Pläne für die Putzbrunner Straße

Angst vor „Verschandelung“

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Was und vor allem wie soll an der Putzbrunner Straße in Hohenbrunn gebaut werden? Im Gemeinderat gab es erneut Diskussionen, wie die Fläche östlich der B 471 einmal aussehen soll. Neben einem Rewe-Supermarkt sollen ein Gesundheits- und Ärztehaus sowie ein Wohngebiet entstehen.

Hohenbrunn – Den Rewe-Markt hatte der Bauausschuss im vergangenen Oktober bereits abgesegnet. Insgesamt zu groß und zu mächtig, finden einige Kommunalpolitiker.

So mancher Gemeinderat stört sich daran, dass beim Bebauungsplan zu sehr auf die Wünsche des Investors eingegangen würde. Vor allem geht es dabei um die Größe und Höhe der Gebäude. Für das Gesundheits- und Ärztehaus hat wohl der Investor schon Nutzer. Neben Praxen könnte auch die lang ersehnte Apotheke nach Hohenbrunn kommen. Mit den Ausmaßen des Gebäudes (16 Meter tief und zwölf Meter hoch) konnte sich nicht jedes Ratsmitglied anfreunden. „Das ist riesengroß geworden“, findet Wolfgang Schmidhuber (Grüne). Morten Schweigler (SPD) sah dies nicht anders: „Das passt da nicht hin.“

Sehr geteilter Meinung waren die Gemeinderäte über die vorgeschlagene Riegelbebauung an der B 471. Auch wenn ein versetzter Bau geplant ist, sind 120 Meter in der Länge durchaus beachtlich. Peter Berger (ÜWG-FW) sprach von einem „Kavenzmann“, der hier entstehen solle. „Damit wird Hohenbrunn verschandelt“, sagte Berger. Sein Plädoyer lautete: wie auf der gegenüberliegenden Seite die Bebauung zu unterbrechen. Denn: „Keinem ist bewusst, was das für Blöcke sind.“

Vom Büro „Dragomir Stadtplanung“ wurde der Vorschlag gemacht, drei bis vier Geschosse vorzusehen. Maximal wären somit bis zu 87 Wohnungen möglich. Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) erinnerte das Kollegium daran, wie wichtig es für die Gemeinde sei, Wohnraum schaffen zu können. „Geschosswohnungsbau muss auch in Hohenbrunn möglich sein“, präzisierte sie ihre Aussage, wenngleich auch sie deutlich machte, dass Bausünden vermieden werden müssten. Das sah auch Johann Estendorfer (CSU) so: „Wir reden immer von Wohnungen, und hier haben wir die Möglichkeiten, sie zu schaffen.“

Gisela Pfaller (Grüne) missfielen die vorgestellten Varianten: „Städtebaulich schaut das nicht gut aus.“ Die Riegelbebauung müsste ihrer Meinung mehr ins Gelände hinein, um mehr Platz für Bäume entlang der B 471 zu schaffen: „Das ist in der Stadt so üblich.“ Zudem müssten Durchlässe geschaffen werden. Insgesamt würde das Areal zu dicht bebaut werden. Und es fehle an einer Spielwiese.

Am 15. März, soll in einer Sondersitzung über das Gesamtpaket beraten und entschieden werden. Bis dahin soll auch das Verkehrskonzept vorliegen, das aus dem Gremium immer wieder gefordert wird. Ein Kreisverkehr an der Bundesstraße, auf Höhe der Zufahrt zum Sportplatz und zum Supermarkt, dürfte nicht sehr leicht realisierbar sein. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) befürchtet: „Ich habe meine Zweifel, ob wir bei einem Termin alles in einem Rutsch beschließen werden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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