar an, dass einige Mitarbeiter in Schnelldorf übernommen werden können, doch konkrete Pläne oder Informationen gibt es noch nicht. Linda Rowold

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