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Das Sportschwimmen in Riemerling kommt auch in Zukunft nicht zu kurz.

21 Millionen-Projekt

Neues Schwimmbad kommt

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Diese Entscheidung hat sich der Gemeinderat wahrlich nicht leicht gemacht und viele verspüren dabei arge Bauchschmerzen: Ein neues Schwimmbad mit sechs Bahnen und eine Zweifachturnhalle sind jetzt beschlossene Sache.

Hohenbrunn –  Ob die Kommune die Kosten von rund 21,35 Millionen Euro im Kreuz hat, wird die Zukunft zeigen. Zumindest haben mehrere Ratsmitglieder ihre Zweifel angemeldet, ob ein so teures Bauprojekt Hohenbrunn nicht handlungsunfähig machen könnte. Schließlich stehen noch weitere Vorhaben an, die hintangestellt werden müssen.

Auf der Fläche, wo sich heute noch die Carl-Steinmeier-Mittelschule in Riemerling-Ost befindet, soll das Gebäude mit Schwimmbad – teilweise verschränkt – errichtet werden. Hierfür haben sich CSU, SPD und FDP ausgesprochen, sie hatten mit 13:7 eine passable Mehrheit. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, in das Gebäude die Mittagsbetreuung sowie Sport- und Funktionsräume zu integrieren, die vom TSV Hohenbrunn-Riemerling und der VHS verwendet werden können. Angesichts der Kosten sprach Andreas Schlick (Bürgerforum) nicht nur von Bauchschmerzen, sondern von einem Magengeschwür, „weil in der Vergangenheit einige Chancen vertan worden sind“. Beispielsweise die Turnhalle, die nicht ins Aufgabengebiet des Schulzweckverbandes aufgenommen wurde. In dem Fall hätten auch Ottobrunn, Neubiberg und Putzbrunn die Kosten zu tragen gehabt.

Karlheinz Vogelsang (ÜWG-FW) sieht die Gemeinde finanziell am Anschlag. Mit Blick auf die Projektliste, die auch Barrierefreiheit beim Bahnhof und Erweiterung des Rathauses vorsieht, „gibt es keinen weiteren Spielraum in der Zukunft mehr.“ Fraktionskollege Peter Berger brachte es drastisch auf den Punkt: „Es ist eine Verantwortungslosigkeit, wie hier in die Zukunft gegangen sind.“ Pauline Miller (Bürgerforum) machte sich Sorgen hinsichtlich der Kredite, die zur Finanzierung unumgänglich sind: „Wir hinterlassen unseren Kindern Schulden.“

Martina Kreder-Strugalla (Grüne) plädierte dafür, die Notbremse zu ziehen und nach einem Kompromiss beim Schwimmbad zu suchen. Eine „bescheidenere Lösung“ müsse gefunden werden, die vorrangig das Schulschwimmen und zweitrangig den Bedarf des TSV zum Ziel habe.

Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) räumte die finanzielle Herausforderung für die Gemeinde ein und attestierte, dass ein „funktionales Bad“ errichtet werden soll. Auch CSU-Fraktionschef Anton Fritzmaier merkte an, dass hier kein Luxusbad geplant werde. Hohenbrunn habe rund elf Millionen Euro an Rücklagen und Grundstücke erworben, um diese wieder zu verkaufen. „Natürlich haben wir hohe Belastungen, aber diese Variante ist das, was wir unseren Bürgern bieten wollen.“

Jimmy Schulz (FDP) störte sich daran, dass immer nur Einzelentscheidungen getroffen werden. Er forderte eine Vision für die Gemeinde, bei dem die Bevölkerung mitreden könne. Trotzdem befürwortete er den Schwimmbadbau, weil Schulschwimmen heutzutage notwendiger denn je sei, und die Riemerlinger Haie, die TSV-Schwimmabteilung, „ein Aushängeschild“ darstellten. Bürgerforum, Grüne und ÜWG-FW sprachen sich gegen das Bauvorhaben mit dem Schwimmbad aus.

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