Kirchenpfleger Jürgen Blöchinger (l.) und Bürgermeister Stefan Straßmair vor dem Stephani Haus
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Ist die Freude anzusehen: Kirchenpfleger Jürgen Blöchinger (l.) und Bürgermeister Stefan Straßmair sind stolz auf das, was Kirche und Gemeinde zusammen im Stephani Haus realisiert haben.

Gemeinde und Pfarrei begeistert vom neuen Stephani Haus – Großzügiger Spender ermöglicht Neubau

Das Wunder von Hohenbrunn: Zu Besuch im neuen Stephani Haus

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Ein großzügige Spende hat den Neubau des Stephanie Hauses in Hphenbrunn möglich gemacht. Auf das Ergebnis sind Pfarrgemeinde und Rathaus stolz. Ein Besuch.

Hohenbrunn – Es sind zwei, die sich gut verstehen: Kirchenpfleger Jürgen Blöchinger (55) und Bürgermeister Stefan Straßmair (50). Sie stehen für die katholische Pfarrei Sankt Stephanus und die politische Gemeinde Hohenbrunn. Und für das Stephani Haus, das fertiggestellt ist und Stück für Stück in Betrieb geht. Für beide Seiten ist das Gebäude eine „Win-Win-Situation“, ein Glücksfall, ja, Blöchinger spricht sogar von einem kleinen Wunder von Hohenbrunn. Letzteres ist vor allem einer Spende zu verdanken, die längst höher ist als die anfangs proklamierte halbe Million Euro.

Westlich direkt am Rathaus gelegen ist das Gebäude nach dem Abbruch etwas verlängert, aber profilgleich und voll unterkellert hochgezogen worden. Bauherrin war die Kirchenstiftung. Nutznießerin ist aber auch die Kommune. Denn im zweiten und dritten Obergeschoß sind für die Rathausverwaltung neue Büroräume entstanden, die für 25 Jahre angemietet sind. Im ersten Obergeschoß hat die Pfarrei Räume mit Küche, Gruppenräumen und Pfarrbüro. Der dortige Pfarrsaal kann für Trauungen genutzt werden.

In Arbeit: Das Kreuz für den Saal wird gerade hergestellt.

Das Herzstück – und wohl auch bestausgestattet – ist im Erdgeschoß der „Schmucker-Saal“, der eine Gewölbeakustikdecke erhalten hat. Hier kann bald auch schon der Gemeinderat tagen. Der Saal soll für Rats-, Bürger- und Pfarreiveranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte genutzt werden, wobei die Kommune drei Tage in der Woche ein Belegungsrecht hat. Er ist barrierefrei auch vom Innenhof zugänglich, mit Sichtachse zur Pfarrkirche: „Draußen können im Sommer Schirme aufgespannt werden, die Lautsprecher und Mikrofone sind vom Saal aus auch dort nutzbar“, erklärt Kirchenpfleger Blöchinger. „Und Gottesdienste ließen sich auch aus der Kirche in den Saal übertragen.“

Dass das Stephani Haus von der Pfarrei errichtet wurde, lässt sich schon im Saal erkennen: In einer Glasvitrine steht eine gestiftete Holzskulptur aus der Zeit um 1500, die den Pfarrpatron St. Stephanus zeigt. Und diagonal zeigt eine Zeichnung, wo ein Kreuz seinen Platz finden wird. Dieses stellt die Ebersberger Manfred Bergmeister Kunstschmiede derzeit aus Bronze, Messing und Emaille her. Auch sonst sind im Gebäude Kreuze verteilt. Blöchinger: „Die christliche Grundprägung darf über diesem Gebäude durchaus schweben.“

Pfarrpatron: Die Holzskulptur von St. Stephanus, entstanden um 1500.

Dass dieser Umstand nicht nur auf Gegenliebe prallen könnte, wissen Blöchinger und Straßmair nur zu gut. Sie sind sich einig: „Es wird auch Konflikte zur Mischnutzung geben.“ Aber das halten sie aus. Beim Durchgehen aller Stockwerke und Räume strahlen die beiden Herren. Und hören gar nicht auf, das Bauwerk zu loben. Straßmair lässt sich sogar zur Feststellung „mein Lieblingsprojekt“ hinreißen. Und Blöchinger erklärt, warum er gerne von einem Wunder spricht: „Aufgrund unserer Pfarreigröße sowie unserer Zugehörigkeit zum Pfarrverband stünde uns eigentlich Platz von 40 Quadratmetern zur Verfügung. Jetzt haben wir 200 Quadratmeter Nutzfläche.“

Auslöser war die angekündigte Spende des Gönners, der mit seinem Geld „möglichst viel Wirksamkeit“ (Blöchinger) erzielen wollte. Das Erzbistum steuerte 1,2 Millionen Euro bei, die Gemeinde 1,8 Millionen und die Pfarrei 340 000 Euro. Vom letzten Betrag sind 60 000 Euro Spenden aus der Bevölkerung. „Das zeigt, dass das Projekt der Ort mitträgt“, so Blöchinger. Viel Geld wurde in die Statik und in den Brandschutz gesteckt, erklärt der Kirchenpfleger, der zusammen mit weiteren Helfern mehrere tausend Stunden ehrenamtlich in die Projektleitung des Neubaus gesteckt hat. Da das Rathaus unter Denkmalschutz steht, konnte die Barrierefreiheit durch einen Aufzug im Neubau erzielt werden. Im Stephani Haus sind auch ausreichend Sanitärräume eingebaut worden, sodass die sanierungsbedürftigen WC-Räume im Rathaus entfernt und zu Büroräumen umgewandelt werden.

Im Mai sollen im Bestand die Sanierungsarbeiten im Rathaus beginnen, berichtet Straßmair. Er ist stolz und dankbar, dass dieses Bauvorhaben realisiert werden konnte: „Für unser Dorf ist es ein glücklicher Umstand, dass das Stephani Haus an zentraler Stelle errichtet werden konnte. Hier können unsere Bürgerinnen und Bürger zusammenkommen, hier profitiert die Gemeindeverwaltung von Räumlichkeiten, hier können wir auch unsere Sitzungen abhalten.“ Stück für Stück werden die Räume nun möbliert, manche sind schon in Betrieb. Das Stephani Haus wird zum Leben erweckt. Was alles darin möglich sein wird, hat auch die Bevölkerung in der Hand. Übrigens führt die Gemeinde das Raumbelegungsbuch. Auch das zeugt von dem Miteinander von Kommune und Pfarrei in Hohenbrunn.

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