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Vom Lampenfieber zur Top-Rednerin: Hohenbrunnerin verrät, wie man innere Grenzen überwindet

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Von: Max Wochinger

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„Das Leben hat sich von null auf 100 geändert“: Alexandra Kobler stellte sich ihrer Angst, vor vielen Menschen zu sprechen. Und gewann prompt den internationalen Redner-Wettbewerb.
„Das Leben hat sich von null auf 100 geändert“: Alexandra Kobler stellte sich ihrer Angst, vor vielen Menschen zu sprechen. Und gewann prompt den internationalen Redner-Wettbewerb. © Tanja Valerien

Alexandra Kobler ist Unternehmerin, seit sie 19 ist. Als Coach versucht sie, anderen zu helfen. Nun wurde sie als beste Rednerin der Welt ausgezeichnet, dabei hatte sie höllisches Lampenfieber.

Hohenbrunn – Jetzt ist sie an der Reihe. Sie stellt sich auf die Bühne und guckt auf das Publikum: Vor Alexandra Kobler sitzen hunderte Menschen, darunter erfahrene Redner. Kobler, 47, hat sich zu einem internationalen Rednerwettbewerb angemeldet. Sie hat enorme Angst, vor größeren Menschengruppen zu sprechen, genau deshalb steht sie heute hier: Die Hohenbrunnerin stellt sich ihrer Angst. Vier Minuten hat sie Zeit, das Publikum mitzureißen. Jetzt zappeln ihre Knie vor Nervosität, die Angst vor einem Blackout steigt, Kobler möchte nur noch flüchten. Sie fängt trotzdem an ihre Geschichte zu erzählen. Die beginnt mit dem Tod ihrer Mutter.

Das Ende einer schweren Krebserkrankung der Mutter katapultiert die damals 19-Jährige in ihre erste Führungsposition: Sie muss plötzlich das Familienunternehmen mit 200 Mitarbeitern führen. Über Jahre leitet sie die Firma, nebenher macht sie ihr Abitur und studiert in Vollzeit. Morgens in der Schule oder in der Uni, am Nachmittag setzt sie sich in den Chefsessel der Firma – bis spät abends. Wie andere junge Frauen erwachsen werden, Alexandra Kobler bleibt dieses Leben über Jahre verwehrt.

Sich seinen Ängsten stellen und Grenzen überwinden.

„Das Leben hat sich von null auf 100 geändert“, sagt sie nun einige Wochen nach dem Rednerwettbewerb. Sie musste als junger Mensch lernen, die Zähne zusammenzubeißen. Auch, als sie die Firma gegen mehr Freiheit eintauschte: Beim Verkauf des Unternehmens wurde sie geprellt, sagt Kobler. All das sind Erfahrungen, die sie als Coach an Unternehmer und Menschen weitergeben will, die etwas in ihren Leben verändern möchten. Ihre Botschaft: sich seinen Ängsten stellen und Grenzen überwinden.

Ihr Angst war das Lampenfieber; schon früh habe sie sich in ihr manifestiert, so Kobler. Sie wertete sich selbst ab, dachte, „du kannst es überhaupt nicht, vor anderen zu sprechen“. Darunter litt sie – bis sie sich ihrer Angst zum ersten Mal stellte.

„Ich will die Menschen ermuntern“

Es hat sich für sie gelohnt: Es ist kein großes Problem mehr, vor Publikum zu sprechen. Was ihr hilft: Die Frage, warum sie die Reden hält. „Weil ich Menschen inspirieren will, ihre Grenzen zu überwinden“, sagt sie. Der Zweck heiligt die Mittel. „Ich will die Menschen ermuntern, mehr aus ihrer Komfortzone herauszukommen.“ In ihnen stecke viel Potenzial, man müsse es nur entfesseln.

Das sagt Kobler auch in ihrer Rede bei dem Wettbewerb vor einigen Wochen. Die vier Minuten Redezeit sind fast verstrichen. Mit den Worten, „befreie dich von deinem inneren Korsett und mach den ersten Schritt“, beendet sie ihre Geschichte. Alexandra Kobler war erfolgreich: Sie wurde bei dem Wettbewerb mit insgesamt 140 Teilnehmern als beste Rednerin in ihrer Kategorie gewählt. Grenzen überwinden lohnt sich.

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